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Gadgets & Lifestyle

Spiele für das iPad entwickeln mit Codify

Aus Australien kommt eine ambitionierte App, die die Spieleentwicklung für das iPad vereinfachen soll und dabei selbst eine iPad-App ist. Für 5,99 Euro können Programmiereinsteiger ihre ersten Schritte auf dem Weg zum Gameentwickler unter Aufsicht wagen. Codify bietet einige interessante Ansätze, überzeugt aber vor allem wegen ihrer Perspektiven.

Codify: Keine echte Entwicklungsumgebung

Die Idee ist nicht schlecht. Wieso soll man ein iPad-Game nicht direkt auf dem iPad entwickeln? Die Vorteile liegen auf der Hand. Schließlich benötigt man keinen Emulator, sondern kann direkt sehen, ob die Gerätefeatures korrekt angesprochen werden. Das ist vermutlich die Idee, die hinter Codify, dem iPad-Entwicklertool der Entwickler aus dem Hause Two Lives Left steckt.

Auf Basis der Programmiersprache Lua können sogar Einsteiger in die Welt der Spieleentwicklung schnell erste Erfolge feiern. Codify liefert eine ganze Reihe an Beispielanwendungen mit, darunter auch einen Klon des beliebten Spiels Doodle Jump. Lua ist eine seit 1993 entwickelte Programmiersprache, die insbesondere deshalb interessant ist, weil sie klein und portabel ist und dabei auf den unterschiedlichsten Plattformen, auch mobilen Betriebssystemen eingesetzt werden kann. Eine Lua-App kann die komplette Sprachbasis in sich aufnehmen ohne dadurch nennenswert an Gewicht zuzulegen.

Diese Vorteile macht sich Codify zunutze. Two Lives Left liefert Codify mit etlichen Beispielen, sowie weiterem Zubehör, etwa verschiedenen Sprite-Sets für die Ausstattung der eigenen Spieleidee. Die Beispielscripte lassen sich auf simpelste Art und Weise anpassen. Zwischen Spielmodus und Programmiermodus wechselt man per Tap. Farbänderungen erfolgen per Colorpicker, Sprites werden aus einer Bibliothek gewählt. So verpasst man den mitgelieferten Spieledemos eine den eigenen Ansprüchen genehme Optik.

Codify: Ein Doodle Jump Klon wird als Codebeispiel mitgeliefert

Positiv zu vermerken ist, dass Codify Beispiele mitliefert, die die meisten Gerätefunktionen des iPad ansprechen und so nutzwertige Erkenntnisse über den ebenfalls mitgelieferten Programmcode ermöglichen. Negativ zu vermerken ist, dass Codify mitnichten eine echte Entwicklungsumgebung ist. Dazu sind die Möglichkeiten zu stark eingeschränkt. So lassen sich etwa keine eigenen Sprites in die App laden. Mit Codify entwickelte Spiele sehen demnach stets gleich aus. Zudem können die Apps nicht aus Codify heraus, sind also an die Entwicklungsumgebung gebunden. Nicht einmal ein Sharing fertiger Projekte im Rahmen einer Codify-Community ist derzeit vorgesehen.

Holprig gerät die Verwendung auch deshalb, weil die Verwendung des iPad als Entwicklungsumgebung naheliegenderweise auch die Verwendung der Onscreen-Tastatur für die Coderfassung bedeutet. Wenn allerdings der halbe Screen von der Tastatur okkupiert ist, bleibt die Übersichtlichkeit auf der Strecke. Lösen lässt sich die Problematik natürlich durch den Einsatz einer externen Bluetooth-Tastatur. Allerdings gerät der Einsatz Codifys so noch näher in den Wettbewerb zur etablierten Programmierung, etwa auf einem MacBook.

Im folgenden Video zeigt Chefentwickler Simeon Nasilowski die Handhabung der App, sowie einige durchaus gefällige Beispiele:

Nach dem aktuellen Stand des Produktes kann Codify derzeit nur als immerhin interessante App mit weiterem Entwicklungspotenzial bezeichnet werden, die allerdings mit den derzeitigen 5,99 Euro (iTunes-Link) nicht angemessen bepreist ist. Aktuell stellt Codify eher eine Machbarkeitsstudie dar. Menschen, die einen verständlichen, leichten Einstieg in die Programmierung für das iPad auf Lua-Basis suchen, sollten sich Codify dennoch ansehen. Jedes Fachbuch kostet mehr.

Wer von euch hat Codify auf sein iPad geladen? Oder bleibt ihr doch eher bei den bewährten Tools wie Xcode?

1 von 9

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2 Reaktionen
Vincent

Naja vielleicht mal ganz lustig, aber damit ein vernünftiges iPad Game auf die Reihe zu kriegen dürfte relativ schlecht gehen, bzw. eines wo man selbst sich aussuchen kann wie das Game funktionieren soll……

Grüße, Vincent

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grobian

Die Sharingfunktion wäre der logische und eigentlich notwendige nächste Schritt. Nur das Nachladen von ausführbaren Code wird Apple wohl nicht zu lassen. (auch wenn dieser in einer "doppelten" Sandbox steckt)

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