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Schriftstellerin Sibylle Berg will das Internet grundlegend reformieren

(Foto: dpa)

Die Autoren Sibylle Berg, Marc-Uwe Kling und Juli Zeh haben eine Genossenschaft gegründet, die Tools zur Verschlüsselung entwickeln soll. Hinter dem Ganzen steht das Open-Source-Projekt Pretty Easy Privacy.

Der Facebook-Skandal um Cambridge Analytica hat erneut deutlich gemacht, welches Gefahrenpotenzial im Missbrauch unserer Daten steckt. Um persönliche Daten zukünftig besser gegen eine ungewollte Nutzung durch Unternehmen und staatliche Akteure zu schützen, hat sich unter dem Namen PEP Coop eine ungewöhnliche Gruppe zusammengefunden. Zu den Gründungsmitgliedern der Organisation gehören neben den Schriftstellerinnen Sibylle Berg und Juli Zeh unter anderem auch der Autor Marc-Uwe Kling und der Richter am Berliner Verfassungsgerichtshof Meinhard Starostik.

PEP Coop ist als Genossenschaft organisiert und dient als Vehikel, um die Entwicklung von Anwendungen auf Basis der Open-Source-Verschlüsselungslösung Pretty Easy Privacy (PEP) zu finanzieren. Zunächst soll es Browser-Erweiterungen zur Verschlüsselung von E-Mails geben. Später sollen auch Direktnachrichten, die über Social-Media-Plattformen verschickt werden, darüber verschlüsselt werden. Langfristig hat die Genossenschaft allerdings noch weit ambitioniertere Ziele: der Aufbau eines anonymen Peer-to-Peer-Netzwerkes auf Basis des Open-Source-Frameworks GNUnet. Was genau sich die Organisatoren darunter vorstellen, bleibt vorläufig jedoch unklar.

Sibylle Berg träumt von einem ganz neuen Internet

Gegenüber dem Deutschland Funk erklärt Mitbegründerin Sibylle Berg: „Wir wollen das Netz neu errichten.“ Wie weit die Initiatoren damit kommen, wird sich zeigen. Zunächst wird PEP Coop eine ausreichende Anzahl an Menschen davon überzeugen müssen, Genossenschaftsanteile zu zeichnen. Diese kosten zehn Euro. Allerdings wird obendrein auch ein monatlicher Mitgliedsbeitrag in Höhe von mindestens fünf Euro fällig. Mit diesem Geld soll dann die versprochene Software entwickelt werden.

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3 Reaktionen
BaMo

Süss… wieder mal ein paar digital Native, die meinen das Internet revolutionieren zu müssen (von können mal gar nicht zu sprechen)…

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privilegedNet

Vlt. habe ich was übersehen, aber aus der Satzung https://pep.coop/static/media/uploads/pEpDocs/pepcoop_satzung.pdf habe ich keinen Bezug zu den Open Source oder Freie Software Lösungen entdeckt. Und die Erreichung von Genossenschaftszielen ohne diese Lösungen ist m.E. eher unrealistisch. Deswegen muss m.E. die satzung nachgebessert werden.

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Denshi

Die Bezeichnung von GNUnet als „Open-Source-Framework“ sortiere ich mal ein unter „nicht besser gewusst“. Das GNU-Projekt wehrt sich vehement gegen den Open-Source-Begriff (aus gutem Grund, verrät er doch alles, wofür das Projekt steht).
Richard Stallman (der Gründer des GNU-Projekts und der Free-Software-Foundation) scherzt gerne, dass, wenn er der Vater von „Open-Source“ sei, dann durch künstliche Befruchtung mit gestohlenem Samen ohne sein Wissen oder seine Einstimmung.
Ich will niemandem verbieten, die Bezeichnung „open-source“ für freie Software zu verwenden, aber um aller Logik willen: Bezeichnet doch keine GNU-Projekte als open-source, es sei denn, ihr wollt ihnen Schaden. Sagt „freie Software“ oder sagt „FLOSS“, wenn ihr einen neutralen Begriff wollt.
mehr unter: https://www.gnu.org/philosophy/open-source-misses-the-point.html

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