News

So gut wie ein Arzt: Diese KI erkennt Augenkrankheiten

KI soll bei der Identifikation von Augenkrankheiten helfen. (Foto: University College London)

Eine KI der Google-Schwester Deepmind soll mehr als 50 Augenkrankheiten genauso gut wie ein Arzt erkennen können. Der Einsatz solcher Systeme wirft jedoch auch Fragen auf.

Forscher der britischen Augenklinik Moorfields Eye Hospital, des University College London und der Alphabet-Tochter Deepmind haben ein auf Deep Learning basierendes System entwickelt, das selbstständig mehr als 50 Augenkrankheiten auf 3D-Scans erkennen kann. Laut den Wissenschaftlern liegt die Erkennungsrate bei über 94 Prozent und damit im selben Bereich, wie eine Auswertung durch einen Facharzt. Nachdem eine erste Studie im Fachmagazin Nature Medicine publiziert wurde, soll jetzt eine klinische Versuchsreihe folgen.

Sollte sich die KI auch in klinischen Tests bewähren, könnte sie zu einer echten Arbeitserleichterung führen. Denn, so der Augenarzt Dr. Pearse Keane vom Moorfields Eye Hospital: „Die Anzahl der Augenscans, die wir durchführen, wächst in einem höheren Maße als menschliche Experten sie interpretieren können“. Doch gerade im medizinischen Bereich gibt es durchaus Vorbehalte dagegen, dass KI-Systeme Entscheidungen treffen, die sich auf die Gesundheit eines Patienten auswirken. Und dabei handelt es sich nicht bloß um einen Ausdruck von Technikfeindlichkeit.

Gerade Deep-Learning-Mechanismen liefern häufig gute Ergebnisse. Sprich: Mit ausreichendem Training können sie die Dinge erkennen, die sie erkennen sollen. Gleichzeitig bleiben sie uns jedoch eine Erklärung schuldig, wie sie auf das Ergebnis gekommen sind. Das mag bei einer KI-Lösung zur automatischen Sortierung von Urlaubsfotos noch egal sein, wenn jedoch Menschenleben davon abhängen, wünschen sich viele Experten dann doch eine bessere Erklärung als: Die Blackbox hat es halt so entschieden. Daher fordern beispielsweise die leitende Microsoft-Research-Forscherin Kate Crawford und andere Experten, dass in wichtigen Bereichen wie der Medizin nur KI-Systeme zum Einsatz kommen, deren Entscheidungsfindungsprozesse nachvollziehbar überprüft werden können.

Deepmind: Augen-KI soll keine Ärzte ersetzen

Auf absehbare Zeit soll die KI zur Erkennung von Augenkrankheiten nicht darüber entscheiden dürfen, welche Behandlung einem Patienten zukommt. Allerdings soll die Software dafür genutzt werden, um festzulegen, welche Patienten am dringendsten Hilfe benötigen. Anschließend entscheiden dann aber echte Ärzte über den jeweiligen Fall. Dafür muss die Technologie sich allerdings erst in klinischen Studien bewähren. Dabei wird dann auch genau untersucht, welchen Einfluss die Software auf die Patientenpflege hat.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.