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Spotify fragt Adressen von Family-Abonnenten ab

Spotify wird fortan die Adressen von Premium-Family-Abonnenten abfragen (Foto: Shutterstock).

Spotify wird zukünftig Adressdaten von Premium-Family-Abonnenten abfragen und so den Missbrauch des Angebots unterbinden.

Spotify hat sich das Recht eingeräumt, die Adressdaten von Premium-Family-Abonnenten „von Zeit zu Zeit“ abzugleichen. Bei unterschiedlichen Adressen würde demnach der Anspruch auf das Familien-Abonnement verfallen. Zudem wird damit das Nutzen von Family-Abos unter Freunden beispielsweise nicht mehr möglich sein. Das geht aus den Nutzungsbedingungen des Musik-Streamingdienstes sowie aus Berichten von The Verge und Cnet hervor.

Missbrauch von Spotifys Premium-Family-Abonnements

Mit den Premium-Family-Abonnements kommt Spotify seinen Kunden entgegen und ermöglicht es Familien, gemeinsam ein Abonnement zu einem vergleichsweise günstigen Preis zu beziehen. So kostet ein Premium-Family-Abo derzeit 14,99 Euro pro Monat und lässt sich von bis zu 6 Konten nutzen. Das reguläre Abo kostet nach der dreimonatigen und kostenlosen Testphase 9,99 Euro pro Monat und kann nur von einem Konto genutzt werden. Viele Nutzer scheinen den Begriff „Familie“ jedoch ziemlich weit zu fassen und nutzen das Angebot aus, indem sie sich ein Family-Abonnement im Freundeskreis oder über einschlägige Foren und Gruppen in sozialen Netzwerken teilen. Laut einem Bericht von Billboard aus dem vergangenen Jahr sollen rund die Hälfte aller Premium-Abonnements Familien-Abonnements sein. Demnach dürfte das Unternehmen durch Missbrauch eine Menge Geld verlieren.

„Besorgniserregende Auswirkungen auf den Datenschutz

In einem ersten Testlauf hat das Unternehmen im letzten Jahr Standortdaten seiner Nutzer über GPS abgefragt. Der Pilot sei jedoch laut Techcrunch nach Widersprüchen eingestellt worden. Spätestens mit der Änderung der Nutzungsbedingungen macht das Unternehmen nun ernst, wenn auch anders. So sollen der Hauptnutzer und die weiteren fünf Nutzer des Family-Abos gebeten werden, mithilfe der Dienste von Google Maps ihre Adressen anzugeben. Ob Spotify die angegebenen Adressen via GPS überprüfen wird, ist unklar. Ebenso unklar ist, wie Spotify vorgeht, wenn Family-User für längere Zeit vereisen oder nicht zusammen wohnen und deren Adresse dadurch nicht (mehr) übereinstimmt. Laut Christopher Weatherhead, Technologieführer der britischen Überwachungsgruppe Privacy International, habe die Praxis jedoch „besorgniserregende Auswirkungen auf den Datenschutz“, wie er gegenüber Cnet erklärt. Spotify hat sich bislang nicht zu den Abfragen geäußert.

Spotifys Marktposition

Spotify ist als beliebtester Musik-Streamingdienst der größte Wachstumstreiber der Musikindustrie. Mehr als 100 Millionen Premium-Abonnenten haben über den Musik-Streamingdienst Zugriff auf mehr als 50 Millionen Musiktitel. Vor einigen Tagen hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass es die Musikplattform Sound Better übernehmen wird, um seine Marktposition weiter auszubauen.

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3 Kommentare
Benutzer
Benutzer

Im Play Store gibts Fake-GPS Apps, damit kann man sich sogar aus einem anderen Land (evtl. noch zusätzlich per vpn) registrieren und zahlt womöglich auch nur noch 5 Euro.

Wie auch immer, es ist der falsche Ansatz! Punkten kann man hier wie auch überall anders auch nur, wenn man Services ausbaut die zwischen den Usern Interaktion hervorruft und a) Mehrwert und b) Profilbindung einbindet.

Ein Mehrwert von nix bleibt nix, sondern nur solange die Bedingungen passen (eben günstiger Preis) zum Beispiel.

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David
David

„Viele Nutzer scheinen den Begriff „Familie“ jedoch ziemlich weit“ Naja, auch als echte Familie dürfte man es nicht nutzen, wenn nicht alle dieselbe Anschrift haben. Wie viel Geld da verloren wird, ist natürlich Spekulation, viele machen das auch einfach so, weil es ihnen sonst zu viel Geld wäre und sie es dann stattdessen gar nicht nutzen würden. Ich war immer zufrieden mit dem kostenlosen Account, weil ich wenig Musik höre und mir die Premium Features egal waren. Jetzt teile ich mir einen Family Account. Würde das nicht gehen, würde ich wieder den kostenlosen nutzen, bei mir würde Spotify dann Geld verlieren statt zu gewinnen. Die Adressen hat Spotify übrigens vor einer Zeit schon abgefragt. Doof ist auch, wie umständlich das ist, seine Adresse zu ändern.. die FAQ sagen dazu „Es ist nicht möglich, die Anschrift für ein bestehendes Premium Family Abo zu ändern.“ Weil Familien niemals umziehen…

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Thomas Anders

Ich finds gut. Das ist kein Angebot für Schmarotzer, sondern Haushalte.
Alles was auf mehrere Haushalte ausgedehnt wird, entspricht nicht dem Angebot.

Wenn es erlaubt wäre einen Account mit freunden an unterschiedlichen Adressen zu haben, was sollen denn Leute machen die keine Freunde haben? :D

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