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Slack schießt gegen Microsoft – mit einer höhnischen Print-Anzeige à la Apple

(Foto: Steward Butterfield / Twitter)

Microsoft hat am Mittwoch die Slack-Konkurrenz Teams vorgestellt. Die Erfinder des Vorbilds antworten darauf mit einer Full-Page-Ad in der New York Times.

Slack zu Microsoft: „Wir sind begeistert, etwas Konkurrenz zu bekommen!“

Slack ist aufgeregt „etwas Konkurrenz zu haben.“ (Foto: Steward Butterfield / Twitter)
Slack ist aufgeregt, „etwas Konkurrenz zu haben.“ (Foto: Stewart Butterfield / Twitter)

Die Slack-Gründer greifen auf Marketing-Lehren des verstorbenen Steve Jobs zurück. Das Startup, das ein Kommunikation-Tool für den Arbeitsplatz anbietet, hat eine ganzseitige Anzeige in der New York Times gebucht. Darin richtet sich das Unternehmen höhnisch an die Entwickler der am Mittwoch veröffentlichtender Apple-Gründer es damals gegenüber IBM tat. So erinnert die gewählte Schriftart stark an die Apple-Anzeige, in der der US-Computerkonzern gegen IBM schoss, nachdem der damalige Weltmarktführer für Großrechner seinen ersten PC vorgestellt hatte.

Teams enthält Elemente wie Chats, Newsfeeds und Gruppen für den Unternehmensalltag und wird fester Bestandteil des Office-365-Pakets. Enthalten sind darin auch Video-Telefonate per Skype sowie ein Zugriff auf Word, Excel, Powerpoint und One-Note. Für den mobilen Einsatz sind entsprechende Apps für Apples iOS, Googles Android und Windows Phone verfügbar, teilte Microsoft in New York mit.

„Diese Gefühl, wenn man denkt, dass man eine Full-Page-Ad in der Times kaufen sollte, um einen offenen Brief zu veröffentlichen – und es dann wirklich tut.“

Damit gehen die Redmonder auf direkten Konfrontationskurs mit Slack. So erklärt sich auch die gigantische Werbung in einer der wohl renommiertesten Zeitung der Welt. „Diese Gefühl, wenn man denkt, dass man eine Full-Page-Ad in der Times kaufen sollte, um einen Offenen Brief zu veröffentlichen – und es dann wirklich tut“, kommentierte Stewart Butterfield, einer der Gründer von Slack, die Anzeige auf Twitter.

In der Full-Page-Ad teilt Slack kräftig gegen die Mitbewerber aus. So heißt es unter anderem, dass Slack zwar begeistert sei, „etwas Konkurrenz zu bekommen“ – Microsoft könne aber nicht etwas schaffen, das Nutzer wirklich lieben, indem sie lediglich etwas herstellen, das „genauso so ist“ wie Slack. Die Ausführungen seien nur ein „freundlicher Ratschlag“, schreibt das 2013 gegründete Unternehmen in Richtung des Software-Giganten.

Der komplette Wortlaut der englischsprachigen Anzeige:

Dear Microsoft, Wow. Big news! Congratulations on today's announcements. We're genuinely excited to have some competition.

We realized a few years ago that the value of switching to Slack was so obvious and the advantages so overwhelming that every business would be using Slack, or "something just like it," within the decade. It's validating to see you've come around to the same way of thinking. And even though?—?being honest here?—?it's a little scary, we know it will bring a better future forward faster. However, all this is harder than it looks. So, as you set out to build "something just like it," we want to give you some friendly advice.

First, and most importantly, it's not the features that matter. You're not going to create something people really love by making a big list of Slack's features and simply checking those boxes. The revolution that has led to millions of people flocking to Slack has been, and continues to be, driven by something much deeper. Building a product that allows for significant improvements in how people communicate requires a degree of thoughtfulness and craftsmanship that is not common in the development of enterprise software. How far you go in helping companies truly transform to take advantage of this shift in working is even more important than the individual software features you are duplicating.

Communication is hard, yet it is the most fundamental thing we do as human beings. We've spent tens of thousands of hours talking to customers and adapting Slack to find the grooves that match all those human quirks. The internal transparency and sense of shared purpose that Slack-using teams discover is not an accident. Tiny details make big differences.

Second, an open platform is essential. Communication is just one part of what humans do on the job. The modern knowledge worker relies on dozens of different products for their daily work, and that number is constantly expanding. These critical business processes and workflows demand the best tools, regardless of vendor.

That's why we work so hard to find elegant and creative ways to weave third-party software workflows right into Slack. And that's why there are 750 apps in the Slack App Directory for everything from marketing automation, customer support, and analytics, to project management, CRM, and developer tools. Together with the thousands of applications developed by customers, more than six million apps have been installed on Slack teams so far.

We are deeply committed to making our customers' experience of their existing tools even better, no matter who makes them. We know that playing nice with others isn't exactly your MO, but if you can't offer people an open platform that brings everything together into one place and makes their lives dramatically simpler, it's just not going to work.

Third, you've got to do this with love. You'll need to take a radically different approach to supporting and partnering with customers to help them adjust to new and better ways of working.

When we push a same-day fix in response to a customer's tweet, agonize over the best way to slip some humor into release notes, run design sprints with other software vendors to ensure our products work together seamlessly, or achieve a 100-minute average turnaround time for a thoughtful, human response to each support inquiry, that's not "going above and beyond." It's not "us being clever." That's how we do. That's who we are.

We love our work, and when we say our mission is to make people's working lives simpler, more pleasant, and more productive, we're not simply mouthing the words. If you want customers to switch to your product, you're going to have to match our commitment to their success and take the same amount of delight in their happiness.

One final point: Slack is here to stay. We are where work happens for millions of people around the world.

You can see Slack at work in nearly every newsroom and every technology company across the country. Slack powers the businesses of architects and filmmakers and construction material manufacturers and lawyers and creative agencies and research labs. It's the only tool preferred by both late night comedy writers and risk & compliance officers. It is in some of the world's largest enterprises as well as tens of thousands of businesses on the main streets of towns and cities all over the planet. And we're just getting started.

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5 Reaktionen
Andre

Slack hat Power! Und Mut obendrein! Der Titel "Slack schießt gegen Microsoft" fasst den Brief geschickt zusammen - damit hat die Marketingaktion schon gewirkt. Aufmerksamkeit ist da, damit viele Leser - letztlich wird der Anwender abwägen, welche Integration er wählt. Microsoft wird sicherlich Fuß fassen, und wird auf Dauer nicht umherkommen, Schnittstellen für weitere Dritt- und Nachbarsysteme anzubieten. Microsoft muss allerdings Gas geben, Innovation zeigen und seine Position stärken. Welches Produkt auch immer - die Stabilität, die Qualität, die Aktualität und die Innovationskraft des Herstellers werden diesen Markt am Leben halten.

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Just4all

Niedlich und typisch amerikanisch.
Gut, dann ist die MS Teams Lösung halt ein großer, lieblbloser Schei...
Wenn es nichts taugt, wurde keiner nutzen. Ansonsten mag es auch so sein, dass es jemanden nutzt oder sich auch eine MS Umgebung gut integriert.
Kann jeder für sich selbst entscheiden oder eben aus Überzeugung lebenslang Slack nutzen.
Kommuniziert so viel ihr wollt und über welches System ihr wollt. Im kommenden Jahr gibt es eh wieder eine viel bessere Lösung.

Mir ist es egal. Ich brauche glücklicherweise beides nicht und kann selbst entscheiden wie, wie lange und mit wem ich wann über welches System kommunizieren möchte.
Vielen Dank an meinen Chef für diese Freiheit.

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-.-

...slack hätte eigentlich nur die datenschutzkeule schwingen müssen...

"Ihnen ist bekannt, dass Microsoft ihre Daten missbraucht?"

was mit W10 und dem "Zwang" ja selbst von M$ (unabsichtlich?) geschaffen wurde...

Antworten
Peter

Datenschutz interessiert Slack (als US-Firma) genauso viel wie Microsoft.
Mit Datenschutz verdient man halt kein Geld und für Investoren ist Datenschutz auch nicht gerade sexy.

Björn

> Wenn es nichts taugt, wurde keiner nutzen. Ansonsten mag es auch so sein, dass es jemanden nutzt oder sich auch eine MS Umgebung gut integriert.

Das ist eben genau nicht der Fall, wenn es um große Marken geht. Entscheider sind (leider) in den meisten Fällen nicht in der Lage, eine einfache ABC-Analyse zu fahren, um zu sehen, ob ein Tool / ein Prozess / ein Feature lohnenswert ist, weil sie nicht wissen, nach welchen Variablen die Systeme bewertet werden sollen.
Das hat damit zu tun, dass sich viele Entscheider (ich betitel diese Personen Mal als x-Manager) sich über den Prozessen bewegen oder von einer noch höheren Instanz einfach Überstimmt werden.

Da sich dieses System anscheinend in Office365 integrieren wird, wird Microsoft garantierte Verkaufszahlen besitzen, da x-Manager, ohne sich detailliert mit dem Produkt auseinanderzusetzen, denken: "Das ist ja in Office drin, deshalb wird das schon okay sein".

Am Ende des Tages wird Microsoft ohne großen Aufwand einen marktanteil abzwacken. Ob es danach so weitergeht ist das einzige, was abhängig von der Qualität des Produktes ist.

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