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Startup-Förderung: So will Altmaier Gründer unterstützen

Sein Herz für Startups hat Peter Altmaier entdeckt. (AP Photo/Andrew Harnik)

Die Bundesregierung will die Unterstützung von Startup-Projekten intensivieren. Dazu hat Peter Altmaier ein Maßnahmenpaket in Zusammenarbeit mit den einschlägigen Verbänden angekündigt. Doch das ist mehr als vage.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat ein Herz für Startups und Gründer. Zumindest nannte er es Anfang des Jahres alarmierend, dass die Zahl der Gründungen in Deutschland so niedrig und im letzten Jahr noch gesunken sei. Als Grund dafür machte er fehlenden Enthusiasmus und Gründergeist aus, was aber weniger an den Gründern selbst als an der deutschen Skepsis gegenüber gescheiterten Gründungen liege. Man kennt das – ein Hoch auf die amerikanische Mentialität, in der Scheitern nicht als Makel gesehen werde, das ganze Programm. Hinzu kommen eine ausgeprägte Bürokratie und fehlende Gründungszuschüsse.

Passiert ist seitdem zumindest wenig, was man nach außen hin sehen könnte. Doch jetzt kommen zumindest etwas konkretere Aussagen des Bundeswirtschaftsministers. Zusammen mit den Verbänden DIHK, BDI, BDA und ZDH wolle man im Rahmen einer großen Gründerinitiative die „Unternehmenskultur in Deutschland stärken und mehr Menschen zu selbständigen Unternehmern machen“. Das ist auch dringend nötig. Denn wie der KfW-Gründungsmonitor zeigt, ist die Zahl der Gründer im vergangenen Jahr (auch und vor allem aufgrund der guten Arbeitsmarktlage) gesunken. Erstmals schlüsselt die KfW neben den Gründern generell auch die Startups auf, die innovative, neue Ideen als Gegenstand einer Gründung haben.

Mit einem Startup zu scheitern, gilt noch immer als Makel

„Deutschland braucht mehr Menschen, die mit Mut, Kreativität und Verantwortung eigene Ideen umsetzen und innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln“, zitiert das Handelsblatt aus einem Papier, das Altmaiers Ministerium heute vorstellen wird. Was das konkret bedeuten wird, ist unklar – auch wenn das Papier zehn Maßnahmen auflistet, mit denen Gründer in Zukunft unterstützt werden sollen. Dabei geht es einerseits um die Belebung des Gründergeistes in Deutschland, beispielsweise auch durch Förderung von unternehmerischem Denken in den Schulen, aber auch um weniger Bürokratie und steuerliche Entlastungen.

Wie konkret das alles ist und was davon zeitnah bei den Unternehmen ankommt, wird die Zeit zeigen müssen. Wirklich handfest ist das alles noch nicht und auch der Bundestag wird noch ein Wörtchen in vielen Punkten mitzureden haben. Gefördert werden sollen außerdem gezielt Frauen, die unter den Gründern noch eine Minderheit darstellen, sowie Gründer mit Migrationshintergrund.

Finanzielle Startup-Förderung nach Ende der Frühphase

Ein besonderes Augenmerk wollen die Verbände und der Minister dabei auf die finanzielle Förderung legen. Denn zum einen gäbe es zwar in der Anfangsphase, in der eher wenig Kapital gebraucht wird, ausreichend Möglichkeiten, eine Gründung zu finanzieren, doch der Zwischenschritt danach (also bevor ein Unternehmen möglicherweise den ganz großen Deal mit Investoren machen kann) sei immer wieder eine schwierige Konstellation und ein Zeitpunkt, an dem Unternehmen finanziell die Puste ausgehen kann. Ein Problem dabei: Viele Investoren in den USA, wo bekanntermaßen noch deutlich mehr Venture Capital am Markt ist als hierzulande, investieren lieber in ihrem Heimatmarkt.

Viele der Maßnahmen sind noch reichlich vage und es bleibt abzuwarten, was davon in Kooperation mit den genannten Verbänden tatsächlich umzusetzen sein wird. Klar ist aber, dass bereits im Koalitionsvertrag einige Punkte festgehalten sind, an denen sich die Bundesregierung messen lassen muss. Im kommenden Jahr plant das Bundeswirtschaftsministerium Regionalkonferenzen, in denen man sich mit den Verbänden austauschen wolle, um entsprechende Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

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3 Reaktionen
Gremberghoven

Die idee finde ich allgemein gut. Weil Startkapital sehr wichtig ist. Ob das funktioniert am Ende, werden wir sehen.

Antworten
Titus von Unhold

"Mit einem Startup zu scheitern, gilt noch immer als Makel"

Was unter anderem an den absurden Regeln zur Privatinsolvenz liegt. Wer sich in DE aus der Insolvenz heraus selbständig machen will oder weiter selbständig bleiben will, wird dies kaum schaffen weil in Unternehmensvermögen vollstreckt werden darf, bzw. die Freibeträge zu niedrig sind und jeder zusätzliche Cent vor Gericht erstritten werden muss. Außerdem dauern solche Verfahren viel zu lange. In England oder Frankreich ist man nach 18 bis 36 Monaten wieder bei Null und braucht nicht sieben Jahre zu buckeln.

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