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SpaceX räumt nach ESA-Ausweichmanöver Softwareprobleme ein

SpaceX hat auf eine mögliche Kollision nicht reagiert und macht nun Softwareprobleme dafür verantwortlich (Foto: Shutterstock)

Über ein Ausweichmanöver hat die Esa das Kollisionsrisiko zwischen einem Esa- und einem SpaceX-Satelliten minimiert. SpaceX hat nicht reagiert und macht dafür nun Softwareprobleme verantwortlich.

Am Montag hat die Europäische Weltraumagentur Esa ein Ausweichmanöver eingeleitet, um das Risiko einer Kollision zwischen dem „Aeolus“-Windsatelliten der Esa und dem SpaceX-Satelliten „Starlink 44“ zu minimieren. SpaceX hat es Medienberichten zufolge abgelehnt, ein Ausweichmanöver einzuleiten, nicht reagiert und macht nun Softwareprobleme für den Vorfall verantwortlich.

SpaceX-Mitarbeiter soll keine Warnung bekommen haben

Eine erste Warnung über eine mögliche Kollision soll es am 28. August gegeben haben. Das Kollisionsrisiko sei an dem Tag auf ca. 1 zu 45.000 geschätzt worden – üblich seien in der Branche Risiken von 1 zu 10.000. Später habe es jedoch eine Neuberechnung und eine weitere Warnung über ein nun deutlich höheres Risiko gegeben, auf die SpaceX aber ebenfalls nicht reagiert haben soll. Das Unternehmen verteidigt sich nun gegenüber der dpa damit, dass ein Mitarbeiter die Warnung über das höhere Risiko aufgrund eines Fehlers im Nachrichtensystem nicht gesehen habe. Andernfalls hätte man sich mit der Esa abgestimmt, um den besten Lösungsansatz zu ermitteln. Man werde das Problem nun untersuchen und beheben.

Vorfall hat auf Problem aufmerksam gemacht

Der Erdforschungssatellit der Esa hat seine Triebwerke am Montagmorgen gezündet, sich weiter von der Erde entfernt und den SpaceX-Satelliten anschließend überflogen, wie die Esa auf Twitter mitteilte. Anschließend habe er sich in seine reguläre Umlaufbahn zurückbegeben. Es sei das erste Mal in der 44-jährigen Geschichte der Esa gewesen, dass sie ein Ausweichmanöver einleiten musste, um eine Kollision mit einer Satelliten-Megakonstellation zu verhindern.

Deutlich häufiger komme es vor, dass Kollisionsrisiken mit inaktiven Satelliten oder Weltraumschrott drohen, erklärte die Europäische Weltraumagentur in einem weiteren Tweet.

Der Vorfall habe jedoch auf ein Problem aufmerksam gemacht: „Das All ist nicht organisiert. Daher glauben wir, dass wir Technik brauchen, um den Verkehr zu managen“, erklärte Holger Krag, Leiter der Esa-Weltraummüll-Abteilung, gegenüber Forbes. Krag kritisierte zudem mit Blick auf SpaceX, Oneweb, Amazon und Facebook die Vorgehensweise beim Aufbau ihrer erdumspannenden Satelliten-Megakonstellationen für ein satellitengestütztes Internet. Er fordert einen offenen Dialog und es könne nicht angehen, dass Betreiber sich bei zukünftig 10.000 Satelliten im All über E-Mails austauschen würden – so stelle er sich moderne Raumfahrt nicht vor. Megakonstellationen würden zudem aufgrund ihrer Masse an Satelliten manuell eingeleitete Ausweichmanöver zukünftig unmöglich machen, wie die Weltraumagentur über einen weiteren Tweet mitteilte.

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