Analyse

Smartphone-Verkaufszahlen erstmals rückläufig: Das sind die Gründe

(Foto: Shutterstock)

Erstmals seit Einführung der Geräteklasse sinken die Verkaufszahlen von Smartphones. Wir werfen einen Blick auf die zwei wichtigsten Ursachen.

Seit dreizehn Jahren ermitteln die Marktforscher von Gartner die Verkaufszahlen im Smartphone-Segment. In dieser Zeit ging es kontinuierlich nach oben. Ein Trend, der vorläufig gestoppt zu sein scheint: Im vierten Quartal 2017 gingen die Smartphone-Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erstmals zurück. Insgesamt wurden 408 Millionen Smartphones verkauft, was einem Rückgang von 5,6 Prozent entspricht.

Dafür gibt es vor allem zwei Gründe. Im Gegensatz zur Anfangszeit der Smartphone-Ära bieten neue Produktgenerationen immer weniger merkliche Vorteile im Vergleich zu den Vorjahresmodellen. Da die Produktklasse mittlerweile diesen hohen Reifegrad erreicht hat, werden Smartphones zunehmend länger genutzt als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Dadurch entfallen wiederum viele Neukäufe.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit Smartphone-Innovationen wie der verstärkte Einsatz von Augmented Reality oder dedizierte KI-Chips die Nachfrage wieder anstiegen lassen können. Geringfügig bessere Hauptprozessoren und Kameras reichen vielen Kunden als Argument für ein Update offenbar nicht mehr aus, zumal ein Performance-Gewinn den meisten Nutzern kaum noch auffallen dürfte.

Menschen in Entwicklungsländern kaufen lieber gute Feature-Phones als schlechte Smartphones

Der zweite Grund für den Rückgang der Smartphone-Verkäufe betrifft vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer: Dort stiegen 2017 die Verkaufszahlen von Feature-Phones zulasten des Smartphone-Marktes. Laut IDC stieg der weltweite Anteil der Feature-Phones 2017 von 55,4 Prozent im Vorjahr auf 61 Prozent. Diese Produktkategorie legt vor allem in einigen Regionen Afrikas zu – und zwar dort, wo die Mobilfunknetze nicht übermäßig gut ausgebaut sind.

Während Nutzer in afrikanischen Ländern wie Südafrika oder Nigeria, die über eine gute Netz-Infrastruktur verfügen, zunehmend zum Smartphone greifen, steigen die Verkaufszahlen von Feature-Phones in infrastrukturell schwächeren Nationen wie Äthiopien oder dem Kongo. Laut Gartner-Analyst Anshul Gupta liegt das Interesse an Feature-Phones aber auch an der mangelnden Qualität der Smartphones aus dem unteren Preissegment. Kunden kaufen demnach lieber ein gutes Feature-Phone als ein schlechtes Smartphone, dessen Nutzung aufgrund der geringen Performance sowieso kaum Freude bereitet.

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