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Snapdragon Ride: Qualcomm greift Nvidia mit eigener Plattform für autonomes Fahren an

Qualcomms Snapdragon Ride ermöglicht autonomes Fahren. (Foto: Qualcomm)

Mit einer eigens entwickelten Plattform für autonomes Fahren auf der Basis des SoC Snapdragon Ride Safety will Qualcomm im Mobilitätsmarkt der Zukunft mitmischen.

Qualcomm nutzt die Consumer Electronics Show im US-amerikanischen Las Vegas für eine Ankündigung der besonderen Art. Auch der Chiphersteller will sich künftig einen Anteil am Zukunftsmarkt des autonomen Fahrens sichern. Dabei soll die Snapdragon-Ride-Plattform ein Problem beheben, von dem wir heute noch gar nichts merken. Es geht um das Problem der steigenden Abwärme immer leistungsfähiger werdender Steuergeräte in Kraftfahrzeugen.

Snapdragon Ride: Qualcomm löst zukünftiges Problem

Die Herausforderung besteht darin, entweder Flüssigkühlungen oder andere effiziente Kühleinrichtungen zu schaffen oder die Leistungsaufnahme der Steuergeräte so zu begrenzen, dass eine Abwärmeproblematik erst gar nicht auftreten kann. Eben diesen Weg will Qualcomm mit seiner Snapdragon-Ride-Plattform gehen.

Qualcomms Plattform für autonomes Fahren basiert auf der neuen Prozessorfamilie Snapdragon Ride Safety, die wie gehabt als System-on-a-Chip ausgeführt ist. Ergänzt wird sie um einen Beschleuniger, den Snapdragon Ride Safety Accelerator und ein Softwarepaket für autonomes Fahren, das Qualcomm den Snapdragon Ride Autonomous Stack nennt.

Skalierbar und modular bei maximal 130 Watt Verlustleistung

Um unterschiedliche Leistungsanforderungen bis hinauf zum vollautonomen Fahren unterstützen zu können, ist die Ride-Plattform skalierbar und modular aufgebaut. So soll jeder Leistungsbedarf über eine Kombination aus Multi-Core-CPU, AI- und Bilderkennungs-Engines, einer Grafikeinheit und den entsprechenden Beschleunigern darstellbar sein.

Von 30 Tera-Operationen pro Sekunde (Tops) bis hin zu 700 Tops soll die Snapdragon-Ride-Plattform bedarfsgerecht leisten. Das können zwar auch andere Anbieter gewährleisten, dabei aber nicht die geringe Leistungsaufnahme der Ride-Lösung bieten.

Qualcomm verspricht nämlich eine Leistungsaufnahme von lediglich 130 Watt selbst bei den Hochleistungs-Systemen. Damit würde eine Luftkühlung reichen. Bislang gehen Entwickler davon aus, dass die steigenden Anforderungen an die Rechenleistung in der Zukunft zu Verlustleistungen von 250 bis 800 Watt führen könnten. Damit käme die Industrie nicht um neue Kühlungskonzepte herum.

Wärme ist auch ein Sicherheitsproblem

Dabei gilt eine hohe Verlustleistung nicht nur als Wärmeproblem. Vielmehr werden Systeme dadurch auch unzuverlässiger, was gerade beim autonomen Fahren keine Option sein kann. Qualcomms Ansatz hat von daher zusätzlich einen nicht unbeachtlichen Sicherheitsvorteil. Zudem verspricht der Hersteller die Einhaltung der Kriterien der höchsten Ausfallsicherheitsstufe ASIL D, was eine redundante Ausführung der Systemarchitektur nahelegt.

Schon im ersten Halbjahr 2020 will Qualcomm seine Plattform der Autoindustrie zur Verfügung stellen. Ab 2023 könnten entsprechend ausgestattete Fahrzeuge marktreif sein. Interessant für Autohersteller dürfte sein, dass Qualcomms Software-Stack optional ist und durch eigene Lösungen ersetzt werden kann.

Klarer Wettbewerb zu Nvidias Drive AGX Orin

Mit seiner neuen Plattform positioniert sich Qualcomm als Wettbewerber zu Nvidia, die mit ihren Technologien schon seit Jahren fester Bestandteil des Stacks bei nahezu allen Entwicklern autonomer Fahrzeuge sind. Erst letzten Monat hatte das Unternehmen die nächste Generation seiner Orin-Plattform vorgestellt. Der neue Drive AGX Orin soll ebenso wie die Qualcomm-Lösung nur noch 130 Watt brauchen, dabei aber lediglich 400 Tops leisten, während Qualcomm 700 Tops bei gleicher Leistungsaufnahme in Aussicht stellt.

Passend dazu: Autonomes Fahren: Nvidia stellt Orin-Chip mit 17 Milliarden Transistoren vor

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