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Shenzhen nutzt Gesichtserkennung für Freifahrten im ÖPNV

In China wird heftig mit Gesichtserkennung an U-Bahnhöfen experimentiert. (Foto: Shutterstock)

Der Internet-Riese und Metro-Betreiber Tencent hat im südchinesischen Shenzhen Gesichtserkennungstechnik an U-Bahn-Stationen installiert, um so berechtigten Personenkreisen die kostenlose Bahnnutzung zu ermöglichen. Das Gesicht ist dabei das Ticket.

Personen im Alter von 60 Jahren und älter können sich in der südchinesischen Megacity Shenzhen für die kostenlose Teilnahme am öffentlichen Personennahverkehr registrieren. Dazu werden ihre Gesichter gescannt und in einer Datenbank hinterlegt. Betreten sie nun eine U-Bahnstation, werden sie von den dort installierten Kameras erfasst. Nach einem positiven Abgleich öffnen sich die Zugangssysteme ohne weitere Umstände. Das System soll später für weitere Personengruppen, etwa Militärveteranen, geöffnet werden.

Mit Gesichtserkennung wird an vielen Orten experimentiert

Die Registrierung kann an einem von 60 Selbstbedienungs-Ticketautomaten erfolgen. Wie die South China Morning Post berichtet, handelt es sich zunächst um ein Experiment, dass auf etwas über zwei Dutzend Zugangssysteme und Züge einer bestimmten Linie beschränkt ist.

Ähnliche Systeme werden in den chinesischen Städten Jinan, Schanghai, Qingdao, Nanjing und Nanning getestet. Dabei ist es in Jinan an ausgewählten Stationen bereits möglich, per Gesichtserkennung zu zahlen. Hier wird eine autorisierte Zahlweise mit den Gesichtsdaten verknüpft. Das Betreten des Bahnsteigs zieht sodann automatisch einen Zahlvorgang nach sich, wovon schon 500 Pendler im Rahmen des Feldversuchs Gebrauch machen sollen.

Zahlen per Gesichtserkennung von 85 Prozent befürwortet

Generell sind Chinesen biometrischen Zahlungsmethoden gegenüber sehr aufgeschlossen. Einer Umfrage der „Pay­ment and Clear­ing As­so­ci­a­tion of China“ (PCAC), eines Zusammenschlusses der Zahlungsanbieter der Volksrepublik, zufolge, würden 85 Prozent der Chinesen biometrische Zahlungsmethoden verwenden. Die Zahl der Befürworter ist damit leicht gestiegen. Zwar sind auch knapp 74 Prozent der Befragten um ihre persönlichen Daten besorgt, dieser Anteil ist jedoch innerhalb eines Jahres um 10 Prozentpunkte gesunken.

In wesentlich größerem Umfang als China will zukünftig Indien von Gesichtserkennungstechnologien Gebrauch machen. Dabei soll eine zentrale Datenbank eingerichtet werden, die mit allen Überwachungskameras des Landes verbunden ist und ihrerseits wiederum Abgleiche mit Fingerabdruck-Registern, Ausweis-Behörden und anderen Datenbanken durchführen kann.

Passend dazu: „Mächtige und gefährliche“ Gesichtserkennung: Kritik an Amazons Rekognition

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