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Shopco: Düsseldorfer Shopping-Startup steht vor dem Millionen-Exit

In den Düsseldorfer Büroräumen von Shopco. (Foto: © Johannes Schuba)

Shopco entwickelt einen universellen Warenkorb-Button für alle Onlineshops. Wie t3n.de jetzt erfuhr,  steht das Startup aus Düsseldorf vor dem Verkauf. Die Rede ist von einer Millionensumme.

Das Prinzip von Shopco ist schnell erklärt: Nutzer installieren sich die Browser-Erweiterung des Unternehmens auf dem Computer oder Smartphone und sollen anschließend deutlich bequemer in Onlineshops einkaufen können als bisher.

Dazu werden die gewünschten Produkte, die man beim Surfen durch das Internet findet, einfach per Knopfdruck einem universellen Warenkorb hinzugefügt und am Ende in einem Rutsch bezahlt. Ganz ohne ständige Neuregistrierungen in den jeweiligen Shops oder die wiederkehrende Eingabe von Zahlungs- oder Adressinformationen – darum kümmert sich die Software im Hintergrund.

Das von Jay Habib und Manuel Schoebel erdachte Konzept überzeugte zuletzt namhafte Investoren: Im Februar erhielt das 2014 gegründete Startup aus Düsseldorf 6,25 Millionen Euro – unter anderem von Youporn-Gründer Fabian Thylmann, Meinfernbus-Gründer Panya Putsathit und fünf Partnern der Boston Consulting Group. Mit dem Geld wollte Shopco im lukrativen US-Markt durchstarten.

Mehrere Big Player wollen Shopco kaufen

Mit Erfolg, wie sich jetzt herausstellt: So hat Shopco seine Mitgliederzahl in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben nicht nur auf rund 50.000 Nutzer vervielfacht. Wie t3n.de aus mit der Angelegenheit vertrauten Personenkreisen erfuhr, könnte das Startup schon in Kürze den Besitzer wechseln. Das Startup stehe in fortgeschrittenen Übernahmeverhandlungen, heißt es in einer E-Mail.

Knapp 50 Mitarbeiter beschäftigt Shopco in seinen Büros in Düsseldorf und San Francisco. (Foto: Shopco)

Zwar wollten die Hinweisgeber, die anonym bleiben wollen, mit Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen keine konkreten Namen nennen. An einer Übernahme der Rheinländer seien aber eine der größten US-Banken, ein führendes Affiliate-Unternehmen sowie ein Bezahldienstleister aus Europa interessiert. Die Rede ist von einer möglichen Kaufsumme von bis zu 50 Millionen Euro.

Die Informationen decken sich mit offiziellen Angaben aus der letzten Finanzierungsrunde im Frühjahr: Damals wurde die Bewertung von Shopco auf rund 25 Millionen Euro geschätzt. Auf Nachfrage von t3n.de wollte Shopco-Gründer Jay Habib die Verkaufsgerüchte nicht bestätigen, allerdings dementierte er sie auch nicht.

Gefragte Technologie für mobiles Shopping

Dass die Technologie von Shopco für die Branche interessant ist, könnte indes zwei Gründe haben. Erstens wirbt das Startup mit einer uneingeschränkten Verfügbarkeit seiner Software für alle Onlineshops in den USA. Anders als vergleichbare Lösungen von Visa oder Paypal setzt Shopco nicht auf eine Programmierschnittstelle, sondern auf eine künstliche Intelligenz, die die Produkte in den vom Nutzer besuchten Onlineshops automatisch scannt. Eine technische und vertragliche Abstimmung mit den Händlern ist daher nicht notwendig. Das macht die Technologie besser skalierbar.

Zweitens bietet Shopco aus Sicht der Kaufinteressenten offenbar eine nützliche Technologie für einen noch weitgehend unerschlossenen Markt: Mobile Shopping. Zwar werden angeblich bereits 60 Prozent des gesamten Internet-Traffics über Smartphones und Tablets abgewickelt. Doch der Onlinehandel findet zum Großteil noch auf normalen Computern statt, heißt in der E-Mail. Gerade mal 16 Prozent des mobilen Traffics entfallen demnach auf den E-Commerce, zumal viele Shops noch nicht für die kleinen Smartphone-Bildschirme optimiert sind. Die auch für Mobilgeräte verfügbare Browser-Erweiterung von Shopco hingegen könnte dieses Problem lösen.

Für die derzeitigen Kaufinteressenten könnten sich so verschiedene Anwendungsfälle ergeben. Die US-Bank beispielsweise könnte den universellen Warenkorb von Shopco nutzen, um ihren Kreditkartenkunden das Einkaufen im Netz zu erleichtern und gleichzeitig an den Transaktionsgebühren mitzuverdienen. Ähnliche Absichten hat nach t3n-Informationen auch der namentlich nicht genannte Bezahldienstleister aus Europa. Er will die Technologie angeblich an soziale Netzwerke und andere Publisher lizenzieren mit dem Ziel, Provisionen für Bezahlinhalte zu erhalten.

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