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Analyse

Scout: Dribbble startet Jobplattform für Designer

(Screenshot: Youtube / Dann Petty)

Dribbble veröffentlicht „Scout“ und will Unternehmen ein gezielteres Suchen ermöglichen. Die Design-Community sieht das Tool aber eher kritisch.

Dribbble ist eine Plattform für Designer zum austauschen, entdecken oder präsentieren. Im Vordergrund steht die Frage „Woran arbeitest du gerade?“ – diese beantworten Webdesigner, Grafikdesigner, Illustratoren, Icon-Artists, Typografen, Logo-Designer und andere kreative Köpfe mit 48 kleinen Screenshots pro Monat.

Allerdings gilt das nicht für jeden. Ausgewählt werden Designer über einen Invite von jemanden, der es bereits in die Community geschafft hat. In seltenen Fällen werden auch Invites verlost. Dadurch steigt die Qualität der Plattform enorm. Dribbble ist nicht nur für die Selbstvermarktung als Kreativer, sondern auch für Unternehmen, die einen Designer suchen. Mit dem neuen Feature „Scout“, will Dribbble vor allem Unternehmen unter die Arme greifen. Die Design-Community ist allerdings weniger begeistert.

Scout by Dribbble

Scout will es Unternehmen und Dribbble-Nutzern noch leichter machen, den richtigen Designer zu finden, sie listenartig zu sortieren und sich mit ihnen direkt zu verbinden. Grundsätzlich ist das kein schlechtes Feature, wäre da nur nicht der Preis. Für stolze 199 US-Dollar pro Monat können Nutzer jetzt im Grunde genommen ausschließlich nach Designern suchen – nichts anderes.

(Grafik: invisionapp.com)

Auch die Design-Community sieht das Feature kritisch: Top-Dribbble-Designer sind der Meinung, dass der jahrelange Aufbau der eigenen Marke vergeblich war und Scout Unternehmen ausschließlich dazu dient, Designer zu sammeln, sie zu gruppieren und Spam-Nachrichten zu verschicken – was ohnehin schon ein Problem war.

Vor- und Nachteile von Scout

Auf der anderen Seite könnte aufgrund der gezielteren Suche der Spam auch verringert werden. Außerdem können jetzt, aus demselben Grund, auch Designer mit einer geringen Reichweite besser gefunden werden. Allerdings kann der stolze Preis Unternehmen auch davon abschrecken, sich an gute Kreative zu wenden. Denn besonders für kleine Unternehmen ist die Investition selten rentabel. Und wie Top-Designer bereits kommentierten, zerstört Scout die mühsam aufgebaute eigene Marke. Dribbble war lange kostenlos und damit die Plattform für Designer, um an Arbeit zu gelangen, und sich in die „Top-Designer-Liste“ zu kämpfen.

Eins ist klar: Dribbble sollte an der Präsentation des neuen Features noch etwas arbeiten. Derzeit sollen drei kurze Argumente Unternehmen davon überzeugen, 199 US-Dollar im Monat für eine Suche zu investieren. Andere Plattformen, wie zum Beispiel Behance, sind dagegen kostenlos.

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