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Interview

Shahak Shapira: „Wenn es witzig ist, feiere ich das ja auch, so ist es ja nicht“

„Vielen Plattformbetreibern ist es total egal, wofür ihre Produkte missbraucht werden." (Foto: Twitter)

Gute Aktion sagen die einen. Andere verklagen Shahak Shapira gerade wegen Volksverhetzung. Wir konnten dem Satiriker fünf Fragen zu #HEYTWITTER stellen.

Plötzlich lasen Passanten eklige Aufschriften wie „Lass mal wieder zusammen Juden vergasen... Die Zeiten damals waren schön!“ auf dem Gehweg vor der Twitterzentrale in Hamburg. Dem Tech-Medium dürfte das mehr als unangenehm gewesen sein, denn die Hassbotschaften sind Kopien unzähliger Tweets, die auf dem eigenen Microblog kursieren. Ausgekramt und aufgesprüht hat sie Shahak Shapira, der nach einer Beleidigung gegen sich selbst die Inititative ergriffen hat. Twitter reagiere nämlich so gar nicht, meint der Satiriker.

5 Fragen an Shahak Shapira zu #HEYTWITTER

t3n.de: Als jüdischer Netz-Promi muss man einiges einstecken können in sozialen Medien, oder? Gehören antisemitische Anfeindungen zum Tagesgeschäft für dich?

Shahak Shapira: Als christliches Netz-Magazin auch, oder? Nee ernsthaft, was ist ein „jüdischer Netz-Promi“? Ich bin ein Atheist jüdischer Herkunft und bei dieser Aktion geht es nicht spezifisch um Antisemitismus. Es ist kein Tagesgeschäft oder irgendein anderes Geschäft für mich, auch wenn das viele Medien irgendwie glauben. Lasst uns lieber über meine Arbeit sprechen.

Ok, was stand denn in dem Tweet, der der Auslöser deiner jetzigen Arbeit war?

Das stand da...

Das ist heftig. Welche Reaktion erwartest du von Twitter?

IRGENDEINE Reaktion wäre erst einmal gut. Dann sehen wir weiter!

Die gleiche Aktion hättest du sicherlich auch vor der Facebook-Zentrale durchziehen können. Warum genau hast du Twitter ausgewählt?

Weil Facebook das, zumindest in meiner kleinen Recherche, deutlich besser gemacht hat. Sie haben alle Meldungen bearbeitet und das innerhalb von eins bis drei Tagen. Sicherlich können viele Menschen da ganz andere Geschichten erzählen, aber ich habe zumindest das Gefühl, dass Facebook sich viel eher um eine Verbesserung bemüht.

Glaubst du, dass die Verantwortung zu löschen, allein bei den Plattformbetreiber liegen sollte?

Naja, die Plattformbetreiber sagen, dass alles, alle Inhalte, die wir auf ihren Plattformen posten, ihnen gehören. Insofern tragen sie schon eine Verantwortung. Andererseits bedeutet das sehr viel Macht für einige private Unternehmen. Allein lassen sollte man sie damit auch nicht, weil einige Inhalte gegen Gesetze verstoßen und somit auch den Staat etwas angehen. Trotzdem überrascht mich, dass es so vielen Plattformbetreibern anscheinend total egal ist, wofür ihre Produkte missbraucht werden.

Und wie ist es mit dir? Gehst du persönlich mit Strafanzeigen gegen die Hetzer vor?

Nein. Nur einige wenige Tweets, die ich im Rahmen meines Experiments gemeldet habe, waren gegen mich gerichtet. Es macht mir auch weniger aus, wenn mich Leute persönlich beleidigen. Wenn es witzig ist, feiere ich das ja auch, so ist es ja nicht.

Coole Aktion jedenfalls, danke für deine Zeit!

Gerne doch.

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