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Interview

„Ich habe auf keiner Plattform so intensives Feedback bekommen wie in dieser App“

Eva Schulz über das Potential von Snapchat. (Foto: Eva Schulz)

Snapchat-Reporterin Eva Schulz sprach auf der Republica 2017 über 9½ Do's und Don'ts fürs Storytelling in der Social-App. Wir trafen sie da und hakten nach.

Die 26-jährige Eva Schulz ist Reporterin bei Hochkant, dem Snapchat-News-Kanal von Funk und RBB. Sie experimentiert besonders gern mit Social-Media-Apps herum und probiert aus, wie Storyteller auf Snapchat, Twitter, Instagram und Co. ihre Geschichten erzählen und junge Zielgruppen erreichen können. Derzeit entwickelt sie außerdem Deutschland3000, eine neue politische Facebook-Show zur Bundestagswahl, die in wenigen Wochen starten soll. Wir trafen die Journalistin auf der diesjährigen Republica und sprachen mit ihr über ihre Snapchat-Erfahrungen.

„Noch ist Snapchat nicht vorbei!“

Eva Schulz ist Snapchat-Reporterin bei Hochkant. (Foto: t3n.de / Dunnnk)

t3n.de: Die wichtigste Frage gleich mal zu Beginn, da sie vor allem für Social-Media-Verantwortliche mit kleinen Budgets enorm wichtig ist: Ist Snapchat, jetzt wo Instagram, Whatsapp und Facebook ebenfalls Story-Funktionen haben, nicht vorbei?

Eva Schulz: Nein, ich glaube, noch ist Snapchat nicht vorbei – auch wenn die Aktienkurse gerade danach aussehen mögen. Die Entscheidung für oder gegen einen der verschiedenen Stories-Kanäle hängt von Zielgruppe, Inhalt und Kommunikationsziel ab. Wir beobachten, dass Ü20-Jährige zu Instagram tendieren. Teenager indessen nutzen Snapchat weiterhin intensiv, weil es für sie andere Funktionen erfüllt als Instagram: Snapchat ist die private, verspielte Messenging-App, in der man vor allem seine Freunde sieht und spricht. Instagram wird als viel öffentlicher und weniger authentisch wahrgenommen und deshalb für andere Zwecke genutzt.

Deshalb hängt es auch vom Inhalt ab: Je persönlicher, desto Snapchat. Und dann die Frage nach dem Ziel: Wem es um hohe Reichweite geht, der sollte Instagram-Stories nutzen. Wer hingegen hohes Engagement und intensiven Austausch sucht, sollte auf Snapchat starten. Ich habe bisher auf keiner Plattform so intensives und konstruktives Feedback bekommen wie in dieser App.

t3n.de: Auf Hochkant experimentiert ihr tagtäglich mit Snapchat und habt sicher einiges an Erfahrungen gesammelt. Wie aktiviert und bindet man junge Zielgruppen in der Social App?

Durch eine sehr persönliche Ansprache. Bei uns gibt es eine kleine Gruppe wiederkehrender Gesichter, die auch mal Persönliches preisgeben und unseren jungen Followern auf Augenhöhe begegnen. Wir lesen und beantworten jeden Snap, den wir bekommen. Das erwarten unsere Fans zum Teil gar nicht und freuen sich dann umso mehr. Und uns gewährt dieser Austausch wertvolle Einblicke in die Lebens- und Gedankenwelt unserer Zielgruppe.

Außerdem funktionieren „Call to Action“ grundsätzlich wunderbar! Deshalb versuchen wir bei jeder Story eine Frage oder einen Aufruf einzubauen. Manchmal hängen wir Screenshots der Antworten noch an die Stories dran – unsere Follower empfinden das als Auszeichnung.

t3n.de: Gibt es etwas – sei es ein Format, ein Inhalt oder eine Ansprache – das quasi immer funktioniert? Und andersherum: Was funktionierte bislang eher weniger?

Alles, was inhaltlich oder visuell eintönig ist, lässt User „abschalten“. Also zum Beispiel zu viele Selfie-Snaps hintereinander oder generell zu viel Gelaber. Um schnell auf den Punkt zu kommen, helfen Listicles oder Formate wie „Liebe oder Scheiße“, bei dem mein Kollege Flo die wichtigsten Nachrichten der Woche in jeweils einem Snap zusammenfasst und dann in die jeweilige Kategorien einordnet. Für informationslastige Stories wie unsere gilt auf jeden Fall: Je kürzer, desto besser – desto mehr Vorbereitung ist aber auch nötig.

Auch auf der rp17 wurde heftig mit Snapchat herumgespielt. (Foto: Republica)

t3n.de: Wie plant und organisiert ihr eure Snapchat-Geschichten?

Bevor ich lossnappe, lege ich mir ein Doc an, in dem ich meine Recherche ordne. Darin ist meistens eine Reihe von Stichworten enthalten. Ich versuche, je einen Gedanken, einen Aspekt, ein Argument pro Snap zu verpacken. Sobald die inhaltliche Planung steht, geht es an die visuelle Vorbereitung. Snapchat bietet unzählige tolle Gestaltungselemente – die sollte man ausnutzen! Insofern gehe ich mein Doc durch und überlege: Wo kann ich einen Filter, einen Face Swap, Sticker oder Animationen nutzen? Wie setze ich Text und Kritzeleien ein? Wo brauche ich Video, wo ein Foto oder grafischen Chart? All diese Dinge machen eine Story buchstäblich bunter.

t3n.de: Und kannst du Tools und Equipment zur Planung beziehungsweise Umsetzung empfehlen?

Das Tolle an Snapchat als Storytelling-Tool ist ja gerade, dass man gar keine zusätzlichen Tools braucht. Das einzige Equipment, das ich immer dabei habe, ist ein Eingabestift fürs Smartphone, um Snaps besser beschriften und bekritzeln zu können, und dann natürlich: Akkupack,Akkupack und nochmals Akkupack!

t3n.de: Welche Snapchat-Accounts würdest du als Best-Case weiterempfehlen? Wer versteht junge Zielgruppen deiner Meinung nach quasi am besten und snapt besonders vorbildlich?

Meine Kollegin Dani Woytewicz macht gerade immer wieder richtig coole Snapchat-Stories und Aktionen auf öffentlich-rechtlichen Kanälen, zum Beispiel das Projekt #ersteWahl zur Landtagswahl in NRW.

t3n.de: Danke dir für dein Zeit!

Gerne!

Übrigens, hier könnt ihr auch Eva Schulz auf Twitter folgen. Und in diesem t3n-Interview spricht Marketing-Profi Gary Vaynerchuk über die Vorzüge von Snapchat, die Zukunft von Facebook und verrät, was für ein Netzwerk er selbst gerne bauen würde. Lies auch: „Keiner hat Snapchat bisher so richtig verstanden“

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