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SpaceX-Satelliten gefährden laut Experten die Astronomie

(Grafik: Shutterstock)

Als SpaceX seine ersten 60 Satelliten ins All schickte, äußerten Astronomen bereits Bedenken, dass diese Satelliten Auswirkungen auf die Sicht auf die Sterne haben könnten. Jetzt meldet sich auch die Internationale Astronomische Union (IAU) zu Wort.

Die IAU hat die Satellitenstarts genauer unter die Lupe genommen und die potenziellen wissenschaftlichen Probleme herausgearbeitet, die die Satellitenstarts verursachen können.

Ein ernstes Problem für Astronomen ist die Lichtverschmutzung, durch die es schwieriger wird, dunklere Sterne am Himmel zu erkennen. Diese wird durch Straßenlaternen und andere Lichtquellen auf der Erdoberfläche erzeugt. Wer in einer gut beleuchteten Großstadt lebt, kann aufgrund von städtischer Lichtverunreinigung nur wenige Sterne sehen. Laut IAU kann sogar rund die Hälfte aller US-Amerikaner gar keine Sterne am Himmel sehen.

Im letzten Jahrzehnt wurde allerdings eine große Anzahl von Satelliten in die Umlaufbahn geschickt, die jetzt Bedenken hinsichtlich der Lichtverschmutzung in der Atmosphäre aufkommen lassen. Insbesondere ganze Satellitennetze, die zusammen starten, bereiten den Wissenschaftlern Sorgen.

IAU äußert 2 Hauptbedenken

Die IAU äußerte zwei Hauptbedenken hinsichtlich der wissenschaftlichen Auswirkungen der Satellitenstarts. Da die Satelliten aus Metall bestehen, reflektieren sie das Sonnenlicht bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und lassen helle weiße Linien über den Teleskopbildern erscheinen. Grund dafür sind die Solarpanele der Starlink-Satelliten die das Licht der Sonne auf die Erde reflektieren und dadurch leuchten. Die Satelliten verblassen allerdings, wenn sie ihre endgültige Position in der Umlaufbahn erreicht haben

Das zweite Problem betrifft die Funkstörungen. Funksignale sind ein wichtiges Instrument der Astronomie und können durch große Satellitennetze, die ebenfalls Funksignale ausstrahlen, beeinträchtigt werden.

Grundsätzlich steht die IAU dem Vorhaben der Versorgung mit schnellem Internet aus dem All positiv gegenüber. Es sei allerdings wichtig, sich bewusst zu machen, was Tausende sichtbare Satelliten am Nachthimmel für Auswirkungen hätten.

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Ein Kommentar
Dr.Borell
Dr.Borell

Als Amateur Astronom frage ich mich, wie weit das alles noch gehen soll? Und wie wichtig es ist hier eine klare Regelung zu finden.
Aber erstmal behaupte ich, sollten wir abwarten, wie sich, das tatsächlich auswirkt, den gerade sind es nicht mehr als Hypothesen die Aufgestellt werden.
Es gibt jedoch drei Gründe warum dieses Vorhaben die künftige Astronomie gefährdet und mich was mich persönlich extrem Stört.
1. Lichtverschmutzung – diesem Thema wird leider viel zu wenig zugetan, jedoch sind die Folgen bereits spürbar und eine zusätzliche Erhellung des Sternenhimmels sehe ich als sehr unnötig.
2.Kessler Syndrom – bzgl. Vermüllung von Weltraumschrott
bei allen Satelliten die SpaceX plant zu launchen, sehe ich die große Gefahr eines Kaskaden Effekts – bei einer möglichen Kollision mit vorhanden Weltraumschrott – das würde unser Fenster für künftige Raumfahrt Missionen zum Erliegen bringen und vorhanden Objekte extrem gefährden.
3. Weitere Anbieter wollen auch solche Missionen starten (ein lukrativer Markt mit viel Geld dahinter) der erste an der Reihe, sicherlich Jeff Bezos gefolgt von …. Dieses Nachrücken hat zufolge das noch mehr Satelliten sich im Orbit befinden und folglich noch mehr Nachteile entstehen.
Ich bin gespannt wie die Regierungen und Institutionen hier ein klares Regelwerk schaffen den ohne Maßnahmen wird die Astronomie darunter folglich leiden.

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