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Startups lieben die Standortbedingungen in Deutschland – wäre da nicht dieses eine Problem

Deutsche Gründer beklagen einmal mehr die mangelnde Unterstützung vom Amt. (Foto: © Daniqe van Kesteren)

Laut einer neuen Bitkom-Umfrage sind Startups mit den Standortbedingungen in Deutschland überraschend zufrieden. Doch es gibt ein großes Problem, das einfach nicht gelöst wird. 

Aus den Mündern von Politikern und Startup-Lobbyisten kennt man diesen Satz eigentlich zu Genüge: Deutschland ist nicht attraktiv genug für Gründer. Umso überraschender liest sich das Ergebnis einer neuen Umfrage, die der Digitalverband Bitkom unter 300 Startups aus der IT- und Internetbranche durchgeführt hat. Demnach seien die meisten Gründer „in praktisch allen Bereichen zufrieden“.

So beispielsweise mit der Lebensqualität am Standort der Gründung (94 Prozent), dem Marktumfeld wie Zugang zu Kunden und Lieferanten (83 Prozent), der Infrastruktur wie Verkehrsanbindung und Breitbandverfügbarkeit (80 Prozent) sowie dem vorhandenen Startup-Netzwerk und der Qualität der Bildungseinrichtungen vor Ort (je 78 Prozent).

Startups sind genervt vom Amt

Schließt Deutschland angesichts dieser Zahlen also doch schneller zu anderen Gründungsstandorten im Ausland auf als bisher gedacht? Nicht ganz. Denn trotz jahrelanger Klagen sind das größte Problem für Gründer der Umfrage zufolge noch immer die trägen Amtsstuben der Republik: Fast zwei Drittel der Gründer (63 Prozent) gaben an, dass sie unzufrieden mit der Erledigung amtlicher Angelegenheiten sind, etwa wenn es um den Kontakt zu Verwaltungen geht, die Erreichbarkeit von öffentlichen Stellen oder die dort erbetene Unterstützung.

„Startups arbeiten an Lösungen für die digitale Welt und werden von einer analogen Verwaltung gebremst. Wenn es die Politik mit Startup-Förderung ernst meint, muss sie damit in Ämtern und Behörden anfangen“, lässt sich Bitkom-Präsident Achim Berg in der Mitteilung zitieren. Dabei könnten die Behörden ihm zufolge von den Startups sogar profitieren. „Es gibt eine ganze Reihe von Gründern, die Ideen für eine digitale Verwaltung haben“, sagte Berg, ohne konkrete Namen zu nennen.

Peter Altmaier verspricht Lösung bis 2021

Immerhin: Die Bundesregierung will nach Jahren der Lippenbekenntnisse endlich mit konkreten Maßnahmen gegensteuern. Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und SPD auf eine „Digital first“-Strategie geeinigt. So sollen Startups in den ersten beiden Geschäftsjahren von der monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung befreit und und ein digitales Bürgerportal für Unternehmen geschaffen werden. Jedoch ohne Angabe darüber, wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Glaubt man den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, sei Deutschlands Verwaltungsapparat bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 „komplett digital“.

Startups müssen sich trotz allgemeiner Zufriedenheit über den Standort Deutschland weiter gedulden. Zumal laut der Bitkom-Umfrage nach wie vor auch die Verfügbarkeit von Gewerberäumen sowie der Zugang zu Finanzierungsquellen im internationalen Ländervergleich nicht ausreichend sind. Darauf werden Politiker und Startup-Lobbyisten also auch in Zukunft wieder zu sprechen kommen.

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