Ratgeber

Startup ohne Namen? So findest du den passenden Namen mit Design Thinking

Grafik: Shutterstock)

Einen passenden Namen für ein Startup zu finden, ist leichter gesagt als getan: Welche Punkte beachtet werden müssen und wie ihr den Namen erfolgreich etablieren könnt.

Deinem Unternehmen einen Namen zu geben ist eine der aufregendsten und doch einschüchterndsten Aufgaben, denen man als junger Unternehmer gegenübersteht. Der Name ist der erste Kontakt deines Unternehmens mit der Welt, das erste, was du während einer Präsentation sagst, das eine Wort, von dem du hoffst, dass es die Leute in Erinnerung behalten werden, nachdem du dich mit ihnen über dein Unternehmen unterhalten hast.

Nicht nur ist er der erste Eindruck, sondern typischerweise auch ein dauerhafter Eckpfeiler deines Unternehmens. Du kannst deinen Businessplan überarbeiten, die Monetarisierung, das Produkt, das E-Mail-Marketing und Design deines Logos, aber sobald du dich auf einen Namen festgelegt hast, wirst du mit Sicherheit auch dabei bleiben wollen.

Wie also gehst du an die Sache heran? Wir können dir dabei helfen, die perfekte Wahl zu treffen.

Selbst wenn du den Begriff noch nie zuvor gehört hast, hast du sicher schon mal einige Ansätze des Design Thinkings angewandt, wenn du in einer Gruppe gebrainstormt oder Klebezettel in einem Workshop benutzt hast. Der Vorreiter dieser Disziplin, Tim Brown, definiert es als „ein auf den Menschen bezogener Ansatz für Innovationen, der sich aus dem Toolkit des Designers bedient, um die Bedürfnisse der Menschen, die Möglichkeiten der Technik und die Anforderungen an den Geschäftserfolg zu integrieren.“

Ich wollte einen Namen und entsprechendes Bild, der an den Strand anspielt, also dachte ich ein Rettungsschwimmerturm wäre ideal.

Tower Paddleboards

Wir betrachten Design Thinking mehr als eine einfache Reihe von Prinzipien, Werkzeugen und Übungen, die es uns ermöglichen, unsere Gedanken zu strukturieren und gemeinschaftliche, empathische und kreative Lösungen für eine Reihe von Problemen zu finden. Das faszinierende daran ist seine Vielseitigkeit; obwohl es sich um „Design“-Tools handelt, kann sie jeder anwenden. Während du also diesen Artikel liest und die Übungen durchgehst, will ich dich dazu ermuntern, einige Notizen zu diesen Tools zu machen, da du auch noch anderen Herausforderungen im Leben deines Unternehmens gegenüberstehst.

Und nun: Lass uns diesen Namen finden!

Schritt 1: Definiere

Vergiss den Namen für einen Moment und beginne damit, das größere Bild zu betrachten. Was macht dein Unternehmen? Was ist seine Mission? Welche Werte vertritt es und was soll es der Welt vermitteln?

Der Grund, weshalb es wichtig ist, darüber nachzudenken, ist, dass der Name nicht nur für sich allein steht; es ist das erste von vielen wichtigen Elementen der Marke deines Unternehmens. Als solches wird er eine Rolle spielen in anderen Designentscheidungen, die du treffen musst: sowohl visuelle (Logos, Farbschema, Verpackung, Website, Produktdesign, etc.) als auch nicht-visuelle (Unternehmenswerte, Kommunikation, Marketing etc.)

Ein Unternehmen, das den Nagel auf den Kopf trifft, ist Huge (zu Deutsch „riesig“), eine Digital-Agency aus Brooklyn. Huges Marke ist, nun ja, riesig. Man sieht, dass das „huge“ Element im Logo selbst verkörpert wird, welches den Namen in fetter Großschrift darstellt. Man sieht es an ihrer Verwendung von Schwarz und Magenta als Farbschema. Man sieht es an ihrer Website, auf der riesige Bilder den Großteil des Platzes einnehmen und an der großen, dicken Schriftart (ich glaube AvantGarde Bold), welche die Bilder begleitet.

Und dies sind nur die visuellen Designelemente. Der Text der Website hat eine charakteristische Stimme und passt perfekt zu ihrem frechen visuellen Stil und ihr Unternehmensvideo zeigt einen Arbeitsplatz voller Tatendrang und Bewegung: ein paar Leute, die bereit sind, Großes zu leisten. Alles passt wunderbar zusammen und spricht dieselben Werte von Innovation und Unerschrockenheit an.

Der Name Kiva kommt vom Wort „kiva“, welches ein heiliger Raum in der Kultur amerikanischer Ureinwohner ist. Ein Ort, an dem Heilung, Gemeinschaft und sogar Transformationen stattfinden können. Mit diesem Wissen im Hintergrund wurde Kiva Confections geboren.

Kiva Confections

Also nimm dir einen Moment Zeit, zu überlegen, was dein Unternehmen antreibt. Ein paar Stichpunkte reichen schon. Komme dann immer wieder auf sie zurück, um sicherzustellen, dass es eine Verbindung zwischen dem Namen und den zugrunde liegenden Werten deines Unternehmens gibt.

Schritt 2: Entdecke

Während es durchaus verlockend ist, direkt mit einer Liste von Namen zu beginnen, ist es dennoch immer eine gute Idee, mit etwas Recherche anzufangen, um den richtigen Kontext zu ermitteln und der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Polier die Sprache auf

Du weißt vermutlich schon, was in deiner Branche so abgeht – du bist wahrscheinlich ein Experte auf diesem Gebiet – aber es kann hilfreich sein, sich die neuesten Artikel und Studien zum Thema anzusehen. Was sind die Hauptthemen? Worüber reden die Leute, sowohl außerhalb als auch innerhalb der Branche? Was sind die aufkommenden Trends? Schreibe die Stichwörter auf, die umfassen, womit sich Experten und deine (zukünftigen) User beschäftigen, um die Dinge aus Sicht der Kunden zu betrachten.

Mach deine Hausaufgaben bezüglich deiner Mitbewerber

Als nächstes google deine Mitbewerber. Wenn du keine direkten Mitbewerber hast, suche nach den großen Unternehmen in deiner Branche. Das sollte dir dabei helfen, ein Gespür für die Namenstrends innerhalb deiner Branche zu bekommen. Es erwartet sicherlich niemand, dass du dich ihnen anpasst, aber achte darauf, wie weit du dich davon entfernst, und versichere dich, dass es gewollt ist. Wenn beispielsweise 99 Prozent der Unternehmen in deiner Branche „Nachname & Nachname“ heißen, solltest du dir bewusst sein, dass du jede Menge Aufmerksamkeit erhalten wirst, wenn du dein Unternehmen „iHeartLaw“ nennst – im Guten wie im Schlechten. Während du dir die Namen deiner Mitbewerber ansiehst, besuche auch ihre Website und überlege dir, wie gut ihr Name ihr Unternehmen insgesamt repräsentiert. Notiere dir die, die du liebst, und die, die du schrecklich findest.

Ziehe Namenstrends in Erwägung

Einige Namenstrends bei Startups sind:

  • Zackige Namen aus einem Wort: Uber oder Cups.
  • Zusammengesetzte Wörter: Evernote oder TripleMint.
  • Menschliche Namen: Oscar oder Claire.
  • Vermischte Namen: Instagram oder Dressometry.
  • Suffixe wie -ify, -ster oder -ly: Spotify, Napster oder Contently.
  • Vokale sind überbewertet: Flickr oder Stringr.
  • Absichtliche Falschschreibung eines Wortes (aus i wird y, c wird zu k oder q): Lyft, Rubrik oder Proov.

Ich wollte besonders clever bei der Namenswahl für mein Start-up sein… [Jetzt], denke einfach daran, welchen Service dein Unternehmen bietet oder welches Hauptmerkmal es auszeichnet. So kam ich zum Namen Buffer.

Joel Gascoigne

Es gibt Vor- und Nachteile an diesen Namenstrends, besonders wenn es darum geht, das Unternehmen im Internet zu etablieren, worauf wir später im Artikel noch genauer eingehen. Im Großen und Ganzen stehen die Einfachheit des Namens und die Verfügbarkeit der Domain in umgekehrter Richtung zueinander, also solltest du auf eine gute Balance achten.

Viele meiner Lieblings-Unternehmensnamen fallen in keine dieser Kategorien, wie zum Beispiel The RealReal (dasselbe Wort zwei mal, ernsthaft? Und doch funktioniert es.), Robinhood (Werden die Leute dich ernst nehmen? Ja.), x.ai (Was das ist? Genau.) und natürlich mein eigenes Startup day100 (Ein Wort und eine Zahl im Namen? Jap, und es gibt auch eine coole Bedeutung dahinter).

Betrachte diese Trends also nicht als Einschränkungen, sondern als praktische Beispiele, während du im nächsten Schritt über Variationen oder Kombinationen der Namen, die dir einfallen, nachdenkst.

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3 Kommentare
Goran
Goran

Boah. Diese automatische Weiterleitung beim Runterscrollen ist die Pest!

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Ravenknecht
Ravenknecht

Dem kann ich nur zustimmen > Wer hat sich das nur wider ausgedacht?!

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Matthias
Matthias

Wochenlanges Design Thinking, und am Ende heißt das Ding Wix.

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