Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Startups

Das Ass im Ärmel des Gründers: Wie du einen Mentor findest und behältst

(Grafik: Shutterstock)

Ein Mentor in der risikobehafteten Frühphase eines Startups kann Goldwert sein. Worauf Gründer bei der Suche, Auswahl und Pflege der richtigen Kontakte achten müssen, erfahrt ihr im Artikel.

Mentoring, das Ass in der Early Stage

In der extrem risikobehafteten Early-Stage eines Startups können Mentoren Goldwert sein. (Grafik: Shutterstock)
In der extrem risikobehafteten Early-Stage eines Startups können Mentoren Goldwert sein. (Grafik: Shutterstock)

Das Team ist klein, die Kasse knapp, das Produkt noch unreif, der Workload gigantisch: „It's Early-Stage!“, würde der Gründer von heute dazu sagen. Die extrem risikobehaftete Frühphase eines Startups ist außerdem von operativen Defiziten wie etwa fehlender Management-Erfahrung und Wissenslücken in Technologie, Marketing und Vertrieb geprägt. Umso besser, wenn Gründer sich hier auf fachkundigen Rat von außen verlassen können. Die Rede ist von einem Mentor, der sein Wissen mit jungen Gründern teilt, strategischen Fehlern vorbeugt und so die Verwirklichung von Produkt und Vision gewinnbringend flankiert.

Was aber macht einen guten Mentor überhaupt aus? Wie findet man ihn und worauf müssen Gründer für eine erfolgreiche Beziehungspflege achten?

„Kein Mentor hat die Weisheit mit Löffeln gefressen“

Einer, der sich damit auskennt, ist Konstantin Guericke. Der deutsche LinkedIn-Mitgründer ist als Mentor am Entrepreneurship-Lehrstuhl der renommierten Stanford University in Palo Alto tätig und sagt: „Kein Mentor hat die Weisheit mit Löffeln gefressen und weiß zu jeder Zeit, was die richtigen Entscheidungen sind.“ Einem guten Mentor wie Gründer gelingt also der andauernde Spagat zwischen Handeln und Handelnlassen. Guericke selbst rät Gründern dazu, sich einen diversifizierten Pool an Mentoren ins Boot zu holen.

Dazu gehören zuerst natürlich die eigenen Mitgründer, sagt Guericke. „Die sind am allerwichtigsten, weil sie mehr über dich und dein Startup wissen, als jeder andere. Sie haben auch ein Commitment, was sonst keiner hat.“ Damit durch das Mentoring aber vor allem klaffende Wissenslücken geschlossen werden können, braucht es zusätzliche Expertise. Die bringen laut Guericke „Technologie-Experten“ ins Startup, „die weiterhelfen, wenn das Produkt nicht richtig skaliert oder das Ingenieur-Team nicht effizient genug arbeitet“. „Das können erfahrene Gründer oder auch Business Angels sein.“. Neben Marketing- und Vertriebsspezialisten hält der 48-jährige auch die emotionale Unterstützung durch Freunde und Familie in Krisenzeiten wichtig. Unterm Strich, sagt Guericke, sollte man sich jedenfalls „niemals nur auf eine einzige Person verlassen.“

Tipps für Suche, Auswahl und Pflege des Mentors

Damit ein Mentor die Entwicklung in der Frühphase gewinnbringend unterfüttert, ist nicht nur die Suche, sondern auch die richtige Auswahl und Pflege der Beziehung entscheidend. Worauf du als Gründer hier achten musst, zeigen die folgenden Tipps für die Suche und den Umgang mit Mentoren.

Wissen, wonach man sucht

Mentor ist nicht gleich Mentor: Damit Gründer den passenden Partner finden, ist Vorrecherche notwendig. (Foto: Shutterstock)
Mentor ist nicht gleich Mentor: Damit Gründer den passenden Partner finden, ist Vorrecherche notwendig. (Grafik: Shutterstock)

Wenn du dich auf die Suche nach einem Mentor begibst, sei dir im Klaren darüber, was du willst. Ergo: In welchem Bereich möchtest du dich konkret verbessern? Wo benötigst dein Startup Unterstützung und mit welchen Maßnahmen kann dir ein Mentor unter die Arme greifen? So wird die Suche und Auswahl eines Mentors erleichterst und du vermeidest Beziehungen zu Personen, die nicht zu dir und deinen Prinzipien passen.

Erst geben, dann nehmen

Beziehungen gleich jeder Art sind keine Einbahnstraßen. Das gilt sowohl für die lose Kontaktpflege in deinem Netzwerk als auch für die Suche nach einem Mentor. Bevor du also jemanden um Rat bittest, mach dir zuallererst Gedanken darüber, welchen Mehrwert du einem erfahrenen Gründer oder Marketing-Spezialisten bieten kannst. Vielleicht bist du im Gegensatz zu deinem künftigen Mentor ein versierter Coder und kannst ihm oder ihr kostenlos mit Programmierarbeiten bei Projekten helfen. Sinnvoll ist in diesem Fall eine Recherche. In Sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn beispielsweise findet man schnell heraus, wonach eine Person in ihrem Netzwerk genau sucht.

Zuhören, Vertrauen, Kritik ertragen

Wer egoistisch ist, nicht zuhört und vor allem Kritik nicht erträgt, wird mit Mentoren nicht glücklich werden. (Foto: Shutterstock)
Wer egoistisch ist, nicht zuhört und vor allem Kritik nicht erträgt, wird mit Mentoren nicht glücklich werden. (Grafik: Shutterstock)

Gutes Zuhören, ein gesundes Maß an Vertrauen sowie die Fähigkeit, schonungslose Kritik ertragen zu können, ergeben das Grundgerüst einer stabilen Gründer-Mentoren-Beziehung. Kein Mentor hat Lust auf beratungsresistente Menschen. Willst du dich und dein Unternehmen weiterentwickeln, folge dem Rat deiner Mentoren. Sie haben schon schwierige Herausforderungen gemeistert und handeln immer in deinem Interesse. Als Kapitän deines Unternehmens behältst du das Ruder in der Hand, der hingegen Mentor navigiert dich durch die schwierigen Routen einer Startup-Gründung.

Transparenz und regelmäßige Updates

Es versteht sich von selbst, dass die Beziehung zwischen Gründern und Mentoren auch auf Transparenz beruht. Als Gründer solltest du deine Mentoren regelmäßig über die Entwicklungen und Pläne in deinem Startup informieren. Schreibe zum Beispiel einmal im Monat einen umfassenden E-Mail-Report. Notiere dir eine wichtige Frage, die du deinem Mentor zum Abschluss der E-Mail oder des Telefonats stellst. So hältst du den Ball aktiv in Bewegung und stärkst die Bindung zum Mentor. Übrigens: Überwerfe dich nicht mit der Bitte um Feedback. Ein halbstündiges Meeting pro Quartal hat mehr Substanz als jede Woche für zwei Stunden an der Strippe zu hängen.

Wo du einen Mentor findest

Mentoren – vor allem erfolgreiche Gründer sowie Experten in den Bereichen Technologie, Marketing oder Vertrieb – lassen sich unter anderem auf Netzwerkevents antreffen. In unserem Startupbootcamp, das inzwischen auch mit einer Filiale in der Bundeshauptstadt vertreten ist.

Du bist Gründer und hast schon Erfahrungen mit Mentoren gesammelt? Teil uns deine Meinungen in den Kommentaren mit!

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.