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Spotify stellt neuen Dienst Daily Drive in Deutschland vor

Spotify. (Foto: dpa)

Spotify bringt ein neues Audio-Format nach Deutschland. Klar wird: Noch nie waren die Zeiten für Podcast-Produzenten so gut wie heute, noch nie wurden sie so stark umworben.

Die deutsche Radiolandschaft bekommt mal wieder einen neuen Mitbewerber: Spotify startet in Deutschland seinen Dienst Daily Drive und wird damit mal wieder ein Stück mehr zum Herausforderer für klassische Sender und Webradios. Der schwedische Audio-Service kombiniert dabei Musik mit Podcastinhalten und Nachrichten. Zum Start gibt’s verschiedene Inhalte von Deutschlandfunk, das Morning Briefing des Handelsblatts, aber auch gesprochene Inhalte aus Süddeutsche, Zeit Online und Spiegel. Zusätzlich bietet Spotify zum Start fünf kuratierte Playlisten mit Podcast-Inhalten, beispielsweise unter dem Motto „Auszeit für dich“ oder „Lach doch mal“.

Ziel von Spotify ist es offenbar, einerseits eine Alternative zum üblichen Formatradio, aber auch mehr als den reinen Musikdienst zu bieten, bei dem der Kunde Sprachformate gezielt hinzuschalten muss. Spotify setzt hier auf ein Mischmodell, eine Kombination aus kuratierten Inhalten und automatisierte Playlisten, die sich an den Wünschen der Nutzer orientieren.

Mischung aus Musik und Sprache – Angriff auf das Formatradio

Dabei können die eingespielten Podcastinhalte, die im Stil einer klassischen Morningshow zusammengefügt werden, schon einmal bis zu zehn Minuten lang sein – eine Strecke, die im klassischen Formatradio nicht mehr geht, für speziell kuratierte Inhalte aber durchaus akzeptabel erscheint. Spotify ist nach eigenen Angaben der erste Streaming Dienst, auf dem Nutzer Playlists mit einem Mix aus Podcasts und Musik finden und diese auch selbst erstellen können.

Außerdem hat Studiochef Coutney Holt es geschafft, Barack und Michelle Obama dazu zu bewegen, ab dem kommenden Jahr einige exklusive Podcast-Shows zu produzieren. Solche Eigenproduktionen sind es, die Spotify mittelfristig – Netflix und Amazon haben es im Videobereich vorgemacht – zum Must-have für entsprechende Zielgruppen machen sollen. Auch in Deutschland versucht Spotify bereits seit längerer Zeit, die Podcast-Szene für sich zu gewinnen, und ist dabei durchaus erfolgreich – beispielsweise mit den Comedians Felix Lobrecht und Autor Tommi Schmitt, deren Podcast „Gemischtes Hack“ seit August exklusiv via Spotify zu hören ist.

Dass Spotify hier nach USPs sucht, ist nur vernünftig. Denn zum einen ist die Konkurrenz im Musikbereich dank Apple, Amazon, Deezer und Tidal härter geworden, und zum anderen sind die Margen im Geschäft mit den Labels und Künstlern traditionell nicht groß (was insbesondere bei den Künstlern für Ärger sorgt).

Podcast-Produzenten werden umworben – nicht nur von Spotify

Die Podcasts sollen bewusst aber nicht nur für zahlende Kunden produziert werden, sondern – im Interesse der Reichweite – auch den Free-Nutzern zur Verfügung stehen. Finanzieren soll sich das einerseits über die Abo-Modelle, andererseits aber auch mithilfe von Werbung bei den nicht-zahlenden Kunden. Spannend ist aber vor allem auch, was hier an Audio-Formaten entsteht – ähnlich wie man das in der Vergangenheit von Fernsehsendungen kennt. So soll beispielsweise das Format „Talk-o-mat“, eine Art Blind Date zwischen zwei Prominenten, das in Deutschland entstanden ist, in Zukunft auch in andere Märkte übertragen werden.

Doch nicht nur durch Spotify werden die Produzenten von Podcasts umworben, auch Apple bemüht sich nach Aussagen von Branchenexperten und Radioproduzenten aktuell vermehrt darum, exklusive Inhalte zu bekommen. Sieht so aus, als funktioniere das Geschäft mit den Audioinhalten nur durch eine Kombination aus Musikinhalten (und Verträgen mit den Labels) und Podcasts.

t3n meint: Schon lange war die Radiolandschaft nicht mehr so spannend und vielfältig wie heute. Ob hieraus immer tragfähige Geschäftsmodelle entstehen, bleibt dahingestellt. Aber Radiomacher jedweder Couleur treffen heute auf deutlich mehr Ideen und Produktionsformate. Das sollte auch die Hörer nach vielen Jahren des musikalischen Einheitsbreis hoffnungsfroh stimmen. Tobias Weidemann

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