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Sexuelle Übergriffe: Y-Combinator-Umfrage zeichnet trauriges Bild der Startup-Branche

Y Combinators Female Founders Conference im Jahr 2014. (Foto: Y Combinator)

Eine Umfrage unter Gründerinnen hat gezeigt, dass sexuelle Belästigung weiterhin ein Problem in der Startup-Szene bleibt. Durchgeführt wurde die Befragung im Auftrag des bekannten Startup-Accelerators Y Combinator, der Frauen zukünftig besser unterstützen will.

Noch bevor der Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein im Oktober 2017 Frauen aus aller Welt dazu brachte, ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen unter dem #MeToo-Hashtag zu teilen, unterstellte ein Dutzend Frauen dem bekannten Startup-Investor Dave McClure sexistisches und unangemessenes Verhalten. Der von ihm mitgegründete Accelerator 500 Startups entließ McClure anschließend zwar von seinem Posten als Firmenchef, weitere Fälle, wie der des Risikokapitalisten Steve Juvertson zeigen jedoch, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall gehandelt hat.

Y Combinator wollte daher jetzt wissen, wie viele der Gründerinnen, die an dem Accelerator-Programm der Firma teilgenommen haben, ähnliche Erfahrungen machen mussten. 21,6 Prozent der befragten Gründerinnen gaben an, schon einmal von Investoren auf sexuelle Art und Weise bedrängt worden zu sein. Etwas mehr als 17 Prozent haben nach eigenen Angaben sexuelle Nötigung erlebt oder bekamen ein Investment im Gegenzug für sexuelle Handlungen angeboten. 4,6 Prozent erlebten sogar ungewollten Kontakt mit den Investoren.

An der Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass die Umfragebasis recht klein war. Von den 384 Gründerinnen, die an den Y-Combinator-Programmen teilgenommen haben, wurden nur die 125 befragt, die sich in eine E-Mail-Liste für Gründerinnen eingetragen haben. Von ihnen antworteten 88 auf die Umfrage. Unabhängig davon zeigen die Ergebnisse der Umfrage aber dennoch sehr deutlich, dass es nach wie vor ein Problem gibt, und einige männliche Investoren noch immer ihre Machtposition gegenüber Gründerinnen missbrauchen. Das zeigt sich auch daran, dass viele der Betroffenen die Übergriffe nicht gemeldet haben, weil sie Angst hatten, das könne die zukünftigen Chancen ihrer Unternehmen auf Risikokapital verringern.

Y Combinator: Gründerinnen sollen Belästigungen zukünftig melden können

Um Gründerinnen, die am Y-Combinator-Programm teilnehmen, zukünftig besser schützen zu können, richtet das Unternehmen ein Meldeportal für die Betroffenen ein. Die Teilnehmerinnen sollen Übergriffe dort auch nachträglich, selbst Jahre nach dem Vorfall, eintragen können. Y Combinator will außerdem alle Teilnehmerinnen unterstützen, die weitere Maßnahmen gegen die Verantwortlichen anstreben.

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via blog.ycombinator.com

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