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Interview

Shopify-Gründer: „Auf Amazon kann man kein Business aufbauen“

Shopify-Gründer Tobias Lütke. (Foto: © Shopify)

| Hinweis: Artikel enthält Provisions-Links – Was ist das?

Tobias Lütke hat mit Shopify eines der größten E-Commerce-Unternehmen der Welt aufgebaut. Im Interview spricht der kaum bekannte Milliardär über die kuriosen Anfänge seiner Firma – und erklärt, warum Amazon für Händler keine gute Wahl ist.

Tobias wer? Tobias Lütke ist wohl einer der wenigen Milliardäre auf der Welt, für die man erst einmal die Google-Suche bemühen muss. Dabei hat der gebürtige Koblenzer mit Shopify (Provisions-Link) eines der größten E-Commerce-Unternehmen der Welt aufgebaut.

Mit mehr als 3.000 Mitarbeitern unter anderem in Ottawa bietet die inzwischen börsennotierte Firma eine Software-Plattform für den Aufbau eines Onlineshops an. Shopify selbst wird mit rund 15 Milliarden US-Dollar bewertet. Wir haben mit Gründer und CEO Tobias Lütke in Berlin gesprochen.

Shopify-Gründer: „Ich habe oft geschwänzt“

t3n: Herr Lütke, Sie kommen ursprünglich aus Koblenz, haben mit Shopify eines der größten E-Commerce-Unternehmen aufgebaut und sind so zum Milliardär geworden. Trotzdem kennt Sie in Deutschland kaum jemand. Ärgert Sie das manchmal?

Nein, damit kann ich leben. Ich halte mich wie meine Firma lieber im Hintergrund. Shopify ist auch keine typisch amerikanische Firma wie beispielsweise Amazon, die überall auf Plakaten klebt oder wo alle Menschen online bestellen. Wir wollen, dass kleine Händler mit Shopify ein gutes Business aufbauen können. Wir sind quasi die Marke hinter den Marken.

t3n: Sie haben jahrelang kaum Interviews gegeben. Hat Ihre geringe Popularität nicht vielleicht auch damit zu tun?

Sie hatten für mich zumindest keine Priorität. Ich bin ja eigentlich Programmierer und zwei Drittel meiner Arbeitszeit sitze ich mit Ingenieuren und Designern vorm Rechner und überlege fieberhaft, was wir als nächstes bauen könnten. Ich bin in den vergangenen Jahren nicht absichtlich untergetaucht.

t3n: Jetzt gab es trotzdem einen Sinneswandel. Wieso?

Meine PR-Leute sagen mir schon lange, dass wir mehr Interviews geben müssen. Gerade vor dem Hintergrund unseres Starts in Deutschland ist das ja auch sinnvoll.

t3n: Shopify gibt es schon seit 2006. In Deutschland sind Sie ziemlich spät dran, finden Sie nicht?

Unser Fokus lag lange auf den USA. Schon dort ist es eine Herausforderung, die Probleme von Händlern im E-Commerce zu lösen. Für normale Kunden sind wir zum Beispiel der Baukasten für ihren Onlineshop, für andere Warenwirtschaftssystem, Zahlungsschnittstelle und Marketinglösung. Als Firma mit Banklizenz geben wir Händlern außerdem Geld für die Bestellung ihres Inventars. Dafür überhaupt die nötigen Lizenzen zu bekommen, hat viele Jahre gedauert. Deshalb haben wir uns auf einen Markt konzentriert. Andernfalls hätten wir zu viele Dinge gleichzeitig gemacht. Das wäre nicht gut gewesen.

t3n: Obwohl Deutschland zu den wichtigsten Märkten im Onlinehandel zählt?

Glauben Sie mir: Jedes Mal, wenn ich in Deutschland zu Besuch war, hat mich meine Familie gefragt, wann es Shopify denn endlich in Deutschland gibt. Ich hätte es sehr gerne viel früher gemacht, aber man unterschätzt, wie viel Arbeit in so einem Projekt steckt. Wir sind eine Firma mit 3.000 Mitarbeitern und erst jetzt bereit, Shopify in Deutschland anzubieten.

t3n: Allerdings erwartet Sie hier große Konkurrenz. Anbieter wie Plentymarkets, Shopware oder Magento sprechen ebenfalls Händler an. Was machen Sie besser?

Hinweis: Wir haben in diesem Artikel Provisions-Links – auch Affiliate-Links genannt – verwendet und sie durch „(Provisions-Link)" gekennzeichnet. Erfolgt über diese Links eine Bestellung, erhält t3n.de eine Provision vom Verkäufer, für den Besteller entstehen keine Mehrkosten.

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4 Reaktionen
Patrick

Es ist angenehm, dass Herr Lütke keinen geschliffenen PR-Sprech herunterbetet. Die (wahrscheinlich unbewusste) Werbung für Apple und das In-einen-Topf-werfen von rechts- und linksextremen Positionen finde ich dennoch unglücklich.

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Julia Nikolaeva

"das In-einen-Topf-werfen von rechts- und linksextremen Positionen finde ich dennoch unglücklich" Wieso? Jeder Extremist ist Mist.

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Sophia

Schönes Interview, interessanter Einblick, sympathisch, ehrlich - die PR-Abteilung wird begeistert sein. Gut gemacht! (Ehrlich.)

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Julia Nikolaeva

Toller Typ, sehr sympathisch.

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