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Kolumne

Warum die USA künftig die Social-Media-Profile von Einreisenden abfragen will

Dass die US-Amerikaner künftig eure Social-Media-Profile abfragen wollen, hat in dieser Woche für Diskussionen im Netz gesorgt. Doch im Grunde ist das alter Wein in neuen Schläuchen. Ein Versuch einer Einordnung.

Wer schon einmal in die USA eingereist ist, kennt die absurden Fragen im Einreiseformular: „Waren Sie je an einem Genozid beteiligt?“, oder „haben Sie vor, eine kriminelle Aktivität auszuüben?“. Es sind Fragen, die in der Regel jeder mit „nein“ beantwortet, bei denen sich aber jeder Antragsteller fragt, ob die Amis noch ganz richtig ticken. Als ob das jemand mit „ja“ beantworten würde, der ernsthaft vor hat, in die Vereinigten Staaten einzureisen.

Social-Media-Profile von Einreisenden abfragen – ein Vorschlag wurde jetzt eingereicht

Wer in die USA einreisen will, muss eine Erklärung abgeben. Künftig könnten auch Social-Media-Profile abgefragt werden. (Bild: Shutterstock-NAN728)
Wer in die USA einreisen will, muss eine Erklärung abgeben. Künftig könnten auch Social-Media-Profile abgefragt werden. (Bild: Shutterstock-NAN728)

Künftig könnten auch Social-Media-Profile abgefragt werden. Ein Vorschlag liegt derzeit vor. Und geht der durch, kratzen sich wohl ebenfalls viele Einreisende verwirrt am Kopf. Wenn Interessierte es nicht jetzt schon tun. Dürfen die das? Scannen die jetzt schon meine Postings? Oder meine Nachrichten? Die Angabe soll natürlich freiwillig erfolgen. Doch klar ist, wer sie verwehrt, macht sich nicht gerade Freunde bei der Homeland Security. Und im Zweifel heißt das: Einreiseverbot.

„Beispiele für die Überwachung im Netz finden sich viele.“

Ferner muss man sich fragen, warum dieser Vorschlag überhaupt kommt. Seit Snowden ist klar, dass die US-Amerikaner großflächig das Internet überwachen. Social-Media-Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. gehören explizit dazu. Darüber hinaus wird versucht, etwaige Beziehungen zu Terroristen und Kriminellen sowie ihre Netzwerke aufzudecken. Auch sind Fälle bekannt, in denen anscheinend Nachrichtenverläufe mitgelesen wurden, um illegale Arbeitsmigranten zu entlarven.

Ein paar Beispiel für die Internetüberwachung finden sich recht schnell: Da wäre Aimee Schneider, die Verwandte in den USA besuchen wollte und auf Facebook mit ihrer Cousine darüber sprach, dass man hin und wieder auch auf die Kinder aufpassen könne. Dann wäre da auch der Fall von Leigh Van Bryan und Emily Bunting, die auf Twitter witzelten, Amerika zu zerstören. Wobei das genutzte Wort „destroy“ umgangssprachlich vielmehr mit „heftig feiern“ übersetzt werden sollte. Alle wurden an der Einreise gehindert.

Background-Checks machen schon jetzt kein halt vor Facebook und Co.

Im Grunde wird also schon gescannt und gelesen was das Zeug hält – zumindest bei Ausländern. Die Regeln für die Überwachung von Einheimischen sind andere und zuletzt verschärft worden. Die US-Amerikaner wollen mit dem Vorschlag wahrscheinlich ihren Überwachungsprozess optimieren. Facebook-Profile könnten schneller mit den bereits gesammelten Daten abgeglichen werden. Wer keine Profile angibt, könnte direkt tiefer durchleuchtet werden. Sonderbehandlung, quasi.

Die Nachricht, dass die US-Amerikaner künftig eure Social-Media-Profile abfragen wollen, hat zweifelsohne Aufreger-Potential. Zugegeben. Doch ist das alter Wein in neuen Schläuchen. Wer in die USA einreisen will, wird einem Background-Check unterzogen und der macht mit ziemlicher Sicherheit auch vor Facebook und Co. nicht halt. Insofern: Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Aufgeweckt“ findet ihr hier. Hier könnt ihr dem Autor zudem auf Facebook und Twitter folgen.

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4 Reaktionen
Natalia Bolshakova

Schrecklich!

Wir arbeiten ganz massiv mit Twitter und Google+,
da wird durchaus auch Kritik an den USA geuebt.

Also Einreiseverbot forever.

Was solls, war 3 Jahre dort in den 80s!

lg, Natalia

Sam

@Carsten … FB ist das neue Einreisevisum, und ohne geht es nunmal nicht. Das wird dir Präsident Trump nächstes Jahr sagen

Adrian

Ach, scheiss auf USA ;) Die sind doch eh schon am untergehen...

Carsten

Und was passiert mit Reisenden die aussagen, dass sie weder einen FB, G+, SnapChat-, Twitter-, LinkedIn- noch einen anderen Social-Media-Account haben?

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