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Schnell und günstig mit Bitcoin bezahlen dank dem Lightning Network

Kaffee mit Bitcoin bezahlen – mit dem Lightning Network bald möglich? (Bild: Shutterstock-Varavin88)

Den Kaffee mit Bitcoin zahlen? Solche Mikrotransaktionen sind mit der größten Kryptowährung nicht mehr so einfach umsetzbar und verstärken die Probleme des Bitcoin. Das Lightning Network soll Abhilfe schaffen.

Seit einiger Zeit arbeiten Elizabeth Stark, CEO und Mitgründerin von Lightning Labs, und ihr Team an dem Projekt Lightning Network, wie sie auf dem Blockstack-Event in Berlin sagte. Dieses ermögliche es, den Kaffee mobil und sofort mit Bitcoin zu bezahlen, ohne dabei alle Transaktionen, die jemals in Bitcoin auf der gesamten Welt getätigt wurden, herunterladen zu müssen.

Mobiles Bezahlen in Bitcoin bislang kaum nutzbar

Bisherige Ansätze boten bereits die Möglichkeit, die Transaktionen zu beschleunigen – beispielsweise über sogenannte Simplified-Payment-Verification-Wallets, kurz SPV-Wallets. Dabei wird anstatt der gesamten Blockchain lediglich der Header des relevanten Blocks heruntergeladen und mit den Daten anderer, zufällig gewählter, vollwertiger Nodes verifiziert.

Mobile Transaktionen werden dadurch zwar ermöglicht, jedoch dauern Transaktionen immer noch mehrere Minuten und es besteht eine Abhängigkeit zu anderen Full Nodes. Das hat eine geringere Anonymität zur Folge. Außerdem wird weiterhin jede noch so kleine Transaktion in die Blockchain eingetragen und die Gebühren sind in der Regel höher als der Kaffee selbst kosten würde. Anders als beim Lightning Network wird auch bei diesem Ansatz die Blockchain durch mehr Transaktionen belastet. Da jeder Block nur begrenzt Informationen aufnehmen kann, müssten Miner deutlich mehr Blöcke erschaffen. Dadurch läge die Wartezeit schnell nicht mehr bei nur wenigen Minuten und die Transaktionsgebühren würden ebenfalls in die Höhe schießen.

Lightning Network könnte die Lösung sein

Genau da setzt das Lightning Network an. Soll eine Transaktion durchgeführt werden, wird eine Art lokaler Bezahl-Kanal zwischen den teilnehmenden Parteien geschaffen. Nun können diese nahezu in Echtzeit Kryptowährungen austauschen, ohne dass jede einzelne Überweisung in die Blockchain eingetragen wird. Schließt man den Kanal wieder, wird die Blockchain aktualisiert und es werden erst dann die üblichen Gebühren fällig.

Ein Kanal verbindet die Teilnehmer miteinander (Grafik: Lightning Labs)
Ein Kanal verbindet die Teilnehmer miteinander. (Grafik: Lightning Labs)

Jedoch kann ein solcher geschaffener Kanal auch über einen längeren Zeitraum geöffnet bleiben und ermöglicht somit wiederkehrende Zahlungen zwischen den Teilnehmern, ohne in direktem Austausch mit der Blockchain stehen zu müssen.

Die Vorteile des Projektes liegen auf der Hand. Es muss nicht mehr jede Mikrotransaktion in einen Block der Chain geschrieben werden. Dadurch verringert sich die Belastung und Miner müssen weniger neue Blöcke schaffen, wodurch sich wiederum der allgemein kritisierte Energiebedarf verringern würde. Auch werden Transaktionen sofort und ohne lange Wartezeit durchgeführt. Diese entsteht erst, sobald eine Synchronisation mit der Blockchain erfolgt.

Cross-Chain-Transaktionen möglich

Lightning Labs bietet mit ihrer Implementation des Lightning-Network-Protokolls, dem Lightning-Network-Daemon (kurz: LND), derzeit nur Unterstützung für Bitcoin und Litecoin an. Allerdings wird an der Unterstützung weiterer Blockchains gearbeitet. Sogar Cross-Chain-Überweisungen sind möglich. Damit ist kein Problem mehr, Bitcoin sofort in Litecoin zu tauschen und umgekehrt.

Kritik am Lightning Network

Doch eine Eigenschaft des Lightning Network verursacht bei Kritikern Kopfschmerzen. Haben zwei Teilnehmer keinen direkten Bezahl-Kanal miteinander, sind aber indirekt über einen weiteren, dritten Knoten verbunden, kann trotzdem eine Zahlung durchgeführt werden, ohne dass ein direkter Kanal zwischen den eigentlichen Teilnehmern hergestellt werden muss. Das Problem: eine mögliche Zentralisierung. Hat beispielsweise eine große Firma eine Vielzahl an Zahlungskanälen zu den eigenen Kunden, könnte diese Firma schnell ein zentraler Knoten der Kundentransaktionen untereinander werden. Trotzdem ließe sich dieses Problem immer umgehen, indem ein direkter Kanal eröffnet wird.

Wie kann Lightning genutzt werden?

Lightning Labs befindet sich seit Oktober 2017 mit dem Lightning-Network-Daemon in einer frühen Alpha-Phase. Sobald Lightning eine offizielle Version erreicht, könnte dies einer der größten Schritte für Bitcoin und andere Kryptowährungen zum Thema Skalierbarkeit und Mikrotransaktionen und Transaktionen allgemein sein. Um den LND nutzen zu können, wird lediglich eine Lightning-aktivierte Bitcoin- oder Litecoin-Wallet benötigt, die das Protokoll unterstützt.

Die Lightning-Desktop-Lösung welche auf Neutrino aufbaut (Screenshot: Lightning Labs)
Die Lightning-Desktop-Lösung, die auf Neutrino aufbaut. (Screenshot: Lightning Labs)

Die erste Lösung dafür bietet Lightning Labs direkt selbst mit der eigenen Cross-Plattform-App Neutrino an, die auf LND aufsetzt und mobil wie auch mit der zugehörigen Desktop-Lösung Zahlungen über das Lightning Network ermöglicht.

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2 Reaktionen
Fabian

Korrekt - es werden nicht weniger Blocks. Es ist aber plausibel, dass bei weniger Transaktionen je Block die Gebühren sinken und dadurch das Mining unrentabler wird.
Aktuell überwiegt der Reward noch ca. 50:1 gegenüber den Transaktionsgebühren, aber langfristig werden die Tranksaktionsgebühren im Verhältnis zu den sinkenden Blockrewards als Belohnung immer weiter an Bedeutung gewinnen, sodass das Lightning-Network einen positiven Beitrag zum Stromsparen leisten könnte.

alphatier

"Dadurch verringert sich die Belastung und Miner müssen weniger neue Blöcke schaffen, wodurch sich wiederum der allgemein kritisierte Energiebedarf verringern würde."

Der Artikel ist gut, aber diese Aussage macht keinen Sinn. Die Block-Time von Bitcoin ist auf 10 Minuten festgesetzt. Die Anzahl der Blöcke wird auch mit Lightning-Network nicht sinken. Ebenfalls muss der Energiebedarf nichts zwangsläufig sinken, da der Blockreward (aktuell 12,5 BTC) ja ebenfalls bestehen bleibt und Miner darauf aus sind.

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