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Feature

Schöne neue Wohnkonzepte – Proptechs an die Macht

(Foto: Shutterstock)

Startups aus dem Property-Technology-Segment, kurz Proptechs, kommen derzeit mit interessanten neuen Geschäftsmodellen an den Immobilienmarkt.

Der Kreativität der Proptechs scheinen dabei kaum Grenzen gesetzt und führen zu Veränderungen in allen Bereichen der Wertschöpfungskette, wie diese fünf Beispiele zeigen:

1. Mehr Transparenz bei der Immobiliensuche

Der Wohnungsmarkt ist in deutschen Großstädten hart umkämpft, sodass sich die Suche nach einem passenden Objekt oft sehr schwierig gestaltet. Interessenten, die Ausschau nach einer Immobilie zum Kauf halten, müssen zudem in der Regel noch eine überteuerte Maklerprovision einkalkulieren. Neue Immobilienplattformen bringen Transparenz in das Immobiliengeschäft und eröffnen Interessenten Alternativen zur herkömmlichen Immobiliensuche und hohen Courtagen. So bietet der Wohnungsvermittler Nestpick auf seiner Plattform Usern in über 100 Städten direkt Wohnungen oder Zimmer zur Vermietung an – und das weltweit. Der Anbieter richtet sein Angebot vor allem an Studenten, die beispielsweise aufgrund eines Auslandssemesters eine bezahlbare Bleibe im Ausland benötigen. Über die Suchmaske der Plattform kann der User genau definieren, zu welchen Konditionen und zu welchem Zeitpunkt ein Zimmer oder eine Wohnung benötigt wird.

Auch für ganz spezifische Probleme bei der Immobiliensuche gibt es inzwischen Lösungen. So legen Käufer und Mieter immer größeren Wert auf ausreichend Tageslicht im Wohnraum. Daher hat das französische Unternehmen Solen eine Softwarelösung entwickelt, die den Nutzern die Möglichkeit gibt, die Sonneneinstrahlung in Gebäuden zu ermitteln. Dabei wird die Immobilie mit Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe die Sonneneinstrahlung gemessen wird. Via App können die Nutzer zusätzlich per Virtual Reality die Immobilie besichtigen.

2. Co-Living statt nur Coworking: Wohnen und Arbeiten unter einem Dach

Der Trend des „Collaborative-Livings“, kurz Co-Living, dehnt sich mittlerweile auf viele Lebensbereiche aus. Zum Beispiel in Form innovativer Wohnprojekte wie das Co-Living Hamburg. Die Initiatoren sehen ihre Wohngemeinschaft als einen Ort für junge Gründer und Kreative, die das gemeinsame Wohnen und Arbeiten in den Vordergrund stellen. Das Konzept geht damit weit über das bereits etablierte Coworking hinaus. Ziel des Projektes ist es, junge Unternehmensgründer von Anfang an mit Gleichgesinnten in Austausch zu bringen. Wie bei einer herkömmlichen Wohngemeinschaft können sich Interessenten via Onlineplattform für ein Zimmer bewerben. Vor allem für Menschen, die trotz hoher Mieten zentral leben und arbeiten wollen, sind solche Büro- und Wohngemeinschaften der ideale Ort.

3. Mehr Nachhaltigkeit durch Apps und neue Technologien

Smarte Apps für das eigene Energiemanagement setzen sich zunehmend durch und bieten die Möglichkeit, Energiekosten im Blick zu behalten. Nach Download der App „Energieverbrauchs-Analysator“ können Nutzer zur Beispiel eine beliebige Anzahl von Verbrauchszählern eintragen. Die Verbrauchsdaten können dann über die vier Schaltflächen „Zähler“, „Werte“, „Trend“ und „Statistik“ abgerufen werden. Die Funktion „Statistik“ vergleicht sogar den Verbrauch und die Kosten mit dem Vorjahr. Darüber hinaus kann die App anhand der zuvor eingegebenen Daten berechnen, wie hoch der Energieverbrauch pro Stunde, Tag, Woche, Monat oder Jahr ist. Außerdem erkennt sie automatisch, wenn ein Zähleraustausch stattgefunden hat und weist den Nutzer darauf hin. Das Anlegen des neuen Zählers ist daher nicht nötig.

4. Weniger Planungsfehler mit Building-Information-Modeling (BIM)

Building-Information-Modeling – kurz BIM – zählt zu den neuesten Methoden, um die Planung von Gebäuden digital durchzuführen. Bauherren und Planer können durch sie noch enger zusammenarbeiten, da alle Projektbeteiligten während des gesamten Planungsprozesses auf das Gebäudemodell zugreifen können. Architekten und Planer profitieren zudem vom besseren Informationsaustausch zwischen den beteiligten Projektpartnern, da durch die zentrale Datenhaltung und die Verwendung eines BIM-Gebäudemodells alle bauspezifischen Daten auf dem aktuellen Stand sind. BIM-Lösungen wie die von Trimble sind sogar in der Lage, basierend auf den Dateneingaben Bauprojekte visuell darzustellen. So können Bauherr und Planer planungsrelevante räumliche Themen leichter besprechen.

5. Kampf gegen Wohnungsleerstand

Obwohl in vielen Großstädten akuter Wohnungsmangel herrscht, gibt es zahlreiche Objekte, die leer stehen und unbewohnt bleiben. Laut der überregionalen Wochenzeitung Die Zeit werden allein in Hamburg bis 2030 schätzungsweise über 2.300 Wohnungen leerstehen. Plattformen wie leerstandsmelder.de machen auf diese Verschwendung von Wohnraum aufmerksam. Jeder Bürger kann auf einer interaktiven Karte vermerken, wo es in seiner Stadt leerstehende Gebäude gibt. Nutzer der Plattform können zudem Vorschläge veröffentlichen, wie aus ihrer Sicht der Leerstand sinnvoll genutzt werden könnte.

Auch gemeinnützige Vereine wie etwa „Schnittstelle5 Raum für Stadtentwicklung“ in Mainz setzen sich dafür ein, Immobilieneigentümer für das Thema Zwischennutzung statt Leerstand zu interessieren. Die Plattform wird aktuell vor allem von Theatern, Vereinen und andere kulturellen Gruppen frequentiert, um Räume für Zwischennutzungen von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten zu finden. Statt einer Miete fällt lediglich eine geringe Nutzungspauschale an. Für Kultureinrichtungen eine gute Alternative, aber auch für private Personen eine gute Möglichkeit, um zumindest kurzfristig an bezahlbaren Wohnraum zu gelangen.

Fazit

Die Digitalisierung ist nun auch in der Immobilienbranche angekommen. Dass junge Proptech-Startups nun endlich damit angefangen haben, die Planungswerkzeuge, Plattformen und Transaktionen auf den neuesten Stand zu bringen, war schon lange überfällig. Um weiterhin am Markt zu bestehen, müssen nun auch herkömmliche Immobilienunternehmen ihre Prozesse optimieren. Jedoch ist dies nicht als Bedrohung anzusehen, sondern viel mehr eine herausragende Chance für die Immobilienwirtschaft. Denn es lassen sich ausnahmslos alle Wertschöpfungsprozesse in der Immobilienbranche effizienter gestalten, woraus sich eine Menge Vorteile für alle Markteilnehmer und Nutzer ergeben. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung ist es für Immobilien- und Technologieprofis unerlässlich, sich besser kennenzulernen, um die Zukunft der Immobilienwirtschaft gemeinsam zu gestalten.

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