News

Unbekannte fordern im Namen von Scotland Yard Freilassung von Rapper

Hacker haben über den Twitter-Account und den E-Mail-Dienst des Londoner „Metropolitan Police Service“, allgemein als „Scotland Yard“ bekannt, u.a. die Freilassung des Rappers „Digga D“ gefordert. (Foto: Shutterstock)

Hacker haben den Twitter-Account und den E-Mail-Dienst von Scotland Yard übernommen. Sie sollen vulgäre Nachrichten verschickt und die Freilassung des Rappers „Digga D“ gefordert haben. Trump meint zu wissen, wer „Mister X“ ist.


Unbekannten Hackern ist es Medienberichten zufolge gelungen, vorübergehend den Twitter-Account und den E-Mail-Dienst des Londoner „Metropolitan Police Service“, allgemein bekannt als „Scotland Yard“, zu übernehmen. Die interne IT-Infrastruktur der Polizeibehörde soll nicht betroffen gewesen sein.

Der Scotland-Yard-Hack

Ab Freitag, 19. Juli um 23.00 Uhr, sollen Hacker die Kontrolle über den E-Mail-Dienst und den Twitter-Account übernommen haben. Sie hätten vulgäre Beschimpfungen über den Presseverteiler der Londoner Polizei an Journalisten verschickt. Auf Twitter sollen sie zudem neben teils kaum verständlichen Tweets die Freilassung des Rappers „Digga D“ gefordert haben. Angreifer und Fahnder hätten daraufhin abwechselnd neue Tweets abgesetzt und gelöscht.

Mittlerweile ist von den über den 1,2 Millionen Follower starken Account abgesetzten Tweets keiner mehr vorhanden. Lediglich ein an die Timeline angehefteter Tweet erinnert an den Vorfall. Dem Tweet zufolge habe man beschlossen, den Account vorübergehend auszusetzen. Geschnappt habe man „Mister X“, den oder die Verantwortlichen, jedoch noch nicht. Es sei nicht bekannt, wer für den Angriff verantwortlich ist. Man arbeite mit dem „National Cyber Security Centre“ zusammen, um herauszufinden und zu verstehen, was passiert sei. Es gäbe keine Hinweise auf einen Hack auf das interne IT-Netzwerk des Metropolitan Police Service.

Während Scotland Yard noch im Dunkeln tappt, meint der 45. US-Präsident, Donald Trump, genau Bescheid zu wissen und „Mister X“ zu kennen. Er nutzt den Vorfall, um erneut über Twitter zu polarisieren. Ihm zufolge ist der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan verantwortlich. Mit ihm als „inkompetentem“ Bürgermeister hätte man „niemals sichere Straßen“, so Trump.

Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump den Bürgermeister von London scharf angreift. So nannte er Khan während eines Staatsbesuchs Anfang Juni einen „eiskalten Verlierer“, der einen „furchtbaren Job“ mache und sich auf die Kriminalität in London fokussieren solle.

Sadiq Khan hält sich zurück und hat bisher nicht auf die Provokationen des US-Präsidenten reagiert.

Scotland Yard: Rapper wie Digga D für Gewaltanstieg mitverantwortlich

Digga D, alias Rhys Herbert, dessen Freilassung über den Twitter-Account gefordert worden war, wurde im vergangenen Jahr im Alter von 17 Jahren festgenommen. Er und vier andere Mitglieder der „1011“-Gang („ten eleven“) hätten vorgehabt, Rivalen mit Macheten und Baseballschlägern anzugreifen. Weshalb die Hacker ausgerechnet die Freilassung von Digga D gefordert haben, ob und inwieweit sie Verbindungen zu ihm haben, ist unklar. Scotland Yard macht Digga D als Anhänger des gewaltverherrlichenden „Drill-Rap“ mitverantwortlich für den Anstieg der Gewaltverbrechen in London, auf den auch Trump in seinem Tweet anspielt.

Digga D und seine Entourage haben bereits eine dreijährige polizeiliche Auflage erhalten. Diese verbietet es ihnen, weiterhin Musik mit gewaltverherrlichenden Texten zu veröffentlichen. Teil der Auflage ist auch, dass sie die Polizei Londons über Auftritte und neue Videos informieren müssen.

Das könnte dich auch interessieren:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung