Fundstück

Startup gründen: Arbeitnehmer in Schweden bekommen dafür 6 Monate frei

(Foto: Shutterstock/Zofot)

Schweden zeigt, wie sich Unternehmensgründungen ankurbeln lassen. Arbeitnehmer bekommen dort sechs Monate unbezahlte Auszeit, wenn sie ein Startup aus der Taufe heben wollen. Das System hat Erfolg.

Seit rund 20 Jahren haben schwedische Arbeitnehmer das verbriefte Recht auf eine unbezahlte Auszeit, wenn sie ein neues Unternehmen gründen wollen. Die Arbeitgeber dürfen zwar Einspruch erheben – ablehnen dürfen sie ein solches Gesuch aber nur, wenn das eigene Unternehmen dadurch gefährdet ist. Außerdem dürfen gründungswillige Arbeitnehmer mit ihrem Startup nicht in Konkurrenz zum bisherigen Arbeitgeber treten.

Startup gründen ist in Schweden quasi Recht für Arbeitnehmer

Der sogenannte „Right to Leave to Conduct a Business Operation Act“ ist nur eines von mehreren Möglichkeiten für schwedische Arbeitnehmer, eine Auszeit zu nehmen. Das Recht auf Startup-Gründung für Angestellte hat laut einem Bericht des World Economic Forum (WEF) dafür gesorgt, dass Stockholm zu Europas Startup-Hauptstadt aufgestiegen ist. Geht es nach der Anzahl von Unicorn-Unternehmen pro Kopf liegt weltweit nur das Silicon Valley vor der schwedischen Metropole.

Zu den erfolgreichsten Startups aus Schweden gehört Spotify. Der 2006 gegründete Musikstreaming-Dienst ist nach seinem Börsengang an der Wall Street jetzt schon 24,5 Milliarden US-Dollar wert. Das von dem schwedischen Unternehmer Niklas Zennström mitgegründete Skype gilt ebenso als Aushängeschild für die schwedische Startup-Szene wie der in Stockholm beheimatete Minecraft-Entwickler Mojang. Beide Unternehmen wurden für Milliarden Dollar von Microsoft gekauft.

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Das Prinzip Acqui-Hire: Wer ein Startup schluckt, verleibt sich auch die Mitarbeiter ein. (Grafik: Shutterstock)

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Insgesamt sieht das WEF das sogenannte Nordische Modell, das weitreichende Rechte für Arbeitnehmer und ausgeprägte Sozialleistungen beinhaltet, als nachahmenswert und sieht eine Verbindung zur Wettbewerbsfähigkeit Schwedens, Finnlands oder Dänemarks. Skandinavische Länder finden sich entsprechend recht weit vorn im Global-Competitiveness-Index 4.0 des WEF. An der Spitze stehen aber die USA, Singapur und Deutschland.

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2 Kommentare
Dr. Jan-Arne Gewert

Andere Länder – andere Sitten
In Deutschland gibt es die Möglichkeit bei der Agentur für Arbeit einen Gründerzuschuss für 6 Monate zu bekommen. Natürlich kann man über den bürokratischen Aufwand meckern, aber: Die Gründungsidee niederzuschreiben und den geplanten Weg in einen Business Plan zu strukturieren hat noch keinem geschadet. Wer zur Gründung einen Kredit benötigt, der muss das ohnehin bei der Bank vorlegen. Und wenn man etwaige Fragen nervige der Agentur Mitarbeiter als Challenge für die Sitzung bei der Bank begreift, dann ist der etwas mühsamere Weg keineswegs verschwendete Zeit.
Ob in Schweden oder bei uns in Deutschland: Allen Gründern wünsche ich zündende Ideen, ein solides unternehmerisches Gespür und viel Erfolg bei der Umsetzung!

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georg
georg

bei bildungskarenz geht das in AT 12 Montae lang… bei bis zu 1800€ pro monta (und die 8 ECTS nebenbei sollten nicht schwer sein)

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