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Tschüss, Chef! Die 5 spektakulärsten Kündigungen

Spektakuläre Kündigungen. (Foto: Shutterstock-Leremy)

Fehlendes Vertrauen, moralische Bedenken – nicht wenige Berufstätige haben öffentlichkeitswirksam den Job hingeschmissen. Fünf spektakuläre Kündigungen im Überblick.

Eines sei vorab gesagt: Wie ein Berufstätiger den Job kündigt, hat großen Einfluss auf den Rest der Karriere. Wer impulsiv auftritt, hinterlässt in der Regel verbrannte Erde. Wer mit Vorwarnung kündigt und dem Thema konstruktiv begegnet, kann auch in Zukunft auf eine etwaige Zusammenarbeit bauen. Eine Studie der Oregon State University und der University of Oklahoma hat unlängst sieben Stile identifiziert, sie auf die Auswirkungen der weiteren Karriere hin untersucht und sie in positive, negative und neutrale Kategorien unterteilt. Wer mit einem Paukenschlag geht, lässt Dampf ab. Schlau ist das jedoch nicht immer.

Spektakuläre Kündigungen: Fehlendes Vertrauen, schlechte Bedingungen

Nichtsdestotrotz sind es häufig die großen Gesten, die uns in Erinnerung bleiben. Und die Außenstehende unterhalten. In den vergangenen Jahren sind viele Kündigungen publik geworden, die unsere ungeteilte Aufmerksamkeit erhalten haben. In der Regel war das von den Menschen, die ihren Job an den Nagel hängten, auch so gewollt: Nicht selten fühlten sie sich schlecht behandelt. Andere wiederum kritisierten die vorherrschenden Bedingungen. Nicht wenige Kündigungen basieren sogar auf moralischen Bedenken. Wir haben hier fünf Kündigungen kuratiert, die zweifellos spektakulär sind.

  1. Mit Pauken und Trompeten

Das Kündigungsvideo von Joey De Francesco ist das, was viele Menschen wohl als Social-Media-Gold bezeichnen würden. Der Mann, der sich von seinem Arbeitgeber, dem Renaissance Providence Downtown Hotel, ausgebeutet sah, kündigte ganz klassisch mit den Worten „Ich kündige“ – und mit einer Blaskapelle, die für ordentlich Lärm auf den Fluren des Arbeitgebers sorgte. Sein Vorgesetzter reagiert nicht nur überrascht, sondern auch etwas unbeholfen. Medienberichten zufolge setzt sich Joey bis heute für bessere Arbeitsbedingungen in Hotels ein. Sechs Millionen Zuschauer haben die Kündigung auf Youtube verfolgt.

  1. Verlorenes Vertrauen

Der Investmentbanker Greg Smith veröffentlichte die Gründe für seinen Weggang von Goldman Sachs medienwirksam in der New York Times – der wohl einflussreichsten Zeitung der Welt. Er richtet sich in seinem Artikel direkt an das Management: „Setzt die moralisch bankrotten Menschen im Unternehmen vor die Tür, egal, wie viel Geld sie der Firma einbringen. Und bringt die Unternehmenskultur wieder in Ordnung, damit die Menschen hier aus den richtigen Gründen arbeiten wollen. Menschen, die sich nur ums Geldverdienen scheren, werden diese Firma – oder das Vertrauen ihrer Kunden – nicht mehr lange erhalten können.“

  1. Profit über Personal

Mit weniger Aufwand, aber dennoch viel Aufmerksamkeit hat ein Team der Fast-Food-Kette Chipotle gemeinschaftlich den sprichwörtlichen Hammer fallen lassen. Sie haben kurzerhand eine Filiale geschlossen und am Eingang eine Erklärung hinterlassen. Die Arbeitsbedingungen würden denen in Sweatshops – eine abwertende Bezeichnung für Manufakturen, üblicherweise in einem Entwicklungsland, in denen Menschen zu Niedriglöhnen arbeiten – in nichts nachstehen. Die Belegschaft rief zum Teilen des Protestes auf. Social-Media-wirksam mit entsprechenden Hashtags. Eine College-Zeitung folgte dem Ruf auf Twitter.

  1. Live im Fernsehen

Elizabeth „Liz“ Wahl ist eine US-amerikanische Journalistin und Fernsehmoderatorin. Von 2011 bis 2015 hat sie beim TV-Kanal RT America des russischen Auslandsfernsehens RT gearbeitet. Ihre Kündigung in einer Live-Show schlug damals große Wellen. Nachdem sie die Berichterstattung rund um die Krim-Krise ihres Arbeitgebers kritisierte, machte sie deutlich, dass sie nicht Teil eines von der russischen Regierung finanzierten Netzwerks sein könne, das „die Aktionen von Putin weißwasche“. Ihre Abrechnung mit dem alten Arbeitgeber ging nicht nur in der Medienwelt viral. Die ganze Geschichte hat sie für Politico aufgearbeitet.

  1. Ein Ausraster mit Folgen

Auch die Kündigung des ehemaligen Jetblue-Flugbegleiters Steven Slater im Jahr 2010 wird wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Er verlor während des Einparkvorgangs eines Flugzeuges die Fassung gegenüber einem Passagier. Der sei nicht nur zu früh aufgestandenen, sondern habe den Mann beim Auspacken des Koffers aus dem Gepäckfach auch noch am Kopf getroffen. Slater rastete aus: Er griff sich ein Bier, rief laut in die Menge „Ich kündige“ und verließ den Flieger über die Notrutsche. Ein Abtritt mit Folgen: Wegen „rücksichtsloser Gefährdung“ von Flughafen-Personal wurde er zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

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