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Spitzentreffen zu Ladenetz für E-Autos: Verbände fordern mehr Tempo

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Ein flächendeckendes Ladenetz gilt als Grundvoraussetzung dafür, dass die Elektromobilität den Durchbruch schafft. Es ist aber noch viel zu tun. Bisher rentieren sich Ladepunkte für die Betreiber nicht.

Vor einem Spitzentreffen mit der Bundesregierung haben Verbände mehr Anstrengungen beim Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos gefordert. Es brauche eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik, Energie- und Automobilwirtschaft, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Energieverbandes BDEW, Kerstin Andreae, der Deutschen Presse-Agentur. Aus Sicht des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) muss von dem Treffen das Signal ausgehen, dass auch die Bundesregierung beim Ausbau der Ladeinfrastruktur „am Ball“ bleibe.

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Im Wirtschaftsministerium kommen am Freitag neben Ressortchef Peter Altmaier (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Verbände wie der BDEW und der VKU zusammen.

Andreae sagte, die Energiewirtschaft stelle die Energie und baue die Ladeinfrastruktur auf. „Das ist eine enorme Vorleistung, denn aufgrund der derzeit noch geringen Auslastung rentiert es sich bisher nicht.“ Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin sagte weiter, sie denke nicht, dass für zehn Millionen Elektrofahrzeuge eine Million Ladepunkte bis 2030 nötig seien – dieses Ziel hatte die Bundesregierung ausgegeben.

„Nach unseren Berechnungen reichen 350.000 Ladepunkte im öffentlichen Raum“, sagte Andreae. „Zumal 80 Prozent der Ladevorgänge im privaten Bereich und am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Nötig sind daher vielmehr schnelle Änderungen zum Beispiel im Miet- und Wohneigentumsrecht.“

Durchbruch von E-Autos nur mit gutem Ladenetz möglich

Ein flächendeckendes Ladenetz gilt als Voraussetzung für den Durchbruch von E-Autos auf dem Massenmarkt. In den kommenden Jahren sind deutlich mehr Elektroautos notwendig, damit die Hersteller strengere Klimavorgaben der EU einhalten können.

Die Elektromobilität spielt auch eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem die Klimaziele 2030 vor allem im Verkehr erreicht werden sollen. Die Bundesregierung hatte einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vorgelegt, mit dem der Ausbau der Ladesäulen beschleunigt werden soll.

Bei einem Spitzentreffen Anfang November hatten Politik und Autoindustrie vereinbart, dass bis 2022 in Deutschland 50.000 neue Ladestationen entstehen sollen. Nach Angaben des BDEW gibt es aktuell rund 24.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland – im Vergleich zum Dezember 2018 ist dies ein Zuwachs von fast 50 Prozent.

Der stellvertretende VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels sagte, der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur habe in diesem Jahr weiter an Fahrt aufgenommen. „Vor allem die kommunalen Unternehmen sind dafür erheblich in Vorleistung gegangen. Diesen Weg werden wir fortsetzen.“ Die Regierung müsse nun die richtigen Rahmenbedingungen für einen Ausbau und wirtschaftlichen Betrieb der öffentlichen, halböffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur schaffen.

Mehr Ideen nötig

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Andreae sagte: „Gerade im städtischen Raum, wo Flächen begrenzt sind oder der Einbau privater Ladeinfrastruktur zum Beispiel in Altbauten nicht möglich ist, sollten wir viel stärker auf innovative Ideen setzen. Wir sind ein Land der Tüftler und Denker und wir haben starke junge und kreative Firmen. So viele entwickeln Ideen, wie Ladeinfrastruktur integriert werden kann – denken wir nur zum Beispiel an Straßenlaternen, die auch als Ladepunkte genutzt werden können.“ „Grundsätzlich gelte: Die Ladeinfrastruktur müsse einfach und kundenfreundlich sein.“

Eine Sprecherin des Autofahrerclubs ADAC sagte, um bis 2030 zehn Millionen E-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, brauche es wesentlich größere Anstrengungen als bisher. „Nur eine größere Zahl an Ladesäulen reicht nicht.“ Notwendig seien insbesondere Schnellladesäulen an Fernverkehrsstrecken und Erleichterungen beim privaten Einbau von Ladesäulen. „Das Laden von E-Autos muss alltagstauglicher und komfortabler werden.“ dpa

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