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Selbstfahrende Taxis: Das ist die Bilanz nach 50.000 Fahrten

Lyft setzt auch weiterhin selbstfahrende Taxis ein. (Foto: Linda Parton / Shutterstock)

Uber-Konkurrent Lyft zieht nach 50.000 Fahrten mit selbstfahrenden Taxis eine positive Bilanz und will das Angebot ausbauen.

Hohe Gästezufriedenheit im Selbstfahrbetrieb

Wie Heise berichtet, betrachtet Lyft, der Taxi-Wettbewerber aus den Vereinigten Staaten, den seit Anfang 2018 laufenden Betrieb automatisierter Taxis im Stadtgebiet von Las Vegas als vollen Erfolg. 50.000 Fahrten seien in Kooperation mit Aptiv inzwischen abgewickelt worden, teilte das Unternehmen anlässlich des Automated Vehicles Symposiums in Orlando mit.

Dabei lehne zwar jeder Fünfte die Fahrt mit dem Robo-Taxi ab, insgesamt sei die Zufriedenheit der Fahrgäste jedoch sehr hoch. Immerhin 96 Prozent der Gäste würden wieder einen Selbstfahrer nutzen, 92 Prozent gaben an, sich sehr oder extrem sicher gefühlt zu haben.

Auch selbstfahrende Taxis sind mit einem Fahrer besetzt

Dabei sind die selbstfahrenden Taxen nicht etwa unbemannt. Vielmehr sitzt stets ein Mitarbeiter von Lyft, der sogenannte Sicherheitschauffeur, auf dem Fahrersitz, der nicht nur im Fall des Versagens der Technik manuell eingreifen soll. Da das System nur zwischen ganz bestimmten Bezugspunkten und nur auf dem Las Vegas Boulevard, dem sogenannten Strip, automatisiert funktioniert, muss der Sicherheitschauffeur das Fahrzeug vielfach von Hand zu konkreten Adressen, die das System nicht kennt, manövrieren.

Selbstfahrende Taxis von Lyft sind auf dem Las Vegas Strip unterwegs, der sich entlang der hell erleuchteten Gebäude zieht. (Foto: Jason Patrick Ross / Shutterstock)

Ebenso kann das Robo-Taxi Staus nicht umfahren oder in sonstiger Weise eine flexible Streckenführung nutzen. Kreuzungen müssen mit spezieller Kurzwellentechnik ausgerüstet sein, damit die Taxis sie bewältigen können. Das erklärt die starre Routenausprägung.

Niemand wird zum Robo-Taxi gezwungen

Das Rufen eines Taxis geschieht über die App. Teilt die App dem Kunden ein selbstfahrendes Taxi zu, muss der Kunde diese Zuteilung ausdrücklich bestätigen. Bestätigt er nicht, wird ihm ein konventionelles Taxi mit Fahrer geschickt.

Laut Heise sei der häufigste Beschwerdegrund der Umstand, dass über die App kein Trinkgeld gegeben werden kann. Hier könnte man den Fahrgästen einen Workaround namens Münzgeld empfehlen.

t3n meint:

Was da am Las Vegas Strip passiert, entspricht sicherlich nicht dem, was sich der durchschnittliche Leser unter automatisiertem Fahren vorstellt. Im Grunde fahren die Lyft-Aptiv-Taxis auf virtuellen Schienen von A nach B, wobei A und B nicht flexibel sind. Die Anwesenheit des Sicherheitschauffeurs spielt sicher eine große Rolle beim Sicherheitsempfinden des Fahrgastes. Es wäre interessant, zu sehen, wie die Bewertungen ausgefallen wären, hätte sich kein menschliches Backup-System an Bord befunden. Der Verzicht auf einen Fahrer hätte sich sicherlich auch auf die Zahl der Fahrten insgesamt senkend ausgewirkt.

So sei es Lyft gegönnt, positiv zu bilanzieren. Die tatsächliche Aussagekraft dieser Bilanz, hinsichtlich des autonomen Fahrens an sich, darf jedoch als äußerst dünn bezeichnet werden.

Dieter Petereit

Zum Weiterlesen: Google-Schwester Waymo vor Start von selbstfahrendem Taxi-Service

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Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Thomas Schmidt

Auch Aktientechnisch wird lyft nicht der Hammer, ich glaube irgendwie noch nicht an das Ganze. Ich warte lieber noch ab, fahrende AI ist noch in den Kinderschuhen.

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