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Twitter: Es gibt keinen „Shadowban“

(Foto: Shutterstock)

Stell dir vor, du twitterst – den Inhalt können aber nur noch deine Follower lesen. Der Shadowban ist auf Twitter ein heiß diskutiertes Phänomen – doch laut Twitter handelt es sich nur um einen Bug.

Seit der Diskussion um das  Netzwerkdurchungsgesetz von SPD-Bundesjustizminister Heiko Maas werden immer mehr Tweets und ganze Twitter-Accounts in Deutschland nicht mehr angezeigt – überwiegend handelt es sich dabei um rechtsradikale Accounts – allerdings nicht ausschließlich.

Wenn rechtlich unzulässige Tweets stehenbleiben, könnte das für Anbieter wie Twitter dem geplanten Gesetz zufolge hohe Geldstrafen von bis zu 50 Millionen Euro nach sich ziehen. Der Zusammenhang ist nicht bestätigt – es wird jedoch deutlich, dass der politische Druck auf die Meinungsfreiheit gestiegen ist.

Doch neben diesen offensichtlichen Maßnahmen sorgt auch das sogenannte Shadowbanning für heiße Diskussionen auf Twitter. Zahlreiche Nutzer haben den Eindruck, dass zunehmend Tweets mit kritischen Äußerungen für die breite Öffentlichkeit verschwinden, ohne dass der Account gelöscht wird. Die Tweets tauchen nur noch für Follower aber beispielsweise nicht mehr in der Suche auf.

Twitter allerdings widerspricht – es handle sich um einen Fehler bei der Spam-Bekämpfung. „Wir sind uns eines Problems mit einem unserer Spam-Filter bewusst, der die Suchfunktionalität von Twitter beeinträchtigt“, schreibt ein Twitter-Sprecher auf Anfrage. „Das führt dazu, dass einige Inhalte und Accounts in der Suche nicht auftauchen. Unsere Teams arbeiten daran, das Problem zu lösen und erwarten, dass der Dienst bald wieder vollständig zur Verfügung steht.“ Aus Twitter-Kreisen heißt es weiterhin, dass es den viel diskutierten Shadowban bei Twitter schlicht nicht gibt – es handle sich ausschließlich um einen technischen Fehler, der bald behoben werden soll.

Shadowban: Was ist das eigentlich?

Tatsache ist, die Tweets vieler Accounts zuletzt nur noch den eigenen Followern angezeigt werden. Bei einer Suche, auch mittels Hashtag, sind die Tweets für Außenstehende nicht auffindbar. Auch, wenn Tweets beim Retweet zitiert werden, bleibt der Ursprungstweet für Nicht-Follower unsichtbar – klickt der User allerdings trotzdem auf den Link, ist der Inhalt plötzlich sichtbar.

Dabei wurden auch Accounts unsichtbar, wenn sie nichts erkennbar Illegales oder Strafbares von sich gegeben haben. Unter anderem wähnt sich auch Twitter-Nutzer Alf Frommer vom Shadowban betroffen.

So findest du heraus, ob du betroffen bist

Wer herausfinden will, ob sein Account von den Phänomen betroffen ist, kann dazu das Tool shadowban.de nutzen. Wer betroffen ist, kann derzeit allerdings nichts tun als abwarten, bis Twitter den Fehler behoben hat.

Passend zum Thema: Twitter sperrte 2016 fast 380.000 Profile wegen Terror-Propaganda

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Ein Kommentar
Pfui Deifi Pegida
Pfui Deifi Pegida

Am A… mit „es gibt keinen Shadowban“. Die geshadowbanten User (zu denen ich auch gehörte) konnten z.B. auch nicht das Kontaktformular benutzen, der Button war im HTML deaktiviert.

Das war nicht nur ein Fehler in der Suche, das war ein freidrehender „Spambekämpfungs“-Algorithmus. Eine Vorstufe dessen, was uns in Zukunft erwartet mit dem NetzDG – Intransparenz und keine Möglichkeit zur Überprüfung durch einen echten Menschen (der z.B. Alf als „echt“ erkannt hätte). Denn das was das NetzDG fordert lässt sich nur mittels Algorithmen und Big Data umsetzen, außer Twitter stellt echt ein mindestens 100 Menschen starkes deutsch sprechendes Team ein, und danach sieht’s nicht aus.

Und ja, auch als Linker sehe ich das NetzDG sehr, sehr kritisch.

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