Entwicklung & Design

Stack-Overflow-Umfrage: Entwickler wollen coden und nicht Rockstars genannt werden

Die Entwickler-Community Stack Overflow hat wieder ihre beliebte Entwickler-Umfrage durchgeführt. 56.000 Programmierer haben daran teilgenommen und bestätigen dabei viele positive und negative Vorurteile über die Branche.

Stack Overflow ist die größte Online-Community für Entwickler und für die meisten von ihnen auch die erste Anlaufstelle bei Fragen und Problemen. Für fast jedes Informatik-Problem findet sich bei Stack Overflow schon ein Beitrag. Durch diese besondere Position ist Stack Overflow sehr nah an der Praxis und am Berufsalltag der Branche. Schon seit einigen Jahren führt die Community eine Entwickler-Umfrage durch. Mit einer 56.000 teilnehmenden Programmierern aus 173 Ländern ist die Studie vermutlich eine der größten ihrer Art und sehr repräsentativ.

Der typische Entwickler 2016: männlich, jung und wissbegierig

Global gesehen ist der typische Entwickler männlich, zwischen 25 und 29 Jahre jung und lebt in den USA. Das deckt sich auch mit dem Ergebnis der deutschen Teilnehmer, nur dass der typische deutsche Entwickler in Berlin lebt. Er arbeitet in einem Unternehmen mit 20-99 Mitarbeitern und ist generell zufrieden mit seinem Job. Das Durchschnittsgehalt liegt bei 46.900 Euro im Jahr (wie hoch die Gehälter in dem Sektor steigen können zeigte gerade eine andere aktuelle Studie) und die Arbeit macht ihm vor allem dann Spaß, wenn er viel Zeit mit Programmieren verbringt und er neue Technologien erlernt. Besonders wichtig ist ihm dabei die Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben, ein gutes Gehalt und eine gute Unternehmenskultur. Dass viele Entwickler Überzeugungstäter sind, erkennt man daran dass sie im Durchschnitt mindestens eine Stunde ihrer Freizeit mit Open-Source- und Hobby-Projekten verbringen. Und auch daran, dass Entwickler zufrieden sind, wenn sie mehrmals täglich Code einchecken können (59,90%).

Wer hätte es gedacht: Entwickler wollen entwickeln. (Quelle: Stack Overflow)

Wer hätte es gedacht: Entwickler wollen entwickeln. (Quelle: Stack Overflow)

Selbstwahrnehmung: Bitte keine Rockstars und Gurus einstellen

Wenn es um die Selbstwahrnehmung geht, dann bezeichnen sich Entwickler, wenig überraschend, selbst am liebsten als Entwickler (69,8%) oder Programmierer (58,6%). Die Bezeichnungen Ninjas (11,5%) und Rockstars (6,7%) landen auf den hintersten Plätzen. Das Schlusslicht ist der Guru, nur 5,1% der Befragten würden sich selber so betiteln. Interessant: Besonders unter den unter 20-Jährigen bezeichnet sich der übermäßige Teil als Programmierer mit 73,75%.

Entwickler wollen Entwickler genannt werden und nicht Gurus oder Rockstars. (Quelle: Stack Overflow)

Entwickler wollen Entwickler genannt werden und nicht Gurus oder Rockstars. (Quelle: Stack Overflow)

Drei Viertel aller Entwickler sind Autodidakten

Ein besonders bemerkenswertes Ergebnis der Umfrage ist die enorm hohe Zahl an Autodidakten, also Leuten die sich ihre Fähigkeiten zumindest teilweise selbst beigebracht haben. Ihre Zahl liegt bei 74,7%. Das liegt aber natürlich auch im Wesen der Informatik – die Anforderungen sind enorm breit gefächert und es ist daher wohl unmöglich alle Berufsinhalte in einem Studium oder einer Ausbildung zu vermitteln. Erstaunlich gering ist dagegen der Anteil an Entwicklern, die Onlinekurse wie etwa Coursera oder Codeacademy absolviert haben: nur 19,8% in Deutschland (weltweit 26,18%). Das spricht dafür, dass diese Kurse öfter von Laien und Hobby-Entwicklern verwendet werden.

Geht anscheinend nicht anders in der Informatik: Drei Viertel sind Autodidakten. (Quelle: Stack Overflow)

Geht anscheinend nicht anders in der Informatik: Drei Viertel sind Autodidakten. (Quelle: Stack Overflow)

Alle Ergebnisse im Detail gibt es auf der extra dafür eingerichteten Webseite von Stack Overflow. Die Ergebnisse für Deutschland gibt es außerdem als separate PDF-Datei zum Herunterladen, im Austausch gegen Kontaktdaten.

via stackoverflow.com

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3 Kommentare
Sebos
Sebos

Jo. Ich find „Rockstar“ „Supertalent“ o.ä. auch eher abstoßend. Gerade mit zunehmener Erfahrung als Coder weiß man, dass man nichts weiß – oder es immer jemanden gibt, der XY eben noch ein bisschen besser / effizienter / schöner macht. Was nicht heißt, dass man selbst nicht auch hochwertige Arbeit abliefert. ABER – es ist doch quark sich als was auszugeben, was man nicht ist. Wir sind doch hier nicht im Marketing :-)

Antworten
der.sebbe
der.sebbe

„Das spricht dafür, dass diese Kurse öfter von Laien und Hobby-Entwicklern verwendet werden.“
Oder dafür, dass viele der heutigen Programmierer/Entwickler die Fähigkeiten die dort vermittelt werden zum Zeitpunkt des Erscheinens solcher Kurse und Möglichkeiten besaßen?!

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Tommy.S
Tommy.S

Interessant ist, dass selbst Programmierer und Software-Entwickler nicht unterscheiden können, was sie eigentlich machen. Dass das nämlich zwei verschiedene Tätigkeiten sind, wissen leider die wenigsten. Ein Maurer ist ja auch kein Architekt…

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