News

Spionagchips: China soll sich in Cloud-Server in den USA gehackt haben

Über die Mikrochips könnte China Apple und Amazon ausgespäht haben. (Bild: Maksim Kabakou/ Shutterstock)

Mit heimlich verbauten Chips soll China sich Zugang zu Cloud-Servern verschafft haben. Die Opfer: Unternehmen und Regierung in den USA.

Amazon, Apple und das US-amerikanische Verteidigungsministerium sind nur drei von fast 30 Opfern eines chinesischen Hackerangriffs. Wie Bloomberg Businessweek berichtet, hat eine Spezialeinheit der chinesischen Armee Spionagechips in etliche Mainboards eingebaut – und so Zugang zu den Cloud-Servern bekommen.

Bloomberg Business beruft sich auf 17 anonyme Informanten aus Unternehmen und der Regierung, die solche Chips gefunden hätten. Darunter sei auch eine große Bank.

Apple und Amazon bestreiten, Spionagechips gefunden zu haben

Bloombergs Informationen seien falsch, schreibt Apple in einem Statement zu dem Bericht. Apple verweist auf ein Sicherheitsverfahren, bei dem alle Server auf Schwachstellen geprüft würden: „Wir haben nie irgendwelche ungewöhnlichen Schwachstellen bei den Servern, die wir von Supermicro beziehen, gefunden“, heißt es weiter. Diese Informationen habe Apple Bloombergs Reportern zukommen lassen. Genauso schildert Amazon die Situation.„Wir haben unsere Unterlagen nochmal untersucht und haben keinen Beleg für die Hinweise auf schädliche Chips oder Hardware-Modifikationen gefunden.“

Supermicro bestreitet die Behauptungen des Berichts ebenfalls und weist darauf hin, generell nicht mit Regierungen zusammenzuarbeiten und nie eine Anfrage von einer Regierung in diese Richtung erhalten zu haben. Auch Chinas Außenminister äußerte sich und schrieb, China sei ein Verteidiger von Cybersicherheit.

Winzige Chips sollen direkt in der Fabrik eingebaut worden sein

Dem Bericht zufolge lief der Einbau so ab: Eine Spezialeinheit des chinesischen Militärs entwickelte die winzigen Chips. In chinesischen Produktionsstätten von Supermicro wurden sie in die Platine eingebaut – und waren danach kaum noch zu entdecken. Das kalifornische Unternehmen Supermicro gehört zu den größten Platinenherstellern weltweit. Die Chips könnten China Zugang zu Daten von US-Cloud-Anbietern, die Kunden von Supermicro sind oder waren, verschafft haben.

Den anonymen Quellen zufolge wurden die Chips bei Apple und Amazon schon 2015 entdeckt. Mitglieder sowohl der Obama- als auch der Trump-Regierung hätten laufende Ermittlungsarbeiten des FBI bestätigt. Apple und Amazon sollen jeweils 2015 ihre Geschäfte mit Supermicro beendet haben, nachdem sie die Chips entdeckt hatten.

Die Chips von der Größe eines Reiskorns könnten eine große Wirkung entfalten: Wie sicher ist es für Technologiehersteller, in China zu produzieren? Nicht zum ersten Mal steht China im Verdacht der Cyberspionage.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Rjk
Rjk

Aha, und wie laufen Spionagetätigkeiten der USA gegenüber anderen Ländern? Ach ja, Snowden hat es ja erklärt! Die hängen ja in den Verteilerknoten des Webs. Siehe PRISM & Co.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.