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Startups schadet es besonders, wenn ihre Mitarbeiter gehen

(Foto: Shutterstock / gpointstudio)

Wenn ein junges Unternehmen ständig Mitarbeiter entlässt, nimmt die Produktivität ab. Das zeigt eine Studie. Warum viel Personalwechsel Startups schadet. 

Ob Goodgame Studios, Movinga oder Jimdo: Dass Mitarbeiter entlassen werden, gehört in der Startup-Szene zur Tagesordnung. Manchmal sind sie zu schnell gewachsen und müssen ihr Team nur vorerst wieder zurückschrauben. Manchmal liegt das auch an grundlegenderen Problemen, etwa wenn  das Geschäftsmodell nicht so gut läuft wie erwartet. Dabei sollte es gerade bei Startups ganz oben auf der Prioritätenliste stehen, Mitarbeiter zu halten. Denn ständige Wechsel schaden ihnen besonders, wie eine aktuelle Studie zeigt.

In dem Diskussionspapier „The Productivity Effects of Worker Replacement in Young Firms“ hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) untersucht, wie sich der Wechsel von Mitarbeitern auf die Produktivität von Jungfirmen auswirkt. Dafür hat der Ökonom Martin Murmann die Daten aus dem Startup-Panel des ZEW und der KfW analysiert.

Startups leiden unter geringer Managementerfahrung der Gründer

Seine Haupterkenntnis: Das Entlassen von Angestellten schadet der Produktivität von Jungfirmen. Der Wechsel treffe sie stärker, weil dadurch ihre Entwicklung gehemmt wird. Besonders stark zeigt sich dieser Effekt, wenn die Gründer wenig Managementerfahrung mitbringen und die Unternehmen noch sehr jung sind. Ersteres sorgt dafür, dass die Geschäftsführer beispielsweise nicht in der Lage sind, die passenden Mitarbeiter zu identifizieren. Zweiteres wird zum Problem, wenn der Angestellte viel Spezialwissen in seinem Bereich angehäuft hat und nicht einfach durch jemand Neues ersetzt werden kann. Der negative Effekt auf die Produktivität zeigt sich auch dann, wenn der Mitarbeiter vom Unternehmen gefeuert wird und nicht freiwillig geht.

Murmann nennt als Gründe dafür vor allem zwei Punkte: Startups haben noch keine starke Position als Arbeitgebermarke, und sie besitzen Defizite bei der Rekrutierung der passenden Mitarbeitern. Was können Startups also machen, um Entlassungen zu vermeiden? Auch darauf gibt der Studienautor eine Antwort: Das Management solle seine ersten Mitarbeiter vorsichtig auswählen und im Zweifel den Rat von Personalexperten suchen. Murmann verweist auch auf die Ausbildung von Gründern: So solle man sich in Entrepreneurship-Kursen beispielsweise stärker auf das Thema Personalmanagement fokussieren.

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5 Kommentare
Martin Wunderlich
Martin Wunderlich

Ich kann mir nicht helfen, aber ich halte diese Erkenntnis schon von vornherein für so offensichtlich, dass es dafür eigentlich keine Studie bräuchte.

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Wunderdich
Wunderdich

Diese Erkenntnis betrifft nicht nur StartUps. Aber wieso was für die Mitarbeiter tun die man hat? Mitarbeiter zu bekommen ist vergleichsweise einfach, diese auch zu halten und nicht durch Managementfehler zu verlieren ist aus meiner Sicht das größere Problem. Wenn jemand in einem neuen Unternehmen anfängt ist er fast immer motiviert – das ist aber kein Selbstläufer..

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Lisa Hegemann
Lisa Hegemann

@Wunderdich: Interessante Einschätzung. Bei etablierten Firmen gibt es tatsächlich kurzzeitige Effekte, die dafür sorgen, dass die Produktivität steigt (die oben genannte Studie geht darauf auch ein). Bei Startups gibt es diese Effekte nicht, obwohl man ja auch dort argumentieren könnte, dass die Motivation höher ist. Dein Punkt trifft aber meiner Meinung nach trotzdem zu: Beim Thema Mitarbeiter halten machen es sich die Unternehmen oft zu einfach. Mich persönlich erinnert das immer an Smartphone-Verträge. Die Anbieter werfen einen nur so zu mit Rabatten, aber wenn du einmal bei ihnen bist, bist du ihnen eigentlich ziemlich egal.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann

@Martin: Danke für deinen Kommentar. Mit gefühlten Wahrheiten ist es ja immer so eine Sache, deswegen ist es immer schön, wenn es dafür auch wissenschaftliche Belege gibt. ;)

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Florian_Selke
Florian_Selke

Sehe ich genauso wie ihr! Wenn die besten Mitarbeiter oder vielleicht der beste Mitarbeiter das Start-up verlässt, dann kann dies nach meiner Erfahrung schon der Anfang vom Ende sein – leider schon erlebt.

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