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Sprachwunder: Die deutschen Stars der Sprachlern- und Translation-Szene

Seit dem Start von Google Translate 2006 hat sich einiges getan, wenn es um das virtuelle Erlernen einer Sprache oder schnelle und einfache Übersetzungen geht. Ganz vorne mit dabei: ein paar deutsche Player.

Bereits 2016 zählte allein Googles Übersetzungstool 500 Millionen Nutzer. Das Potenzial der Sprachlern- und Übersetzungstechnologien mit 4,9 Milliarden Mobilnutzern liegt weltweit aber sehr viel höher. Junge, gerade auch deutsche Unternehmen setzen auf innovative Ansätze wie Neural-Network-Machine-Learning, um Sprachen zu vermitteln. Dieser Gastbeitrag stellt deutsche Rising Stars der Szene vor, die in diesem Jahr besonderes Augenmerk verdienen.

DeepL – Größter Konkurrent für Google Translate

Das Kölner Startup DeepL sorgte bereits 2017 für Aufsehen. Einige Experten behaupten sogar, dass das smarte Übersetzungstool besser sei als Google Translate. DeepL arbeitet genauer und dreimal so schnell wie der große Player aus dem Silicon Valley. Der neue Überflieger am Übersetzungshimmel setzt dabei auf ein künstliches neuronales Netzwerk, das in einem Hochleistungs-Rechenzentrum auf Island läuft. Dieses neuronale Netzwerk schaffe es laut dem Unternehmen, eine Million Wörter in weniger als einer Sekunde zu übersetzen. Zukünftig plane DeepL auch kostenpflichtige Angebote für Business-Anwender.

Bragi – Kopfhörer mit integrierter Übersetzungsfunktion

Die intelligenten Kopfhörer „The Pro Dash“ des Münchner Unternehmens Bragi können mehr als nur Musik abspielen. Neben dem gewöhnlichen Telefonieren besitzen die Hearables auch eine integrierte Übersetzungsfunktion, die in Zusammenhang mit der App iTranslate funktioniert. Dass die Erwartungen – auch von Investorenseite – recht hoch sind, zeigen die Zahlen: Das Startup sammelte bereits satte 22 Millionen US-Dollar in einer Venture Capital Finanzierungsrunde und mehr als drei Millionen Dollar durch Produkt-Crowdfunding ein.

Babbel – Sprachlern-App kommt am US-amerikanischen Markt an

Mit rund einer Million zahlenden Kunden ist Babbel die erfolgreichste App zum Sprachenlernen. Seit der Gründung 2007 ermöglicht sie das Erlernen von insgesamt 14 Sprachen. Das Berliner Unternehmen verbindet dazu sprachwissenschaftliche Forschung mit neuester Technologie und hat es kürzlich geschafft, den hart umkämpften US-Markt für sich zu erobern. Das simple Erfolgsprinzip: Eine integrierte Sprach-Erkennung und -Analyse misst genau, ob die Aussprache der App-Nutzer mit einer zuvor gehörten Tonspur übereinstimmt – und bietet daraufhin Unterstützung. Investoren zeigen sich begeistert: Insgesamt sammelte das Unternehmen 33 Millionen Dollar in vier Finanzierungsrunden ein.

Was können wir für die Zukunft erwarten?

Im weltweiten Vergleich gibt es zusätzlich einige vielversprechende Unternehmen, die für den Wandel der Übersetzungstechnologien mitverantwortlich sind. Den Anfang machen die intelligenten Ohrstöpsel wie „Babel Fish“ oder „Pixel Buds“ von Google, die dem Nutzer Übersetzungen direkt ins Ohr sprechen. Lilt, ein Unternehmen aus Kalifornien, ist kürzlich damit aufgefallen, dass seine Lösung Software zur maschinellen Übersetzung, Translation Memory und eine Terminologiedatenbank miteinander vereint. Dabei geht es den Gründern nicht darum, eine reine maschinelle Übersetzungstechnologie anzubieten, sondern vielmehr sollen Übersetzer bei ihrer Tätigkeit unterstützt werden, indem ihnen fortlaufend Wörter vorgeschlagen werden.

Sowohl national als auch international tut sich also einiges in Sachen Sprachlern- und Translation-Tech. Auch in den kommenden Monaten werden wir von den Übersetzungstechnologien weiterhin einen kräftigen Innovationsschub erfahren: Computer werden zukünftig nicht nur Wörter, sondern auch Grammatik und Zusammenhänge viel besser als bisher verstehen und auf Basis dessen natürlich klingende, fließende Übersetzungen schaffen. Wenngleich es noch Nachholbedarf bei Dialekten und spezifischen Jargons gibt, werden die Technologien zunehmend mehr Nutzer anlocken. 2018 wird also definitiv ein Jahr, in dem wir noch viel von den neuen Translation-Tech-Playern erwarten können.

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