Ratgeber

Was du von „How To Sell Drugs Online (Fast)“ für dein Online-Marketing lernen kannst

(Foto: dpa)

In der neuen Netflix-Serie eröffnen zwei Abiturienten einen eigenen Darknet-Shop für Ecstasy/MDMA. Welche neun Tipps du von Mydrugs für dein eigenes Online-Marketing bekommst, erfährst du hier. Warnung: Spoiler!

In der deutschen Serie geht es im Kern um die Freunde Moritz und Lenny. Nach einigen gescheiterten Gründungen stellen die Jugendlichen den Onlineshop Mydrugs auf die Beine. Die Serie orientiert sich am realen Fall des 2015 verhafteten Leipziger Dealers „Shiny Flakes“.

Neben zahlreichen guten Gags und einiger Gesellschaftskritik lassen sich aus der Serie aber auch Empfehlungen für das eigene Online-Business ableiten.

„Wir seeden den Link in ein paar Darknet-Foren und machen richtig Kohle“

In einer langen Nacht programmiert Moritz den alten Shop für Online-Rollenspiel-Items um. Aus Mytems wird Mydrugs. Die Produktfotos der Ecstasy-Pillen schießt er mit dem Handy auf Druckerpapier als Hintergrund.

Als erste Online-Marketing-Maßnahme posten Moritz und Lenny in Darknet-Foren. Das ist insofern sehr sinnvoll, da die Zielgruppe dort sehr affin für Illegales ist. Um ins Darknet zu gelangen, muss man verschlüsselte Verbindungen über Proxy-Server nutzen. Daher ergibt es Sinn, hier Werbung für Mydrugs zu machen, und nicht im frei zugänglichen Teil des Internets.

1. Tipp: Analysiere genau, wo sich deine Zielgruppe aufhält und aktiviere sie dort.

„Die Pillen sind scheiße. Total die Paras geschoben!“

Nach den ersten Bestellungen bei Mydrugs hagelt es schnell negative Bewertungen. Kunden berichten von schlechten Trips und drastischen Nebenwirkungen und drohen dem Mydrugs-Team sogar Gewalt an. Moritz reagiert schlau: Er antwortet öffentlich auf die Bewertungen und macht sich Gedanken über das Produkt. In der Serie sucht er nach neuen Zulieferern und wird schließlich in Rotterdam fündig.

In der Unternehmenspraxis passiert beides oft zu selten. Dabei ist die Chance sehr groß, aus Kunden-Feedback zu lernen. Die Erfahrungen der Kunden können gezielt für die Weiterentwicklung des Produktes genutzt werden.

2. Tipp: Richte ein Web-Monitoring für deine Marken und die häufigsten Suchbegriffe ein.

Für die Online-Reputation sind Antworten auf Bewertungen vorteilhaft. Sie sind schließlich auch über Jahre noch für andere Benutzer auffindbar. Antwortet ein Unternehmen nicht öffentlich, wirkt es desinteressiert und serviceschwach.

3. Tipp: Etabliere Prozesse, um schnell auf Online-Bewertungen reagieren zu können.

Zufriedene Kunden und gute Werbebanner

Nachdem erste Einnahmen erzielt wurden, wird auch die Online-Werbung verbessert. Das neue Mydrugs-Banner ist nicht nur animiert, sondern wirbt sogar mit positiven Online-Bewertungen. Auch die Banner-Platzierung im Darknet-Forum ist nun prominenter.

Im Business-Plan in der letzten Folge werden kurz die weiteren Marketing-Ziele gezeigt. Eines davon ist die Erhöhung der Sichtbarkeit der Banner. Ebenfalls eine clevere Idee, besonders weil für den Drogen-Shop zahlreiche andere Marketing-Kanäle wegfallen. Die technologische Basis hierfür ist ein Sichtbarkeits-Tracking. Es ermöglicht eine exaktere Analyse der Banner-Ausspielung und damit bessere Optimierung.

4. Tipp: Baue dein Online-Marketing dort aus, wo es effizient ist und stelle ein detailliertes Kampagnen-Tracking sicher.

„Wie creepy ist das denn?“

Um seine Ex-Freundin Lisa zurückzugewinnen, will Moritz ihr Ecstasy schenken. Als dieser Plan scheitert und er sich mit blutiger Nase zurückzieht, ändert er seinen Plan. Seine neue Idee ist es, Lisa ein Buch mit ihrem unzensierten Whatsapp-Verlauf zu schenken. Kurz darauf loggt sich Moritz im Schwimmbad in Lisas Facebook-Account ein. Dort löscht er unliebsame Nachrichten ihres neuen Schwarms. Doch Lisa bemerkt sein Eindringen und stellt Moritz per Sprechanlage vor der ganzen Schule bloß. Auch auf die Spur von Provinz-Dealer Buba kommt Moritz über das Web. Er analysiert die Bewegungsmuster von Dans Jogging-App und gleicht sie mit seinem reichhaltig gefüllten Instagram-Profil ab.

Nicht erst seit der DSGVO sollten Unternehmen besser mit Daten umgehen. Kundendaten gehören nicht – wie bei Buba – als Excel-Datei auf den Desktop. Zugangsdaten sollten verschlüsselt werden. Ebenso sollten Analyics-Logins für Firmendaten nicht mit Privatadressen angemeldet werden.

5. Tipp: Gehe verantwortungsvoll mit den Daten Dritter um, bevor es dir auf die Füße fällt.

Ein bisschen was von sich preisgeben und Likes kassieren

„Likes sind wie Zucker – ein kurzer Reiz, der direkt ins Gehirn geht und mit Glückshormonen um sich schießt“, heißt es in der Serie.

Moritz’ elfjährige Schwester ist Instagram-Influencerin. Von ihr können wir lernen, wie man mitunter mit wenig Aufwand Content erstellen kann. Neben Backrezepten bekommen wir einmal ein kurzes Video zu sehen, in dem sie einen Lifehack zum Abrollen von Alufolie vorstellt. Banal und schnell gedreht, aber ihre Community belohnt sie mit Likes.

Auch Lisas Schwarm Dan ist als Influencer auf Instagram unterwegs. Sein Content besteht überwiegend aus oberkörperfreien Urlaubs- und Fitness-Fotos. Eine gute Content-Idee können wir uns trotzdem abschauen: Dan malt einem Mitschüler mit rotem Bart ein Gesicht auf den Hals und postet das Foto als Ed-Sheeran-Anspielung.

6. Tipp: Trau dich, auch mal außergewöhnlichen und witzigen Content für Social Media zu erstellen.

„Erstklassige Engagement-Rate, aber eine geringe Reichweite“

Im Auto erzählt Moritz Lenny das erste Mal von seiner Idee, zu expandieren. Das Darknet sei mit seinen zwei Millionen Benutzern ein zu kleiner Absatzmarkt. Daraufhin beschließen beide den Relaunch des Drogen-Shops im öffentlich zugänglichen Teil des Internets.

Die Engagement-Rate ist sicher nicht uninteressant, in der Website-Optimierung zählt aber die Conversion-Rate als härtere Währung.

Im Unternehmensalltag ist häufig zu beobachten, dass das Website-Tracking unvollständig eingerichtet ist. Es empfiehlt sich unbedingt, ein Tracking-Konzept zu erstellen und alle wichtigen Website-Ziele zu messen. Häufig werden wichtige Ziele wie Newsletter-Anmeldungen oder Kontaktanfragen nicht in Analytics-Tools gespeichert.

7. Tipp: Kenne deine Kennzahlen und individualisiere deine Analytics-Tools!

MDMA-Trip und Website-Relaunch

Der Nerd Moritz nimmt auf einer Party das erste Mal selbst Ecstasy. Nachdem seine Ex-Freundin jemand anderen küsst, wird ihm alles zu viel. Am Ende der ereignisreichen Nacht beschließt er kurzerhand, den neuen Shop live zu stellen.

In der Serie läuft der Relaunch gut, obwohl er per Smartphone an der Bushaltestelle durchgeführt wird. In der Unternehmenspraxis sollte aber auf einige Punkte geachtet werden. Neben funktionalen Tests und Testbestellungen sollte auch das Conversion-Tracking eingehend getestet werden. Bei so einem großen Relaunch sollte nie nur eine Person die Seite testen.

Häufig werden zudem Weiterleitungen alter auf neue URL von den Unterseiten vergessen. Durch fehlende Weiterleitungen können schnell wichtige Google-Rankings einbrechen oder ganz verloren gehen.

8. Tipp: Plane deine Relaunches strategisch und nimm nichts allein und ohne zu testen live.

Verlotterte Disco-Besitzer und schmierige Kleinstadt-Dealer

Florentin Will hat einen Gastauftritt als Polizist und Olli Schulz spielt einen verlotterten Disco-Besitzer. Etwas ältere Zuschauer erkennen Tatortreiniger Bjarne Mädel als Kleinstadt-Dealer und Tatort-Schauspielerin Ulrike Folkerts als Lennys Mutter wieder.

Das internationale Publik erfreut sich an Jonathan Frakes, der im Stil von „X-Factor: Das Unfassbare“ das Darknet erklärt. Einspieler wie dieser eignen sich zudem auch noch hervorragend dafür, um die Serie in den sozialen Netzwerken zu vermarkten.

Die Serie schafft damit, was in der Marketing-Praxis nicht immer gelingt: relevant ausgewählte Marken-Botschafter zielführend einzusetzen. Denkt man etwa an Mario Barth als Testimonial für seriöse Vergleichsportale, ist die Serie realen Unternehmen ein ganzes Stück weit voraus.

9. Tipp: Wähle deine Marken-Botschafter passend zu deinem Produkt und deiner Zielgruppe aus.

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