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Staatshilfen in Milliardenhöhe sollen Batteriefertigung in Europa etablieren

Die EU-Kommission billigt „strategisch wichtige“ Investitionshilfen in eine europäische Batteriezellfertigung. (Foto: Shutterstock)

Die EU-Kommission lässt geplante Milliardenhilfen mehrerer Mitgliedsstaaten für den Aufbau einer europäischen Batteriezellen-Fertigung zu.

Sechs europäische Staaten, darunter die Auto-Nationen Deutschland und Frankreich, wollen die Herstellung von Batterien für Elektro-Autos nicht allein asiatischen Unternehmen überlassen. Deshalb haben sie ein Paket staatlicher Beihilfen im Gesamtwert von 3,2 Milliarden Euro geschnürt. Ein Konsortium aus 17 Unternehmen will rund fünf Milliarden Euro investieren. BMW und BASF engagieren sich hier ebenso wie der Batteriehersteller Varta.

Deutschland will bis zu 1,25 Milliarden Euro bereitstellen

Deutschland steuert mit 1,25 Milliarden Euro den größten Anteil bei, gefolgt von Frankreich mit Fördermitteln in Höhe von 960 Millionen Euro. Die Förderung soll genutzt werden, um eine vollständige Wertschöpfungskette für leistungsfähige und umweltverträgliche Batterien aufzubauen. Das beginnt bei der Rohstoffgewinnung und geht über die Fertigung bis hin zur Wiederverwertung der Module. Dabei wird zwar zunächst auf Lithium-Ionen-Technik gesetzt, perspektivisch sollen indes auch Feststoffzellen entwickelt werden.

Für die Automobilindustrie ist der Batterieanteil künftig der bestimmende Kostenfaktor beim Bau der Fahrzeuge und damit auch ein Margenproblem, wenn auf dessen Einkaufsaufwand faktisch keine Kontrolle ausgeübt werden kann. Neben Deutschland und Frankreich, dem Koordinator des Pakets, sind Belgien, Italien, Finnland, Polen und Schweden mit Staatshilfen unterschiedlicher Größenordnung beteiligt.

Vestager bestätigt strategische Bedeutung für die EU

Für EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ist „eine Batterie-Produktion in Europa (…) von strategischem Interesse für unsere Wirtschaft und Gesellschaft.“ Neben der besonderen Bedeutung des Vorhabens wären daraus insbesondere keine übermäßigen Verfälschungen des Wettbewerbs zu erwarten, die zu einer Ablehnung der Freigabe hätten führen können.

Mit den Staatshilfen und den privaten Investitionen sollen mindestens zwei große Batteriewerke entstehen. Die erste soll bereits 2022 ihren Betrieb in Frankreich aufnehmen, die zweite soll in Deutschland ab 2024 produzieren.

Das Förderkonzept steht in Widerspruch zu Expertenmeinungen. So hatte etwa der vor wenigen Tagen publizierte Index Elektromobilität der Unternehmensberatung Roland Berger und FKA klar von einer teuren Aufholjagd bei der Batteriefertigung abgeraten und den Autoherstellern empfohlen, andere Geschäftsfelder rund um die Batterie zu entwickeln.

Rückbeteiligung der Steuerzahler möglich

Das Förderkonzept beinhaltet einen seltenen Baustein. So sollen Teile der Subventionen zurück gezahlt werden, wenn die Gewinne der beteiligten Unternehmen höher als erwartet ausfallen. Das wird letztlich zwar eine Gestaltungsfrage der Gewinndarstellung sein, ist aber mindestens eine bemerkenswerte Novität.

Passend dazu: Auto-Experte Dudenhöffer: Batterie-Förderung muss nach Tesla-Ankündigung überdacht werden

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