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Startups

Startup-Interview-Reihe – 9 Fragen an FastBill: „Gründen ist eine Lebenseinstellung“

Mit neuen Ideen und viel Engagement haben die Unternehmensgründer auf sich aufmerksam gemacht, die wir in unser neuen Reihe mit Startup-Interviews vorstellen. Für diese Rubrik möchten wir einen Blick auf die Gedankenspiele, Herausforderungen und Motivationen bei der Startup-Gründung werfen. Im zweiten Teil unserer Startup-Interview-Reihe stellen wir 9 Fragen an René Maudrich, Geschäftsführer Produktentwicklung und Co-Founder von FastBill.

FastBill ist eine webbasierten Software-Lösung im Bereich der digitalen Abrechnung von Dienstleistungen und Produkten. FastBill bietet eine SaaS-Lösung für Teamwork, Projektmanagement und Abrechnung.

René Maudrich befasst sich bereits seit 2004 mit verschiedenen Möglichkeiten und Anwendungsbereichen von webbasierten Systemen und orientiert sich dabei an Software-as-a-Service Angeboten.

Wir haben René Maudrich neun Fragen rund um FastBill und seine Erfahrungen als Startup-Gründer gestellt.

Wie sind die Idee und das Konzept für das Startup entstanden?

Schon lange bevor webbasierte Software in Deutschland modern wurde, stellten wir Gründer fest, dass es für Freelancer und kleine Teams enorm wichtig ist, die nervigen Arbeiten des täglichen Alltags zu vereinfachen und den Zugriff auf Geschäftsdaten von einem beliebigen Ort zu ermöglichen. Mit unseren Erfahrungen aus dem Hosting- sowie dem Agenturbereich nahmen wir die Erfassung und Abrechnung von Leistungen und wiederkehrenden Services zum Anlass, eine Software zu konzipieren, mit der man diese Aufgaben schneller und ohne viel Ballast erledigen kann. Wir nahmen all die Buchhaltungsthemen und formalen Anforderungen zusammen und schnürten eine schlanke und intuitive Software für kleine Unternehmen.

Wie viele seid Ihr heute?

Im operativen Geschäft sind wir ein Team von sieben Mitarbeitern. Dazu kommt noch unser Beirat, der uns mit viel Fachwissen in der strategischen Planung unterstützt.

Wie hat sich die Unternehmensfinanzierung in der Anfangsphase gestaltet?

Wir haben von Anfang an eine private Finanzierung gewählt und sind damit sehr gut gefahren. Das Unternehmen gehört somit nach wie vor den Personen, die von der Idee auch langfristig überzeugt sind und einen hohen persönlichen Einsatz bringen. Für uns war es immer wichtig, auf den Markt reagieren zu können und nicht einfach fremdes Geld zu verbrennen.

Wie wichtig waren „richtige Kontakte“ bzw. ein großes Netz an Kontakten für den Einstieg/Start?

In unserem Fall war es anfangs nur wichtig, fachliche Profis an Bord zu holen, um die Software gesetzlich korrekt und die Infrastruktur stabil und sicher zu gestalten. So kam es zur Gründung des Beirats, in dem sich das Wissen der Bereiche Wirtschaft, Hosting und Marketing bündelt.

Darüber hinaus wurde es immer wichtiger, ein gutes Netzwerk in der Szene der Early Adopters und Startups aufzubauen. Wir arbeiten viel mit Multiplikatoren und möchten, dass unsere Partner, Kunden und Kontakte von unserer Ernsthaftigkeit und dem Nutzen von FastBill überzeugt sind. Diese Strategie hat sich bisher immer ausgezahlt.

Hat der Ort der Startup-Gründung eine wichtige Rolle beim Erfolg des Startups gespielt, oder würdest du eher sagen, dass Ihr ortsunabhänig seid?

Wir sehen unser Unternehmen als extrem mobil und ortsunabhängig. Wir folgen damit unserem Grundgedanken, dass ein Team verteilt arbeiten kann, wenn es Tools wie FastBill einsetzt. Also sind wir das beste Beispiel für den Nutzen von SaaS Software. Wir sehen zwar, dass es in Städten wie Berlin oder Hamburg eine starke Vernetzung zwischen jungen Unternehmen gibt, jedoch denken wir, dass man dazu nicht zwangsweise dort gründen und alle Mitarbeiter zusammensetzen muss.

Die größten Hürden auf dem Weg zur Gründung waren...?

Wir mussten feststellen, dass sich trotz einer vergleichbaren Entwicklung in der amerikanischen Software-Landschaft der deutsche Markt für webbasierte Businesstools anfangs sehr mühsam voran bewegte. Die Anmeldezahlen waren nicht vergleichbar mit den heutigen, was wir auf zu wenig Rückenwind durch große Beispiele wie Google oder Microsoft zurückführten.

Heute merken wir, dass die Epoche der „Software as a Service“ in den Köpfen der Unternehmer angekommen ist. Ohne einen langen Atem wäre eine stabile Geschäftsentwicklung, wie wir sie heute erleben, nicht möglich gewesen.

Wie habt ihr es zu Beginn geschafft, in aller Munde zu kommen, bekannt zu werden, euch zu positionieren?

Wenn man Müsli oder Gutscheine verkauft, gibt es ein großes Potential, dass sich der Name wie ein Lauffeuer verbreitet und man schnell die Presse dominiert.

Das ist allerdings bei einem Thema wie „Rechnungsstellung, Liquidität, Buchhaltung“ nicht ganz so leicht. Hier geht es um vertrauliche Informationen und die Beziehung zu den eigenen Kunden. Vertrauen zu schaffen hat dabei für uns Prio 1. So fahren wir sehr gut mit der Strategie über das Thema sowie Stolpersteine bei den Anforderungen des Gesetzgebers aufzuklären. Gleichzeitig bietet FastBill eine sichere und gesetzlich korrekte Plattform für die Geschäftsdaten. Diesen großen Nutzen sehen viele potentielle Kunden, die mit bisherigen Herangehensweisen unzufrieden sind. Und das ist oft der Aufhänger für eine Berichterstattung bzw. die persönliche Empfehlung.

Was würdest du in der Gründungsphase rückblickend anders machen?

Im Laufe der letzten Jahre haben wir festgestellt, dass man sich leicht dazu verleiten lässt, zu sehr auf die Angebote anderer Marktanbieter zu schauen oder zu sehr die Einzelwünsche der Kunden zu implementieren. Damit erreicht man, dass die Software sehr komplex und schwer unterscheidbar zu Alternativangeboten wird. Wir folgen dabei vielmehr der Strategie eine Vision zu verfolgen, die eine ganz besondere Lösung für das fokussierte Problem bietet. So schafft man einen eigenen Charakter und ist nicht beliebig austauschbar.

Auch wichtig ist die eigenen Kunden von Anfang an bei der Gestaltung von Funktionen mit einzubeziehen. So arbeitet man gemeinsam an Ideen und findet bessere Lösungen.

Welche wichtige Empfehlung oder welche Tipps würdest du Gründern mit auf den Weg geben?

Beim Gründen geht es vorerst nicht um den Exit. Jeder Gründer sollte eine Vision haben, ein Thema in den Mittelpunkt stellen, zu dem sie/er eine außergewöhnliche Lösung anbieten möchte. Dann sollte es mit 100 Prozent Vollgas gemacht werden. Es ist nicht ratsam auf mehreren Hochzeiten zu tanzen, so schafft man höchstens mehrere mittelmäßige und unfertige Ergebnisse.

Es sollte auch nicht darum gehen „Geschäftsführer“ zu sein und viele Angestellte zu haben. Partner und Mitarbeiter sollten sich immer als wichtigen Teil des Erfolgskonzeptes sehen. Einstellen braucht man erst, wenn man es einfach nicht mehr alleine schaffen kann.

Gründen ist eine Lebenseinstellung. Man hat Erfolg, weil man von der Idee überzeugt ist und diese kreativ und trotz begrenzter Möglichkeiten umsetzt.

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Eine Reaktion
rubyist

Ich finde das fastbill die mitunter am besten gelungene Lösung zum schreiben von Rechnung hier in Deutschland ist. Doch was das Design angeht, lässt sich meiner Meinung noch viel verbessern. Für meinen Geschmack wirkt es etwas "grob". Ich persönlich würde mir eine "sexy" Oberfläche ala invoicemachine.com oder getflow.com wünschen. Das würde m.E. auch noch sehr viel mehr Kunden anlocken - das Auge kauft eben immer mit. Leider wird das hier in Deutschland (außer bei Autos) generell ganz häufig vergessen.

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