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Porträt

So arbeitet Katharina Borchert: „Ich mache, was erfolgreiche Menschen nicht tun“

Katharina Borchert zählt zu Deutschlands wichtigsten digitalen Vordenkerinnen. (Foto: Mozilla Blog)

Das t3n Pioneers Network macht Deutschlands digitale Köpfe sichtbar, zeigt, wofür sie stehen und wie sie arbeiten. Mit dabei ist auch Katharina Borchert.

Besonders erfolgreiche Menschen, so heißt es oft, stehen noch vor Sonnenaufgang auf. Sie beginnen ihren Tag dann mit Yoga oder laufen eine Runde durch den Park. Manche lesen Bücher. Oder nehmen sich Zeit für ein gesundes und ausgewogenes Frühstück. In jedem Fall sind sie bedacht auf sich und tun das, was zumeist salopp unter Selbstoptimierung verbucht wird. Diese Sorte Mensch ist Katharina Borchert, Chief Innovation Officer bei Mozilla, zwar nicht fremd. Dennoch sagt sie von sich selbst, dass sie in diese Kategorie so gar nicht hineinpasse. Im t3n Pioneers Network verrät sie sogar: „Ich mache all die Sachen, die man laut den fünf bis zehn Dingen, die erfolgreiche Menschen am Morgen machen, eben nicht tun sollte.“ Dazu zählt, dass sie ihre E-Mails bereits unter der Bettdecke liest, im Anschluss eifrig Twitter checkt und über die neuesten Entgleisungen von Trump im Frühstücksfernsehen staunt.

So arbeitet Katharina Borchert: Statt To-dos zu priorisieren, geht’s direkt ins Meeting

Katharina Borchert ist Nutzerin der ersten Stunde im t3n Pioneers Network. (Screenshot: t3n.de)

Die Ex-Chefredakteurin der WAZ digital und ehemalige Geschäftsführerin von Spiegel Online lebt heute in San Francisco und ist verantwortlich für die zukünftige Ausrichtung der Mozilla-Produkte. Ihr Arbeitstag beginnt in der Regel um 7:30 Uhr. Während andere in Ruhe ihre To-do-Liste pflegen, geht es für die 45-Jährige direkt ins Meeting. Da viele ihrer Kollegen in Europa sitzen, sind das nicht selten Video-Calls. „Zum Glück fällt es mir nicht schwer, eine persönliche Verbindung aufzubauen und produktive Meetings via Video zu haben“, verrät Borchert weiter. Wer schon einmal über Zeitzonen hinweg mittels digitaler Kommunikations-Tools gearbeitet hat, weiß, dass so eine Arbeitsweise gewisse Herausforderungen mit sich bringt. Ruckelnde Leitungen zerren an den Nerven. Genauso schlimm ist jedoch, wenn man das Gefühl hat, eine engere Beziehung zu Siri zu haben als zu den Kollegen in Übersee.

„Wir alle brauchen das Open Web als Plattform für Innovation, Entrepreneurship und Kommunikation.“

Der Typ für Technologie-Pessimismus ist Katharina Borchert dementsprechend auch nicht. Sie glaubt an die Segnungen des Internets. „Wir alle brauchen das Open Web als Plattform für Innovation, Entrepreneurship und Kommunikation“, erklärt sie und sieht in der Erhaltung des offenen Netzes ihr großes berufliches Ziel. Warum das Thema so wichtig ist, hat sie bereits in ihrem früheren Leben als Journalistin verstanden. „Wir brauchen unabhängigen, kritischen Journalismus und gerade der Journalismus braucht das offene Web. Er kann in Silos, die von großen Unternehmen oder staatlichen Organen kontrolliert werden, nicht überleben.“ Ihr Wechsel von Spiegel Online zu Mozilla ergibt somit einen Sinn, der für viele Beobachter vielleicht nicht unbedingt gleich zu erkennen ist. „Ich hoffe so, meinen Teil dazu beizutragen, das Web als Plattform für uns alle zu erhalten und auszubauen“, gibt Katharina Borchert zu verstehen.

Sowohl im Mediengeschäft als auch in der Technologie-Welt hat die gebürtige Wattenscheiderin sich in Branchen begeben, die hinlänglich als Männerdomänen gelten. Jedoch nicht nur das, sie hat sich auch durchgesetzt. Diesen Erfolg möchte sie – im Rahmen ihres zweiten großen Zieles – mit anderen Menschen teilen. „Ich möchte Frauen zeigen, dass man als Frau auch in einer männerdominierten Industrie erfolgreich sein kann, ohne sich dafür komplett zu verbiegen“, verrät die Wahl-Kalifornierin. Sie hält es dabei wie Marian Wright Edelmann, die Gründerin des Children Defense Fund, die mal sagte: „You can be what you see!“. Borchert hat es sich zur Aufgabe gemacht, so zu inspirieren, wie es das Vorstellungsvermögen junger Frauen am besten beflügelt – nämlich als sichtbares Vorbild. Nicht zuletzt für ihr breites Engagement und ihren Tatendrang zählen die Digitale Gesellschaft des BMBF und die Gesellschaft für Informatik sie zu Deutschlands digitalen Köpfen.

Mehr über Katharina Borchert im t3n Pioneers Network

Wer mehr über Katharina Borchert erfahren möchte, findet auf ihrem Profil im t3n Pioneers Network (anmeldepflichtig) etliche weitere, spannende Informationen. So verrät sie unter anderem, welche Podcasts und Bücher sie anderen digitalen Pionieren ans Herz legt. Das t3n Pioneers Network ist am 25. Mai in der Betaphase gestartet. Neben der Mozilla-Managerin haben sich bereits viele weitere spannende digitale Köpfe der deutschen Wirtschaft angemeldet. Mit dabei sind unter anderem auch Michael Trautmann (Gründer Thjnk), Tijen Onaran (Gründerin Global Digital Women), Isa Sonnenfeld (Google News Lab) und Frank Thelen (Gründer Freigeist Capital). Das Pioneers Network ist jedoch kein geschlossener Club, sondern offen für jeden. Auch du bist herzlich eingeladen, Teil dieser neuen Bewegung zu werden.

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Eine Reaktion
Hans Meser

Erfolgreiche Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu ihren "Mitbewerbern" etwas schneller oder besser tun, als diese.
Sollten Regeln keine Rolle spielen, dann halt besser bescheißen.

Wer also tut, was alle tun - und wer es genauso effizient tut wie es alle tun - der ist so erfolgreich wie alle anderen auch. D.h., er ist Standard und eben nicht erfolgreich.

Da wir von Menschen in Menschenführungs-Position reden und nicht vom Handwerker, der ein vorgegebenes Ziel in "vorgegebener Zeit" erreichen soll, ist elementar herauszufinden, wie ich als Führungskraft mit meinem Unterstellten so umgehen kann, dass sie ihre Fragen beantwortet, ich meine Aufgaben erledigt und die Organisation ihren Mehrwert erhält.

Und Frau Borchert hat wahlweise ein Gespür für die "wichtigen" Dinge (hinsichtlich wann macht sie was) oder ihre Mitarbeiter/ Unterstellten so auf einer Wellenlänge, dass das gesteckte Ziel ohne besagte "to-do-listen" erreicht wird. Kann ja gut sein, dass ihre Unterstellten mit to-do-listen das Pensum abarbeiten, dass sie im Meeting mit Frau Borchert mitgenommen haben.

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