News

Startup-Gründung: Männer erhalten deutlich mehr Risikokapital als Frauen

(Foto: Shutterstock)

Wer ein Startup gründet, ist in der Regel vor allem erst einmal von Geldgebern abhängig. Investoren gibt es zwar, diese setzen jedoch eher weniger auf Frauen als Gründerinnen.

Wie eine Studie zeigt, bekommen Frauen in den USA nur einen Bruchteil des Risikokapitals, das in diesem Bereich investiert wird. Das Babson College in Massachusetts hat fast 68.000 Startups, die zwischen 2011 und 2013 Risikokapital bekommen haben, untersucht. Während männliche Gründer auf ungefähr 50 Milliarden Dollar Investment kamen, erhielten Frauen für ihre Geschäftsideen jedoch nur 1,5 Milliarden Dollar. Somit erhielten Frauen nur etwa drei Prozent vom Kapital, wie der Spiegel berichtet.

Candida Bush, Leiterin der Studie am Babson College, erklärt sich die unterschiedlichen Zahlen mit einer „strengeren Prüfung der Frauen“ der Geldgeber und „den falschen Netzwerken“, in denen sie sich befinden. Dazu kommt die Tatsache, dass die Branche für Risikokapital in den USA mit 92 Prozent von Männern dominiert wird, erschwerend hinzu.

Die Studie ermittelte außerdem, dass ein Führungsteam, welches nur aus Männern besteht, viermal so hohe Chancen auf das Risikokapital hat – im Vergleich zu Teams, in denen mindestens eine Frau sitzt. Eine schwedische Studie kam bereits im Februar zu dem Ergebnis, das Frauen anders bewertet werden würden als Männer: Während es bei Männern einen positiven Eindruck hinterlässt, wenn sie Begeisterungsfähigkeit und Jugendlichkeit verkörpern, wird Frauen mit den gleichen Eigenschaften eher Unerfahrenheit nachgesagt.

Risikokapitel als wichtiger Startschuss für Gründer

Auf Risikokapital sind vor allem die jungen Unternehmen angewiesen, die keinen Kredit von der Bank erhalten – sie bieten meist Anteile ihrer Firma an, um Kapital zu erhalten, Investoren erhoffen sich davon eine hohe Rendite. Dennoch verhalfen die Investitionen den Männer-Startups nicht unbedingt zum Durchbruch: Laut Global Entrepreneurship Monitor sind Männer und Frauen ungefähr gleichermaßen erfolgreich in ihren Startups. Die Zahl der Gründer unterscheidet sich ebenfalls nur minimal: Während bei Männern im Jahr 2013 16 Prozent ihre eigene Firma gründeten, waren es bei Frauen elf Prozent.

Passend zum Thema: 

via www.spiegel.de

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

3 Kommentare
Ribert Lirert
Ribert Lirert

Müssen sich die Frauen halt mehr anstrengen.

Antworten
Erich Kitzmüller

Wieviele Prozent der untersuchten Startups waren von Frauen gegründet?
Wie hoch ist der Median der Investitionen bei männlichen und weiblichen Gründer(-innen)?
Der prozentuelle Anteil am Gesamtkuchen alleine lässt überhaupt keine sinnvolle Aussage zu.

Antworten
Phil69
Phil69

Genau das habe ich mich auch gefragt. Im Jahr 2014 beispielsweise waren nur knapp 11 Prozent der Startup-Gründer weiblich. Wenn alle Gründer Geld bekämen, würden somit rein rechnerisch Frauen 11 Prozent erhalten. Das sagt aber noch nichts über die Höhe der Investition aus.

Dazu kommt noch ein anderer Punkt: Frauen gründen zu 36 % als Alleingängerin, Männer nur zu 22 %. Männer setzen mehr auf Teams, was mich als Investor eher zu einer Finanzierung verleitet.

Noch ein Punkt: Die Geschäftsideen von Frauen richten sich oft nur an Frauen, z.B. Plattform für Second-Hand-Mode, Stil-
und Accessoirberatung, High-Heels-Coach, etc. Die Geschäftsideen von Männern dagegen häufig an die Allgemeinheit, also Männer und Frauen. Die drei Beispiele waren übrigens laut Gründerszene.de die besten Gründungen von Frauen der letzten Jahre. Männliche Investoren fehlt möglicherweise einfach der Bezug zu solchen Themen/Geschäftsmodellen.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.