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Startup wehrt sich gegen Magenta-Monopol der Telekom

Magenta: Die Farbe der Deutschen Telekom. (Foto: dpa)

Die Farbe Magenta ist seit Jahrzehnten untrennbar mit der Deutschen Telekom verbunden – und markenrechtlich geschützt. Dagegen wehrt sich jetzt das US-Startup Lemonade.

Ein besonders skurriler Streit bahnt sich zwischen der Konzern- und Startup-Welt an: Das US-Versicherungs-Startup Lemonade hat beim EU-Amt für geistiges Eigentum beantragt, dass die Marke „Magenta“ der Deutschen Telekom für ungültig erklärt wird. In einem weiteren Antrag beim Deutschen Patent- und Markenamt verlangt das Startup außerdem, dass der Anspruch der Telekom auf die Farbe Magenta im Versicherungsbereich widerrufen wird. Der Spiegel berichtete Montag zuerst.

Telekom-Farbe ist markenrechtlich geschützt

Die Farbe Magenta ist seit Jahren untrennbar mit dem Markenauftritt der Deutschen Telekom verbunden. Bereits 1995 hatte sich der Konzern das knallige Pink markenrechtlich schützen lassen. Seitdem ziert die Farbe das Logo, aber auch Briefköpfe und sogar Mitarbeiter-Turnschuhe gehören dazu.

Das Problem: Auch Unternehmen anderer Branchen möchten sich mit der auffälligen Farbe schmücken – handeln sich wegen dem bestehenden Markenschutz aber schnell Ärger ein. So auch das US-Startup Lemonade: Die Firma bietet seine Online-Versicherung seit Juni auch in Deutschland an. Lemonade wurde 2015 in New York gegründet und tritt seitdem in Magenta auf. Wenige Wochen nach dem Deutschland-Start erließ das Landesgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung der Deutschen Telekom. Lemonade sollte die Farbe aus all ihren Vermögenswerten entfernen.

„Am Anfang habe ich darüber gelacht“

Lemonade-Mitgründer Daniel Schreiber reagierte damals überrascht auf den Vorstoß der Telekom: „Am Anfang habe ich darüber gelacht. Es klang wie ein Witz“, sagte er dem Spiegel. „Wir stehen in keiner Weise im Wettbewerb mit diesem Unternehmen.“ Mit den Anträgen beim EU-Amt für geistiges Eigentum und dem deutschen Patentamt will sich Schreiber jetzt gegen den Markenschutz der Farbe Magenta wehren.

Zumal „jeder Farbdrucker die Farbe als Grundton“ habe, so Schreiber. „Sie ist eine natürliche Ressource, die allen Menschen zur Verfügung steht.“ Zudem werde im Versicherungsgeschäft kein Anbieter so mit Magenta verbunden wie Lemonade. Ob dies tatsächlich zutrifft, werden Anwälte in den kommenden Monaten klären müssen. Den Pink-Ton hat Lemonade vorerst aus seinem Webauftritt entfernt.

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