Karriere

Sexismus-Vorwurf gegen Marissa Mayer: Yahoo-Manager sollen Männer systematisch diskriminieren

(Foto: Yahoo)

Nachtreten oder berechtigter Vorwurf? Ein Ex-Mitarbeiter hat Yahoo wegen Sexismus und rechtswidriger Kündigungen verklagt. Die Klageschrift offenbart zudem, welcher Druck das interne Bewertungssystem auf die Angestellten ausübt.

Yahoo unter Druck: Verkauf und Vorwürfe

Der Internetpionier Yahoo steht unter enormem Druck. Erst Anfang der Woche hat der angeschlagene Konzern im Zuge der Bekanntgabe der Quartalszahlen angekündigt, bis zu 15 Prozent seiner Mitarbeiter zu entlassen und sogar den eigenen Verkauf in Aussicht gestellt. Yahoo-Chefin Marissa Mayer ist es in den vergangenen vier Jahren nicht gelungen, das Ruder herumzureißen. Jetzt gerät – durch die Klage eines ehemaligen Mitarbeiters – auch die Führungskultur ins Visier der Kritik.

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Yahoo-CEO Marissa Mayer steht jetzt auch wegen Sexismus-Vorwürfen unter Druck. (Foto: TechCrunch / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Konkret geht es um den einst hochrangigen und im November 2014 entlassenen Yahoo-Redakteur Gregory Anderson, der Yahoo auf Schadenersatz verklagt hat. Der Klageschrift zufolge sollen bei Yahoo Männer systematisch diskriminiert werden. Ebenfalls in den Mittelpunkt seiner Vorwürfe gegen Yahoo und Marissa Mayer hat Anderson das von der Yahoo-Chefin eingeführte, aber umstrittene interne Bewertungssystem gestellt. Dieses werde als Begründung für Kündigungen herangezogen, sei aber für die Mitarbeiter selbst nicht transparent und damit nicht nachvollziehbar.

Sexismus-Klage gegen Yahoo gefährdet Diversität

Für besondere Aufmerksamkeit sorgt angesichts der aktuellen Genderdebatten in der US-Tech-Szene der Sexismus-Vorwurf – oder besser, der Vorwurf der umgekehrten Diskriminierung („Reverse Discrimination“). Anderson zufolge sei ihm zwar offiziell wegen einer angeblich schlechten Bewertung gekündigt worden, aber seiner Meinung nach sei die Kündigung erfolgt, weil er als Mann nicht in die Pläne zur Aufstockung des Frauenanteils bei Yahoo gepasst hätte.

Allerdings hat Yahoo weltweit einen Frauenanteil von 37 Prozent, in Führungspositionen sind es gar nur 24 Prozent. Ob Anderson da mit seiner Klage Erfolg hat, ist fraglich. Würde er diesen Fall gewinnen, könnte das wiederum negative Folgen für die Anstrengungen vieler Tech-Konzerne, mehr Frauen ins Unternehmen zu holen, haben, befürchten Experten.

via www.heise.de

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7 Kommentare
Peter
Peter

Wer bewertet eigentlich Marissa Meyer intern? Ich wette, das Ergebnis würde sie auch den Job kosten, was man im Web so von (Ex)-Angestellten liest …

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grep

Hallo …,

die Sexismusvorwürfe sind doch nur Mittel zum Zweck – ein scharfes Schwert, gerade in den prüden USA.

Ciao, Sascha.

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Oliver
Oliver

JA endlich. Hat ja auch lange gedauert.
Ich bin Verfechter für „Emanzipation des Mannes“. Wenn Frauen sexuell Diskriminiert werden, dann steht uns Männern das auch zu!
Wenn die Betriebswirtschaft (respektive die Inhaber, Investoren, Aktionäre) noch immer nicht kapiert haben, das es den stetig, ewigen Wachstum nicht gibt. Und das kein Bewertungssystem der Welt etwas daran ändern kann.

Ich forder die sexuelle Diskriminierung aller Männer ….

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Gulp
Gulp

Solange die Menschheit weiter wächst, wird es auch stetiges Wachstum in der Wirtschaft und vielen anderen Bereichen geben (müssen).
Ich weiß nicht woher der Irrglaube kommt, etwas könne nicht ständig wachsen. Die Menschheit tut es seit Jahrtausenden äußerst erfolgreich, also wird auch alles, was vom Menschen geschaffen wird mit ihr weiter wachsen.

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Oliver
Oliver

Das ist kein Irrglaube sondern einfach normal. In er Natur wächst nichts stetig. Sondern du hast einen, und hier stimmt das Wörtchen, stetigen Zerfall und Neubeginnn!
Ja das stimmt, bisher ist die Menschheit stetig gewachsen, aber unsere Erde ist nun mal endlich (verdammt, schon wieder etwas das nicht ewig wächst, was hat sich die dumme Natur denn da auch gedacht) und es wird der Zeitpunkt kommen, an dem mit dem Wachstum Schluss ist.
Von daher kommt der „Irrglaube“. Ich hoffe ja mal nicht, das sie die Natur in Frage stellen wollen.
Und wenn sie in einem System, dass auf Endlichkeit gebaut ist ein unendliches System implementieren wollen, dann wird dies unweigerlich irgendwann in sich zusammenbrechen.

Thomas D.

Auf jeden Fall werden wir das Ende des Wachstums nicht mehr erleben. Aber mach ihm seine einfache Welt nicht zu kompliziert. Die Phrase ist doch so schön griffig … :)

Gulp
Gulp

Wenn die Erde irgendwann nicht mehr genug Platz bietet, werden wir einen anderen Planeten bevölkern.
Der Naturvergleich hinkt gewaltig, alles liegt unserem Universum zu Grunde, was, wie Sie sicherlich wissen, nicht endlich ist und sich immer weiter ausdehnt. Die Aufgabe ist nur, die Menschheit vor möglichen Schäden zu bewahren. Nicht alles Wachstum ist unendlich, unendliches Wachstum ist jedoch möglich und für die Menschheit notwendig.

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