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Social Media in der Vertrauenskrise: 40 Prozent der User löschen Accounts

Immer mehr Nutzer misstrauen Social Media und sind bereit, Accounts zu löschen. (Bild: Twinsterphoto / Shutterstock)

Identitätsdiebstahl, Clickbait und Fake-News: Immer mehr User misstrauen Social-Media-Plattformen und verlangen Haltung von Unternehmen. Das zeigt das neue Edelman Trust Barometer Special.

Das Vertrauen der Nutzer in soziale Medien geht immer weiter zurück. Das zeigt der Sonderreport des Edelman Trust Barometer. Für die Studie wurden je 1.000 Personen über 18 Jahre aus Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Großbritannien und den USA befragt.

Lediglich 41 Prozent der User weltweit haben Vertrauen in soziale Medien – in Deutschland sind es sogar nur 27 Prozent. Im Vergleich dazu: Traditionelle Medien genießen das Vertrauen von 66 Prozent der Befragten und Suchmaschinen von 63 Prozent.

Das Vertrauen in Social Media nimmt ab.
User vertrauen traditionellen Medien und Suchmaschinen mehr als Social Media. (Grafik: Edelman)

Die befragten deutschen Nutzer gaben verschiedene Gründe für ihr Misstrauen an (Mehrfachnennungen waren möglich): Allen voran – mit 68 Prozenz – sind es Betrug und Identitätsdiebstahl, die das Vertrauen in soziale Netzwerke erschüttern. Dicht gefolgt von Cybermobbing und Hate-Speech (67 Prozent), Clickbait (66 Prozent), Fake-News (65 Prozent) und Bots (59 Prozent).

Gründe für das Misstrauen in Social Media
Vor allem Betrug und Hate-Speech sind Vertrauenskiller. (Grafik: Edelman)

Erstaunlich ist jedoch, dass trotz des größeren Misstrauens in Deutschland nur wenige deutsche User deswegen schon einmal einen ihrer Social-Media-Accounts gelöscht haben. Nur 26 Prozent gaben an, schon einen Account entfernt zu haben, weil sie nicht auf die sachgerechte Behandlung ihrer persönlichen Daten vertrauen. Weltweit sind es ganze 40 Prozent der Befragten.

Nutzer löschen Profile wegen Misstrauen.
Fehlendes Vertrauen führt häufig zur Löschung von Profilen. (Grafik: Edelman)

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Nutzer erwarten klare Haltung von Unternehmen

Für Unternehmen sind Social-Media-Plattformen essentiell, um ihre Zielgruppe zu erreichen. Und auch Verbraucher schätzen diese Art mit Unternehmen in Kontakt zu treten. So sind es vor allem Kundenservice, die Kommunikation von Werten und die Vorstellungen neuer Produkte, mit denen Nutzer nach eigener Aussage von Unternehmen erreicht werden können. Ob sie Informationen, die sie in sozialen Netzwerken sehen, glauben oder nicht, machen Nutzer an verschiedenen Faktoren fest (Mehrfachnennungen waren möglich): Für 56 Prozent der befragten deutschen Nutzer sind die Referenzen und die Expertise des Verfassers wichtig. 52 Prozent machen ihr Vertrauen an gut gestalteten, formal erscheinenden Inhalten sowie an der Qualität von Texten und Bildern fest. Für 51 Prozent ist es zudem wichtig, dass sie einfach feststellen können, wer hinter gesponserten Inhalten steckt. Ein Logo des Unternehmens ist für 41 Prozent ein Indikator für Vertrauenswürdigkeit.

Signale für Vertrauenswürdigkeit
Nutzer gründen ihr Vertrauen auf verschiedene Faktoren. (Grafik: Edelmann)

Was bedeutet das für Marketer

Obwohl das Vertrauen der Nutzer in soziale Medien abnimmt, ist Social Media nicht weniger bedeutsam für Unternehmen. Marketer können hier punkten, wenn sie auf die Bedürfnisse ihrer Kunden reagieren. Hochwertiger, qualitativer Content, der nicht nur optisch ansprechend aufbereitet, sondern auch gut recherchiert ist, schafft Vertrauen und Transparenz. Hier fahren Unternehmen gut, wenn sie sich als Experten auf ihrem Gebiet etablieren und in ihrem Content-Marketing mit anderen, unabhängigen Experten zusammenarbeiten. Außerdem sind Marketer gut beraten, auf einen Medienmix zu setzen und auch klassische Medien in ihre Strategien einzubeziehen. Immerhin gaben 60 Prozent der Befragten an, einer Information Glauben zu schenken, wenn sie diese auch im Fernsehen oder einer Zeitung gesehen haben.

Alle Ergebnisse des Trust Barometer Special Report könnt ihr euch in der globalen Auswertung ansehen.

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