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Solo-Selbstständige: Bundesregierung plant umfangreiches Hilfspaket

Bundesregierung will Solo-Selbstständige finanziell unterstützen. (Foto: Soeren Stache/dpa)

Der Coronavirus-Shutdown trifft viele Solo-Selbstständige und Freiberufler besonders hart. Jetzt hat die Bundesregierung angekündigt, diesen Berufsgruppen mit einem Hilfspaket unter die Arme zu greifen.

Die Bundesregierung plant angesichts der Coronakrise ein Hilfspaket von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag aus Regierungskreisen.

Beschlossen wurde die Maßnahme demnach am Vormittag im Corona-Ausschuss des Bundeskabinetts. Laut einer Spiegel-Meldung handelt es sich um ein Paket, das in der Summe bis zu 40 Milliarden Euro schwer sein könnte. Das Hilfspaket soll nun zügig auf den Weg gebracht werden, heißt es. Das ist auch dringend nötig, denn vielen Solo-Selbstständigen brechen Aufträge weg – bis hin zum vollständigen Einnahmeverlust, etwa bei Kameraleuten, Event-Beteiligten, Dolmetschern, Messebauern und Reiseführern (die Liste lässt sich beliebig erweitern).

Solo-Selbstständige fürchten um ihre Existenz

Insbesondere angesichts der drastischen Auswirkungen der Coronakrise, die gerade erst in Ansätzen sichtbar werden, fürchten viele Solo-Selbstständige um ihre Existenz. Viele Geschäfte mussten schließen, Messen, Veranstaltungen und Konzerte wurden abgesagt. Die Bundesregierung hatte bereits umfassende Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Folgen der beispiellosen Krise abzufedern. So hatte sie ein unbegrenztes Kreditprogramm für Unternehmen beschlossen sowie eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes.

Wirtschaftsverbände hatten die Bundesregierung aufgefordert, außerdem einen Fonds für Solo-Selbstständige einzurichten. DIHK-Präsident Eric Schweitzer hatte dazu gesagt: „Wir müssen jetzt ganz schnell die Existenz von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen absichern. Bei diesen Unternehmern fallen die Umsätze über Nacht drastisch, manchmal bis auf Null. In vielen Fällen werden sie in dieser Situation auch keinen Kredit bekommen.“

Überbrückungsgeld auch in einzelnen Bundesländern

Deshalb sei ein staatlicher Notfallfonds nötig, der diesen Kleinstunternehmerinnen und -unternehmern unbürokratisch für die kommenden Wochen und Monate Überbrückungsgelder und direkte Hilfe zum Lebensunterhalt auszahle. Kredite und Darlehen sind in der Tat – abgesehen von der Verfügbarkeit seitens der Banken und der KfW – keine wirkliche Option, wenn nicht klar ist, ob und wann das Geschäft wieder zurückkommt. Immerhin wurde aktuell das Insolvenzrecht gelockert, damit nicht zahlungsfähige Geschäftsleute nicht auch noch in die juristische Zwickmühle geraten.

Aus Sicht des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW könnte die Coronakrise für Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige vielfach zur Existenzbedrohung werden. „Die Politik sollte jetzt weiter entschlossen handeln: Brücken mit Liquiditätshilfen und Kurzarbeit bauen, die Bereitschaft für einen erheblichen Nachfrageimpuls erklären und eine Koordination zwischen den Regierungen organisieren“, erklärte das DIW am Donnerstag. Unter Solo-Selbstständigen werden laut DIW Personen verstanden, die eine selbstständige Tätigkeit allein, das heißt ohne angestellte Mitarbeiter, ausüben. Seit Anfang der 1990er Jahre sei die Zahl der Selbstständigen in Deutschland kräftig gestiegen.

Doch die Bundesregierung ist nicht die einzige Stelle, die für Selbstständige Hilfen anbieten wird. In Bayern gibt es bereits seit dieser Woche ein Soforthilfeprogramm, das zunächst einmal die Zahlungsfähigkeit der Selbstständigen sicherstellen soll. Details zu dem Programm, mit dem etwa Solo-Selbstständige bis zu 5.000 Euro einigermaßen unbürokratisch erhalten können, stellt das Wirtschaftsministerium bereit.

Weitere Landesprogramme mit unterschiedlichen Zuschuss- und Unterstützungslösungen werden in den kommenden Tagen in den unterschiedlichen Bundesländern entstehen. Wir planen dazu kommende Woche eine Zusammenfassung, die dir dabei weiterhelfen kann, die nächsten Monate finanziell zu überbrücken. (mit Material von dpa)

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5 Kommentare
xordinry
xordinry

Ja was sind denn jetzt die Hilfsmaßnahmen? Derzeit ist das nur viel heiße Luft und nichts Konkretes!

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Markus
Markus

Ich denke und hoffe, dass es konkreter wird, jedoch darf man den Helfern gegenüber nicht pauschal unfair und ungerecht gegenübertreten. Allein, dass sie sofort bemerkt haben, dass es eine Unternehmensgattung gibt, die besonders hart getroffen ist, zeigt mir deutlich, dass sie hier mit sehr gutem Augenmaß reagieren, trotz der heftigen Zeit.

Und ja .. mein Unternehmen gehört zu denen, die sich seit letzter Woche im freien Fall befinden und maximal unglücklich getroffen werden.

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Sebastian

Ich denke auch das sie ein gutes Hilfsmaßnahmen-Paket für die Solo-Selbstständigen und Freiberufler schnüren werden. Schließlich gab es ja auch mal eine Zeit, in der es viel Unterstützung bei der Gründung gab.

Daniel Held

Wird nächste Woche im Bundestag beschlossen und gegenüber der Öffentlichkeit im Detail verkündet. Ab Ende nächster Woche können Zuschüsse & Co. beantragt werden.

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Mike
Mike

Also der Link im Artikel führt auf jeden Fall auf die Seite „https://www.stmwi.bayern.de/coronavirus/“. Beim Durchsuchen dieser Seite ist mir jedoch aufgefallen, dass sich die Infos nur an Unternehmen und Firmen richten, jedoch nicht an Solo-Selbständige und Einzelunternehmer. Vielleicht habe ich auch etwas übersehen. Aber für Bayern soll ja laut Artikel schon eine Hilfe zur Verfügung stehen. Wollte mal sehen, ob dort genaue Daten enthalten sind. Wenn jemand Infos hat …

Vielen Dank

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