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Siemens-Befragung: Was Hersteller bei der digitalen Transformation blockiert

Für die Studie von Siemens wurden Experten aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Polen, Russland, Schweden, Spanien, der Türkei und den USA befragt. (Grafik: Shutterstock)

Siemens wollte wissen, wo Hersteller bei der Umstellung auf Industrie 4.0 die größten Hürden verorten. Zwei Punkte stechen besonders hervor.

Mit der international angelegten Studie „Praxisnahe Wege zur Industrie 4.0” hat sich Siemens Financial Services (SFS) viel vorgenommen. Man wollte „die zentralen Herausforderungen für Fertigungsunternehmen bei der Implementierung von Industrie 4.0 im internationalen Vergleich“ herausarbeiten.

Dazu hat man Vertreter der Fertigungsbranche und Fachleute aus dem Bereich Managementberatung befragt. Von den sechs zentralen Hindernissen, die in der Studie identifiziert werden, beurteilten die Vertreter der Fertigungsindustrie den Aufbau digitaler Kompetenzen sowie den Zugang zu angemessener Finanzierung als „die beiden wesentlichen Herausforderungen“.

Oft vermisst: Kooperationskultur

Die weiteren vier Herausforderungen seien Aufbau einer Kooperationskultur, Überwindung von Datenschutzbedenken, umfassender Zugang zu einer ausreichenden Zahl und Bandbreite an Fallbeispielen sowie „spezialisierte strategische Managementkapazitäten zur Entwicklung eines klaren, gestaffelten Plans für die Umsetzung von Industrie 4.0“.

Grundsätzlich, so heißt es, ermögliche die digitalisierte und automatisierte Industrie die Vernetzung von Menschen, Maschinen und Systemen. Für die Fertigung biete dies „eine Reihe von Vorteilen“, so etwa höhere Effizienz, vorbeugende Wartung für bessere Anlagenverfügbarkeit und eine engere Zusammenarbeit durch digitalen Datenverkehr.

Die Umsetzung eines Industrie-4.0-Modells dürfe jedoch nur schrittweise erfolgen und nicht „als umfassende und plötzliche Veränderung“, schreiben die Experten. Demzufolge lasse sich die Erstellung eines praxisnahen Plans für Industrie 4.0 nicht auf eine einzige, simple Formel reduzieren – und zwar schon deswegen nicht, weil sich das Umfeld der einzelnen Unternehmen unterscheide.

Dennoch stimmten die Befragten darin überein, dass eine „robuste Methodik” für die Entwicklung eines nachhaltigen Plans für Digitalisierung und Automatisierung unerlässlich sei. Die Konsensmethodik, die sich aus der Studie ergibt, umfasst laut Siemens sechs zentrale, miteinander verknüpfte Bereiche: Beurteilung von Hindernissen, Auswertung von Chancen, Bewertung der Effizienzgewinne, Einstellung und Ausbildung von Fachkräften, Entwicklung von digitalem Management und Integration der strategischen Finanzierung.

Finanzierung als wichtig erachtet

Nach Einschätzung der Befragten sollte die Finanzierung bei der Entwicklung eines nachhaltigen Plans für Industrie 4.0 frühzeitig berücksichtigt werden. Eine Betrachtung der Finanzierungsmöglichkeiten gleich zum Auftakt der Planentwicklung diene dazu, die Bandbreite an Optionen für Technologieinvestitionen, die im Rahmen der Strategieentwicklung für die Umsetzung von Industrie 4.0 zur Verfügung stehen, zu erweitern.

Eine solche frühzeitige Erwägung von Finanzierungsmöglichkeiten in den ersten Phasen der Strategie- und Planentwicklung verschaffe Fertigungsunternehmen mehr Optionen beim Erwerb digitaler Technologien der nächsten Generation, sagt Kai-Otto Landwehr, Leiter der Einheit Commercial Finance von Siemens Financial Services in Deutschland. Doch nur spezialisierte Finanzdienstleister würden sich mit der Technologie für Industrie 4.0 auskennen und demzufolge wissen, wie diese implementiert werde.

60 Experten befragt

Für die Studie sind Vertreter der Fertigungsbranche und Fachleute aus dem Bereich Management-Consulting im Oktober und November 2017 telefonisch befragt worden. Man hat sie gebeten, nach ihrer Bedeutung geordnet die wichtigsten Herausforderungen zu nennen, die sich ihnen bei Digitalisierung und Automatisierung in der Praxis stellen – und die Wechselbeziehungen zwischen diesen Herausforderungen anzugeben.

Außerdem seien sie gefragt worden, wie eine erfolgreiche Strategie aufgebaut werden könne, welche Kompetenzen erforderlich seien und wie sie finanziert werden könnten, um die beste Kapitalrendite zu erzielen, heißt es von Siemens. Die befragten Personen kamen aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Polen, Russland, Schweden, Spanien, der Türkei und den USA.

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