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So viel Geld geben Politiker für Facebook-Werbung aus

Die neue Datenbank soll für mehr Transparenz sorgen. (Foto: dpa)

Mit einer neuen Datenbank macht Facebook öffentlich, welche Politiker wie viel für Werbung auf Facebook ausgeben. Trump ist nur auf Platz zwei.

Wie wichtig Wahlkampf in sozialen Netzwerken ist, wissen wir spätestens, seit die Amerikaner im Jahr 2016 Donald Trump gewählt haben. Damals wurde Facebook Wählermanipulation vorgeworfen. Darauf reagiert Facebook jetzt mit einer neuen Datenbank.

Jeder kann dort nachlesen, wer wie viel für politische Werbung ausgibt und bei wem diese Werbung ankommt. Bisher ist die Datenbank allerdings auf Großbritannien, Amerika und Brasilien beschränkt.

Demokrat aus Texas hat am meisten ausgegeben

Das meiste Geld steckt hinter einer Kampagne für einen Politiker aus Texas: Die Organisation Beto for Texas hat 5,4 Millionen US-Dollar ausgegeben, um per Facebook für den Demokraten Beto O’Rourke zu mobilisieren – und damit gegen den Republikaner Ted Cruz. Direkt dahinter: Donald Trump mit 3,1 Millionen Dollar für seine Kampagne „Make America Great Again“. Dabei ist interessant: Während Trump über 50.000 Anzeigen veröffentlicht hat, sind es bei Beto for Texas erst gut 6.000 Anzeigen.

1,7 Millionen politische Anzeigen in fünf Monaten auf Facebook und Instagram. (Grafik: Facebook/ Screenshot: t3n.de)

1,7 Millionen politische Anzeigen in den letzten 5 Monaten

Die Datenbank ist seit Dienstag online. Sie enthält alle Anzeigen seit Beginn des Jahres – wöchentlich will Facebook in einem Bericht die Daten zusammenfassen. Im aktuellen Bericht heißt es, in den letzten fünf Monaten hätten Politiker insgesamt 256 Millionen Dollar für Anzeigen auf Facebook und Instagram ausgegeben – für knapp 1,7 Millionen Werbeanzeigen. Erfasst werden alle Anzeigen, die von politischen Organisationen geschaltet werden, oder deren Thema von nationalem Interesse ist.

In wessen Timelines diese Anzeigen gelandet sind, lässt sich mit der Datenbank auch herausfinden: Zu jeder Werbeanzeige gibt es die Info, wie viele Nutzer sie schon gesehen haben, wie viel sie gekostet hat und wer dahintersteckt. Über die Zielgruppe erfährt man Alter, Geschlecht und Region.

Facebook erhofft sich dadurch mehr Vertrauen. Auch wenn die Datenbank sicherlich für mehr Transparenz sorgt – an der Existenz der Werbeanzeigen und an ihrem Einfluss auf die User wird sich wohl dadurch nichts ändern.

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