Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Analyse

Ist der Startup-Boom in San Francisco vorbei?

Ein Mitarbeiter des US-Startups Medium in San Francisco. (Foto: Medium)

Neue Zahlen legen nahe, dass die Goldgräberstimmung in San Francisco vorbei ist. Immer weniger Geld fließt in Startups aus der Gründermetropole. Doch ganz so düster ist die Lage nicht.

Glaubt man einem neuen Bericht von Bloomberg, ist die Goldgräberstimmung unter Investoren in San Francisco vorbei. Der Finanznachrichtenagentur zufolge floss mit 7,6 Milliarden US-Dollar im ersten Halbjahr 2017 im Landesvergleich zwar immer noch das meiste Geld in Startups aus der Gründermetropole – aber der Trend ist stark rückläufig.

So belief sich das Investmentvolumen im ersten Halbjahr 2016 noch auf stattliche 13,7 Milliarden US-Dollar. Zieht man den bisherigen Höchstwert von 14,9 Milliarden US-Dollar aus dem ersten Halbjahr 2015 heran, haben Investoren ihre Geldgaben für Startups aus der Hauptstadt des Silicon Valleys innerhalb von nur zwei Jahren fast um die Hälfte reduziert. Die Zahlen hat Bloomberg dem aktuellen „Moneytree Report“ des Marktforschungsunternehmens PWC entnommen.

Investor hat eine Erklärung

Bestätigt wird dieser Negativtrend auch von Tomasz Tunguz, Investor bei der US-Venture-Kapital-Firma Redpoint. Zwar bekämen Startups in San Francisco verglichen mit den Jahren 2010 bis 2013 immer noch mehr Geld. „Aber der 50-prozentige Rückgang ist Realität“, schreibt Tunguz auf seinem Blog. Vor allem die Zahl der späten Anschlussfinanzierungen (Series C und D) habe rapide abgenommen.

Einen Erklärungsversuch liefert der Investor gleich mit. Tunguz vermutet, dass sich erstens viele Spätphasen-Investoren aus dem Markt zurückgezogen haben. Zweitens hätte ein Großteil jener Startups, die Anfang der 2010er-Jahre gegründet worden seien, inzwischen gar keinen Bedarf mehr nach großen Anschlussfinanzierungen. „Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus beidem“, so Tunguz, ohne jedoch konkrete Gründe zu nennen.

Denkbar ist, dass das zuletzt gestiegene Interesse an Börsengängen die Venture-Kapital-Investionen in San Francisco drückt sowie die horrenden Mietsteigerungen, die Gründer dazu veranlassen, ihr Startup in einer anderen Stadt zu gründen.

Startup-Boom geht andernorts weiter

Ganz so düster wie die Zahlen angesichts einer immer wieder diskutierten Startup-Blase erscheinen, ist die Lage im Mutterland der Gründer allerdings nicht. Schließt man das nördlich gelegene San Francisco von der Berechnung aus, legten die gesamten Startup-Investitionen im Silicon Valley kräftig zu. Insgesamt flossen im ersten Halbjahr 2017 nicht weniger als 6,4 Milliarden US-Dollar in Neugründungen aus der Region. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 4,3 Milliarden US-Dollar.

Mehr zum Thema:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.