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Sicherheitsfirma stellt versehentlich riesige Leak-Datenbank ins Netz

Wer katalogisiert eigentlich Datenlecks in eigenen Datenbanken? Keepnet Labs. (Foto: GlebSStock/ Shutterstock)

Der Sicherheitsexperte Bob Diachenko ist einer, der dafür bekannt ist, lecke Datenbanken im Netz aufzuspüren. Nun ist ihm ein weiterer Coup gelungen. Immerhin gut fünf Milliarden Einträge schwer ist Diachenkos neuester Fund.

Das jüngste, von Bob Diachenko gefundene Datenleck entbehrt nicht einer gewissen Komik. Immerhin handelt es sich um eine Datenbank mit Daten-Lecks, die dann ihrerseits geleckt war.

Prima Datenleck-Übersicht von Keepnet Labs

Sehr sauber strukturiert soll die Elasticsearch-Datenbank aufgebaut gewesen sein, so Diachenko. Akribisch waren darin geleakte Daten aus bereits bekannten Datenbank-Leaks wie denen von Adobe, Tumblr, Linkedin, Twitter und anderen verzeichnet. Die katalogisierten Leaks sollen dabei bis zu sieben Jahre zurückreichen.

Unterlaufen war der Lapsus der britischen Sicherheitsfirma Keepnet Labs, die die Datenbank immerhin innerhalb von einer Stunde nach der Meldung durch Diachenko offline nahm.

Elasticsearch erweist sich erneut als unsicher

Elasticsearch-Datenbanken sind bekannt für ihre Leak-Anfälligkeit. Da sie keine eingebauten Sicherheitsfunktionen haben, können sie nur sicher hinter Firewalls und in passwortgeschützten Bereichen betrieben werden. Das hatte Keepnet Labs im vorliegenden Fall offenbar übersehen.

Panik unnötig: Neu waren die Daten allesamt nicht

Der Fairness halber muss erwähnt werden, dass sämtliche Leaks, die sich fein säuberlich aus der Datenbank lesen ließen, bereits zuvor öffentlich zugänglich gewesen waren. Der einzige Nutzen, den Cyberkriminelle nun aus der neuerlichen Veröffentlichung hätten, wäre der, dass sie eine aufgeräumte Gesamtkollektion zur Grundlage ihres Handelns machen könnten. Neuigkeitswert hatte allerdings keiner der Einträge.

Der Vorfall zeigt erneut, dass Elasticsearch-Server mit besonderer Vorsicht zu betreiben sind. Allerdings, wenn selbst eine Sicherheitsfirma das nicht schafft, wer dann?

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2 Kommentare
joschi
joschi

> Da sie keine eingebauten Sicherheitsfunktionen haben, können sie nur sicher hinter Firewalls und in passwortgeschützten Bereichen betrieben werden.
> Das hatte Keepnet Labs im vorliegenden Fall offenbar übersehen.

Sorry, aber das ist ausgemachter Blödsinn. Nur weil Keepnet Labs nicht fähig waren, die „nicht eingebauten Sicherheitsfunktionen“ zu nutzen, heißt das nicht, dass diese nicht existieren.

Davon mal abgesehen, dass man keinerlei interne Datenbanken ungeschützt am öffentlichen Internet betreiben sollte.

Viel Spaß beim Lesen:
* https://www.elastic.co/guide/en/elasticsearch/reference/7.x/secure-cluster.html
* https://www.elastic.co/blog/tips-to-secure-elasticsearch-clusters-for-free-with-encryption-users-and-more

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Dieter Petereit

Der Kommentar ist ein typisches Beispiel für das Behaupten einer nicht gezogenen Schlussfolgerung und als solches falsch. Ich habe nicht behauptet, dass Keepnet Labs über nicht vorhandene Sicherheitsfunktionen gestolpert ist, sondern dass sie offenbar den Sicherheitsaspekt außer Acht gelassen haben.

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