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Seat Mó: Das sind die ersten elektrischen Zweiräder aus dem VW-Konzern

So sehen die elektrischen Zweiräder der Marke Seat Mó aus. (Foto: Seat)

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Im vergangenen November hatte VW-Konzerntochter Seat angekündigt, einen neuen E-Scooter auf den Markt bringen zu wollen. Anlässlich der Eröffnung der Casa Seat in Barcelona hat der Hersteller nun nicht nur einen elektrischen Roller, sondern auch einen elektrischen Tretroller vorgestellt.

Seat Mó heißt die neue Marke für die elektrische Mikromobilität. Im VW-Konzern gilt der spanische Ableger seit Längerem als verantwortlich für alle Vorstöße in den Bereich der Kleinstmobilität. Dabei geht es um die Überbrückung kurzer Distanzen, etwa der berühmten letzten Meile. Während also VW mit distanzstarken Fahrzeugen an den Markt gehen soll, konzentriert sich Seat auf die kleinen Elektromobile.

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E-Scooter 125 und E-Kickscooter 65. (Foto: Seat)

Anlässlich der Eröffnung der neuen Niederlassung Casa Seat in Barcelona hat das Unternehmen nun erste Produkte der neuen Marke Mó vorgestellt. Der Seat Mó E-Scooter 125 und der E-Kickscooter 65 sollen den Markt aufrollen.

Beim E-Scooter 125 handelt es sich um einen Elektro-Roller aus der Klasse der Leichtkrafträder. Die 125 im Namen spielt auf das Äquivalent von 125 Kubikzentimetern Hubraum bei Verbrennermotoren an. Die Information, die sich daraus ableiten lässt, ist, dass das Fahrzeug mit einem Rollerführerschein der Klasse A1 ab dem sechzehnten Lebensjahr zu fahren sein wird.

Den E-Scooter 125 will Seat an private Kunden verkaufen. Eine Sonderversion ist für das Scooter-Sharing vorgesehen. Einen entsprechenden Sharing-Dienst will Seat schon im kommenden Juli selbst in Barcelona starten.

Der neue Seat Mó E-Kickscooter 65 ist ein Angebot für Sharing-Dienste und soll wohl nicht an Privatpersonen verkauft werden.

Das ist der Elektro-Roller E-Scooter 125

Der E-Scooter 125 richtet sich zumindest auch an Privatpersonen. Der in das Hinterrad integrierte Motor bringt eine Spitzenleistung von neun Kilowatt und eine Dauerleistung von sieben Kilowatt auf die Straße. Das Spitzendrehmoment beträgt starke 240 Newtonmeter. In 3,9 Sekunden ist der Roller von 0 auf 50 Stundenkilometer beschleunigt. In der Spitze erreicht der E-Scooter 125 95 Kilometer pro Stunde. Damit kann der Roller problemlos im urbanen Verkehr mitfließen.

Seat Mó eScooter 125. (Foto: Seat)

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Die entnehmbare, aber auch in verbautem Zustand zu ladende Batterie verfügt über einen Energieinhalt von 5,6 Kilowattstunden. Damit soll eine Reichweite von bis zu 125 Kilometern möglich sein.

Das indes wird stark vom eingesetzten Fahrmodus abhängen, derer drei der Scooter mitbringt. Ein dedizierter Rückwärtsgang soll das Manövrieren im urbanen Umfeld erleichtern.

Der E-Scooter bringt Platz für zwei Passagiere mit. Unter dem Sitz hält der Roller entsprechend genug Raum für zwei Helme bereit. Zwei USB-Anschlüsse helfen dann diesen zwei Passagieren beim Aufladen ihrer Smartphones.

Seat Mó bringt eine App auf den Markt, mit der Nutzer ihre Fahrzeuge hinsichtlich ihrer Position tracken können. Zudem bekommt der Nutzer weitere Status-Updates zu seinem Scooter, darunter etwa solche zum Akku-Ladestand.

Eine angepasste Version des E-Scooter 125 wird Seat bereits ab Juli 2020 in einem eigenen Sharing-Service einsetzen. Die Anpassungen sind marginal. So erhält die Sharing-Variante ein Top-Case, einen Smartphonehalter und eine auffälligere Lackierung.

Seat Mó eScooter 125 Sharing. (Foto: Seat)

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Das ist der elektrische Tretroller E-Kickscooter 65

Der neue elektrische Tretroller greift Schwächen früherer Tretroller auf und behebt viele Sicherheitsmängel, die bislang offenbar als wenig bedeutend angesehen worden waren.

So bringt der E-Kickscooter 65 Front- und Heckbeleuchtung, sowie seitliche Reflektoren mit, um die Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu erhöhen. Am Vorderrad wird eine Trommelbremse, am Hinterrad eine elektronische Bremse verbaut. Die Reifen sind luftgefüllt und keine Vollgummireifen, die zwar weniger wartungsintensiv sind, dafür aber einen wesentlich schlechteren Fahrkomfort bieten.

Seat Mó eKickscooter 65. (Foto: Seat)

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Der Hinterradantrieb liefert eine Leistung von 350 Watt und soll damit Steigungen von bis zu 20 Grad problemlos schaffen. Die Leistung lässt sich über drei Fahrmodi dosieren.

Mit seinem 551-Wattstunden-Akku soll der Seat Mó E-Kickscooter 65 bis zu 65 Kilometer weit fahren können. Um den europäischen Regulierungsbehörden die Zulassung zu erleichtern, wird der E-Kickscooter 65 nur eine maximale Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde leisten. Die Wiederaufladung des nicht entnehmbaren Akkus soll rund sechs Stunden in Anspruch nehmen. Zum Gewicht macht Seat keine Angaben.

Erster Versuch mit Kickscooter E-XS nicht sonderlich erfolgreich

Bislang hatte Seat nur den Kickscooter E-XS im Gepäck, der als elektrischer Tretroller mit maximal 25 Stundenkilometer Geschwindigkeit schon länger beim Seat-Händler zu erwerben war. Der Haken am E-XS war, dass er die deutsche Straßenzulassung nicht hatte und insofern nur auf umfriedeten Grundstücken wie Firmengeländen gefahren werden durfte.

Nicht zuletzt deshalb hatte sich sein Straßenpreis auf runde 500 Euro nach unten bewegt. Der E-XS wurde von Ninebot Segway, dem größten Kickscooter-Hersteller der Welt, gebaut. Es dürfte davon auszugehen sein, dass der E-Kickscooter 65 aus den gleichen Fabriken kommt. Mit der Einführung der Marke Mó wird der E-XS in E-Kickscooter 25 umbenannt.

Preise und Verfügbarkeit

Nachdem Seat die Sharing-Scooter bereits im kommenden Monat in den Betrieb schicken will, ist davon auszugehen, dass die Roller sich in der Produktion befinden. Wie schnell die E-Scooter 125 für den Privateinsatz zur Verfügung stehen werden, ist unklar. Auch zur Verfügbarkeit des neuen E-Kickscooter 65 gibt es noch keine Informationen.

Was die Fahrzeuge kosten werden, hat Seat ebenso wenig kommuniziert. Da Seat die Fahrzeuge nicht selbst, sondern über einen Fertigungspartner herstellen wird, können wir Annahmen zu möglichen Preisen treffen.

Der E-Scooter 125 soll vom spanischen Hersteller Silence Urban Ecomobility hergestellt werden, der seinen Sitz in Barcelona hat. Mit dem S01 bietet Silence bereits einen Elektroroller für Privatkunden an. Dieser liegt bei 6.600 Euro. Gut möglich, dass das auch die Preisgrößenordnung für Seats E-Scooter sein wird.

Passend dazu: Studie: E-Scooter nicht unsicherer als Fahrräder

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Ein Kommentar
Kantenhuber
Kantenhuber

Eigentlich ist vor allem das interessant:

https://t3n.de/news/seat-minimo-der-kleine-autonome-elektro-flitzer-akkus-1146823/

Für die stadtinterne und stadtnahe Miromobilität sind vor allem solche Geräte deutlich interessanter, anstatt für den Stadtbereich kleine Stromer anzubieten, die letztendlich elektrifizierte Normalautos sind, die dann genau so schwer sind, wie SUVs. Bei fehlender Ladestruktur (Laternenparken) wird es dann endgültig unpraktikabel.

Der Hype mit den Rollern und vor allem den Scootern wird sich bis auf einige Restrudimente bald tot laufen, schon allein deshalb, weil Wartung und Ladung einen hohen Aufwand bei gleichzeitig wenig effektivem Umsatz bedeuten.

Spätestens dann, wenn Städte anfangen, schwere Autos mit Verbrennern weitgehend aus den Stadtarealen zu verdrängen, wird das Thema Micromobility endgültig wesentlich und das wird sehr bald sein.

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