Glosse

Singles‘ Day, Black Friday: Kommt, lasst uns noch mehr Feiertage erfinden

Wir müssen dringend weitere Einkaufsfeiertage schaffen. (Foto: Shutterstock)

Uns fehlen noch exakt zwei Einkaufsfeiertage, dann würde die Handelsevolution endlich etwas zur Weltrettung beitragen. Erfinden wir sie schnell.

Die beiden „Feiertage“ Black Friday und Singles‘ Day etablieren sich anscheinend langsam auch in Deutschland. Sie werden jedes Jahr feierlich von der versammelten Gemeinde der Konsumenten begangen, die damit ihr Karma um ein Schnäppchen aufbessern wollen. Es gibt doch nichts Wohltuenderes für die Seele als ein verbilligter fettfreier Tischgrill. Es wird allerhöchste Zeit, dass die beiden Herbst-Feiertage endlich auch mit zwei Sommer-Feiertagen ergänzt werden. Mehr Karma, mehr Umsatz. Machen wir die Welt besser!

Auf zum Weltrekordversuch: Der komplette Jahresumsatz an vier Tagen

Mit insgesamt vier Einkaufsfeiertagen, zwei im Herbst, zwei im Sommer, würden sich die Quartalsumsätze des Jahres auf insgesamt vier Tage konzentrieren. Der Onlineumsatz der Weihnachtszeit ballt sich im Moment ja immer mehr um den Black Friday und den vorangehenden Singles‘ Day. Damit ist quasi die letzte Jahreshälfte abgedeckt.

Die nächste Jahreshälfte könnte dann mit zwei weiteren Feiertagen abgedeckt werden, die ebenfalls den kompletten Umsatz an sich ziehen. So würde sich nahezu der gesamte Jahresumsatz des Onlinehandels auf vier Tage konzentrieren.

Das würde völlig neue Perspektiven eröffnen!

Onlineshops schließen und nur noch an vier Tagen im Jahr öffnen

Mit vier zentralen Einkaufsfeiertagen den kompletten Jahresumsatz einzufahren, hätte seine Vorteile. Alle Onlineshops könnten eigentlich während des restlichen Jahres schließen. Händler müssten nur noch an den Kauffeiertagen arbeiten, das würde Strom und CO2 für den Betrieb der Infrastrukturen sparen. Es würde logistischen Aufwand sparen, weil alles auf einmal verschickt würde. Was wiederum auch der Umwelt helfen würde! Je länger man über das Konzept nachdenkt, desto logischer erscheint es einem.

Die Welt retten in vier Tagen

Es würde den Übergang in eine bessere Welt markieren, die Händler und ihre Mitarbeiter arbeiten hochgerechnet vielleicht noch ein bis zwei Wochen im Jahr. Den Rest der Zeit dürfen die Menschen aus der Branche mit der Suche nach dem Sinn des Lebens verbringen, die Blumen auf den Fensterbänken der Arbeitsämter neu arrangieren oder die freigesetzte Arbeitszeit irgendwie anders verbringen. Entspannt und völlig befreit vom Druck des Verdienstes.

Denn Margen spielen an solchen Feiertagen keine Rolle mehr. Damit der konzentrierte Umsatz untereinander verteilt wird, müssen sich alle Händler gegenseitig unterbieten, um Umsätze zu generieren, da erübrigt sich die Marge. Der sowieso unbeliebte Controller malt noch wehmütig ein letztes Mal ein Chart mit einer Deckungsbeitrag-2-Analyse auf die Pflastersteine und verabschiedet sich dann zusammen mit dem gewinnorientierten Kapitalismus in den Vorruhestand. Und der klassische Onlinehändler wird zum geliebten Kulturrelikt, der von der Denkmalschutzbehörde eine Arterhaltungsrente bekommt.

Einzig der passende Anlass für die neuen Feiertage fehlt noch. Aber ähnlich wie beim Black Friday, dem Tag des Börsenabsturzes, eines der dunkelsten Kapitel der modernen Wirtschaftsgeschichte, und dem Singles Day, an dem einsame Junggesellen (Singles) in Asien das Loch in ihrer Seele mit Konsum füllen dürfen, wird sich auch für die beiden neuen Feiertage ein passender Anlass finden. Karfreitag, der Tag an dem die antiken Römer dem Mythos nach den Sohn Gottes ermordet haben sollen, wäre doch ein guter Anfang.

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Ein Kommentar
Lukas R.
Lukas R.

Eigentlich müssen wir nur noch einen erfinden, da Amazon den Amazon-Day nach Deutschland bringen möchte. Das ist eigentlich mehr so eine Amazon-Woche, in der man bestellen kann, und dann wird alles angehäufte gebündelt am Freitag dieser Woche geliefert. Super Sache ;)

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