Analyse

Shopping-Trends: So könnten wir in 5 Jahren einkaufen

Der E-Commerce bereitet dem stationären Handel zunehmend Kopfzerbrechen. (Foto: Shutterstock)

Kaum ein Umfeld hat sich in den vergangenen Jahren so gravierend verändert wie der E-Commerce. Doch wie geht es weiter? Diese Trends werden unser Einkaufen in fünf Jahren bestimmen.

Vor einigen Jahren war der Einkauf im Netz noch auf leicht versendbare Artikel wie Bücher, CDs oder Unterhaltungselektronik beschränkt. Inzwischen lassen wir uns alles Erdenkliche ins Haus liefern – von Katzenstreu bis Babywindeln, von Obst und Gemüse bis zum Weihnachtsbraten (und sogar den Baum). In der Tat gibt es kaum eine Branche im E-Commerce, die der digitale Wandel nicht erfasst hat.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn immer häufiger gehen online und offline Hand in Hand zum Wohl des Kunden. Dabei gibt es nicht den einen einzelnen Trend beim Einkauf, sondern eher eine Vielzahl von Entwicklungen, die sich gegenseitig ergänzen – und die ein Einkaufserlebnis schaffen, das sich von dem, wie wir es heute kennen, unterscheiden wird. Begleite uns auf einen Blick in die gar nicht so ferne Zukunft.

1. Grenzen zwischen online und offline verschwimmen weiter – und Beratung bleibt wichtig

Es gibt sie immer noch – die Grabenkämpfe zwischen Onlinehandel und Ladengeschäften. Da fordern die niedersächsischen Grünen, dass sonntags auch der Internethandel ruhen müsse, dort beschweren sich Onlineversender über hohe Rücksendequoten und Ladenbesitzer darüber, dass ihre Geschäfte nur noch als Showroom missbraucht werden und der Kunde dann doch für etwas weniger Geld im Netz bestellt.

Erste Händler führen eine Beratungsgebühr ein, die dann beim Kauf verrechnet wird. Das ist beispielsweise bei beratungsintensiven Themen wie Schulranzen oder Tragesystemen gar nicht falsch und wird, wenn es vernünftig begründet und kommuniziert wird, auch durchaus bei Kunden auf Verständnis stoßen. Andererseits werden Händler zunehmend auch die Onlineberatung entdecken, gerade bei beratungsintensiven Produkten, von denen wir früher gesagt hätten, dass „man sowas ja nicht online kaufen kann“. Musikhändler Thomann macht das an vielen Stellen mustergültig vor, wie man Bewegtbild, Audio und gedruckte Inhalte gut kombinieren kann.

Händler können in Zukunft ihr Sortiment per Tablet erweitern und müssen nicht mehr alle Waren vor Ort bereithalten. Das spart Kapazitäten und befriedigt die Bedürfnisse des Kunden dennoch. (Bild: bbernard / Shutterstock)

Die Kunden dagegen haben ihre Wahl im Hinblick auf online und offline längst getroffen: Sie tun das eine, ohne das andere zu lassen. Das zeigt die KPMG-Studie „Trends im Handel 2025“, die für die kommenden Jahre zwar etwas geringere Wachstumszahlen im Onlinehandel voraussagt, aber durchaus eine Akzeptanz für neue Bestell- und Liefermöglichkeiten sieht. Was man im Internet bestellen kann, wird auch im Internet bestellt und sperrige oder beratungsintensive Waren finden weiterhin vor allem in den Innenstädten und auf der grünen Wiese ihre Käufer – gegebenenfalls mit den erforderlichen Lieferdiensten.

Was wir in wenigen Jahren sehen werden, ist die quasi selbstverständliche Kombination aus online und offline – zumindest bei den Händlern, die mit dem Pfund der Ladengeschäfte wuchern können. Dann ist die Jacke eben in jeder Größe und jeder Farbe einmal vorhanden und der Kunde kann an Tablets vor Ort die von ihm gewünschte Kombination nach Hause oder in die Filiale bestellen. Das senkt nicht nur die Kosten für die Händler, sondern ist auch für den Kunden bequem, weil er kein zweites Mal in die Stadt fahren muss.

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